Laufende Projekte
Veränderung von Affektdynamiken im Alltag sehr alter Erwachsener: Die Rolle von Vulnerabilitäten, aber auch Stärken
2025-2028, gefördert durch die DFG, Projektleitung: Prof. Dr. Oliver Schilling, Prof. Dr. Hans-Werner Wahl in Kooperation mit Prof. Dr. Denis Gerstorf, Dr. Markus Wettstein (Humboldt-Universität Berlin) und Prof. Dr. Anna Kornadt (Universität Luxemburg)
Dieses Forschungsprojekt untersucht das emotionale Erleben und die Alltagsbewältigung von Menschen im „vierten Lebensalter“ (ab 80 Lebensjahren). Während diese Lebensphase oft v.a. als eine Zeit erhöhter gesundheitlicher und mentaler Verletzlichkeit angesehen wird, verfolgt die Studie einen lebensspannenpsychologischen Ansatz, der davon ausgeht, dass während über das gesamte Lebens eines Menschen hinweg - einschließlich des hohen Alters - sowohl Stärken als auch Schwächen für die Bewältigung des alltäglichen Lebens vorhanden sind. Die Hauptziele des Projekts bestehen darin, das Zusammenspiel von Stärken und Schwächen im sehr hohen Alter zu untersuchen und zu erforschen, wie diese die emotionalen Erfahrungen, die Reaktionen auf Stress und die Fähigkeit, mit Stress im Alltag umzugehen, beeinflussen.
Weitere Informationen sind erhältlich über die Projekt-Website.
Link: Projekt-Website
Psychologie der digitalen Lebensspanne: Maximierung des Nutzens und Minimierung der Risiken von immersiver virtueller Realität (iVR) für Mensch und Gesellschaft
2024–2028, gefördert von der VolkswagenStiftung, Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Wrzus
Das Forschungsprogramm befasst sich mit den Vorteilen und Risiken von Virtual Reality für einzelne Nutzer und Gesellschaften in zwei Forschungsbereichen sowie durch gesellschaftliches Engagement unter Berücksichtigung einer Lebensspannenperspektive. Der erste Forschungsbereich zielt darauf ab, zu untersuchen, wie Virtual-Reality-Interventionen die sozio-emotionale Entwicklung im gesamten Erwachsenenalter fördern können (z. B. durch die Steigerung sozialer Kompetenzen und Stressbewältigung), ohne schädliche Nebenwirkungen hervorzurufen. Im zweiten Forschungsbereich möchte ich die Folgen der zunehmenden Nutzung von VR für Einzelpersonen und Gesellschaften anhand von länderübergreifenden Vergleichen abbilden. Im Hinblick auf das gesellschaftliche Engagement möchte ich alters- und zielgruppenspezifisches Wissen durch lokale akademische und nicht-akademische Aktivitäten wie VR-Abende, Workshops mit Unternehmen, Schulen und Krankenhäusern verbreiten.
The Nature and Long-term Predictors of Short-term Within-Context and Across-Context Variability in Four Major Life Domains – A Multi-Domain Extension of the EMIL Project
2024–2026, gefördert durch die DFG, Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Wrzus, Prof. Dr. Oliver Schilling, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ute Kunzmann (Universität Leipzig) und Prof. Dr. Denis Gerstorf (Humboldt-Universität zu Berlin)
Das Projekt zielt darauf ab, die Bedingungen zu untersuchen, unter denen Schwankungen in Emotionen, Gedächtnisleistung, sozialen Interaktionen und Alltagsaktivitäten Ausdruck adaptiver Flexibilität oder eher maladaptiver Instabilität sind. Zu diesem Zweck werden Menschen über 70 Jahre in Heidelberg, Leipzig und Berlin im Alltag mit Tablets untersucht. Die Forscher hoffen, dass das Projekt Erkenntnisse darüber liefert, für welche Menschen und unter welchen Bedingungen alltägliche Schwankungen in Bezug auf Wohlbefinden, Aktivitäten und Kognition hilfreich oder schädlich sind.
Abgeschlossene Projekte
Relocation and personality development in late adulthood
2022–2025, finanziert durch den China Scholarship Council, Projektleitung: Yang Sun, Prof. Dr. Cornelia Wrzus
Das Projekt untersucht die Persönlichkeitsentwicklung im späten Erwachsenenalter – eine Altersphase, die bislang kaum Beachtung gefunden hat. Von besonderem Interesse sind die Auswirkungen des Umzugs in eine Pflegeeinrichtung auf soziale Kontakte, Persönlichkeitsmerkmale und das Wohlbefinden. Zwei Teilprojekte analysieren Daten aus China und Europa, um länderspezifische Effekte zu identifizieren. Das Hauptprojekt, das in Zusammenarbeit mit Pflegeeinrichtungen in Heidelberg durchgeführt wird, begleitet ältere Menschen während der ersten sechs Monate nach ihrem Umzug und befragt sie wiederholt.
„Mein virtuelles Zuhause“ – Vorteile immersiver Virtual Reality für die personalisierte Therapie von Patienten in der Palliativmedizin und Onkologie
2023–2024, finanziert durch das NCT-Programm „Spenden gegen Krebs“, Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Wrzus, Dr. Christina Gerlach, Prof. Dr. Bernd Alt-Eppinger, Universitätsklinikum Heidelberg
Das Projekt „Mein virtuelles Zuhause“ untersucht den zusätzlichen Nutzen personalisierter VR-Videos im Vergleich zu generischen Naturvideos für das Wohlbefinden und die Schmerzlinderung von unheilbar kranken Patienten. In der ersten Projektphase werden die Wünsche und Bedenken von Patienten in der Palliativmedizin und Onkologie hinsichtlich VR-Anwendungen untersucht. In der zweiten Projektphase erstellen wir personalisierte 360°-Videos von den Wohnungen und/oder Angehörigen der Patienten, die diese dann wiederholt im Krankenhaus ansehen können.
MED1st MR - Ausbildung von medizinischen Ersthelfern unter Verwendung eines Mixed-Reality-Ansatzes
2021-2024, gefördert durch das EU-Programm Horizon 2020, Projektleitung: PD Dr. Ottilie Frenkel, ISSW Universität Heidelberg, Prof. Dr. Cornelia Wrzus
Ziel des Projektes ist es, die Entscheidungsfindung und das Verhalten von medizinischen Ersthelfern in stressigen und risikoreichen Notfallsituationen zu verstehen. Wir untersuchen das Verhalten und die zugrundeliegenden psychophysiologischen Prozesse in Experimenten und unter realen Bedingungen. Um die Stressregulation und die Entscheidungsfindung zu optimieren, entwickeln und validieren wir Interventionen in der virtuellen Realität einschließlich Wearables. Dieses Projekt ist eine interdisziplinäre, multizentrische Zusammenarbeit von 19 Projektpartnern, darunter Universitäten, Technologieunternehmen und Notfallhelfer aus zehn Ländern.
CUPID - CoUple's Personality In Daily Life
2020-2021, Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Wrzus, Dr. Janina Bühler
Das Projekt untersucht kognitive, affektive und verhaltensbezogene Prozesse von Persönlichkeitsmerkmalen bei Liebespaaren während des Übergangs zum Zusammenziehen. Die Teilnehmer beantworten zehn Tage lang Fragebögen und ein Experience-Sampling-Assessment mit fünf Beurteilungen pro Tag. Nach sechs Monaten erfolgt eine Nachbeobachtung der Veränderungen in der Persönlichkeit und in den Beziehungen.
ARISE - Assoziative, reflexive und epi-genetische Prozesse der Persönlichkeitsentwicklung im jungen und alten Erwachsenenalter
2021-2024, gefördert durch die DFG, Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Wrzus, in Kooperation mit PD Dr. Corina Aguilar-Raab, Universität Heidelberg
Das Projekt untersucht kognitive und epigenetische Prozesse der Persönlichkeitsentwicklung sowie interindividuelle Unterschiede in dieser Entwicklung. Mittels experimenteller und verhaltenstherapeutischer Interventionen testen wir Altersunterschiede in Veränderungsprozessen sozio-emotionaler Merkmale.
Dynamische Wechselwirkungen zwischen Persönlichkeitseigenschaften und Sozialen Beziehungen: Kurz- und Mittelfristige Prozesse im Alltag unter Einbezug weiterer individueller Merkmale und Faktoren des sozialen Kontexts
2019-2021, Förderung der DFG, Projektleitung: Prof. Dr. Cornelia Wrzus, in Kooperation mit Prof. Dr. David Richter, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung und Freie Universität Berlin
Das Projekt adressiert kurz- und mittelfristige Dynamiken innerhalb und besonders zwischen sozialen Beziehungen im Alltag, während bislang häufig einzelne Beziehungstypen (z.B. Freundschaften) statisch, z.B. hinsichtlich der Anzahl oder durchschnittlichen Kontakthäufigkeit, untersucht wurden. Der Einfluss von Persönlichkeitseigenschaften (z.B. Extraversion, Affiliationsmotiv) auf Beziehungsdynamiken wird multivariat und im Zusammenhang mit Faktoren des sozialen Kontextes untersucht (z.B. soziales Netzwerk, Bevölkerungsdichte).
EMIL - Emotionale Reaktivität und Emotionsregulation im Alter
Ein mehrere Zeiträume umfassender Ansatz angebunden an das Projekt ILSE
2017-2020, Förderung der DFG, Projektleitung: Prof. Dr. Oliver Schilling, in Kooperation mit Prof. Dr. Ute Kunzmann, Universität Leipzig, und Prof. Dr. Denis Gerstorf, Humboldt Universität zu Berlin
In diesem Projekt werden Stressreaktivität und Emotionsregulation im hohen und sehr hohen Alter, deren antezedente Resilienz- oder Vulnerabilitätsfaktoren sowie längerfristige Auswirkungen auf die physische und psychologische Funktionalität untersucht. Die Studie ist an die Interdisziplinäre Längsschnittstudie des Erwachsenenalters (ILSE) angebunden: Frühere ILSE-Teilnehmer werden in einem 7-tägigen ambulanten Assessment und einer kontrollierten Laborstudie untersucht, welche parallel in den beiden ILSE-Erhebungszentren Heidelberg und Leipzig durchgeführt werden. Mit dem Projekt sollen Forschungslücken im Bereich des emotionalen Alterns geschlossen und neue Erkenntnisse über die Stärken und Schwächen emotionsregulatorischer Fähigkeiten in einem Altersbereich, der zunehmend von Verlustrisiken betroffen ist, gewonnen werden.
KommmiT - Kommunikation mit intelligenter Technik
2015-2020, Förderung des BMBF, Projektleitung: Dr. Michael Doh, Prof. Dr. Hans-Werner Wahl
Das Vorhaben umfasst die wissenschaftliche Begleitung eines Modellprojekts in Stuttgart zur digitalen Nachbarschaft und Teilhabe im Alter. Technikaffine ältere Menschen werden als Alltags- und Technikbegleiter geschult, um technik- und teilhabedistante ältere Zielgruppen den Umgang mit einem Tablet-PC und einer Quartiers-App zu vermitteln. Forschungsleitend sind Fragen zu Mediatisierungseffekten im Lebensalltag von ca. 200 älteren Projekteilnehmern sowie zu möglichen protektiven Faktoren für ein gesundes Altern, beispielsweise soziale Teilhabe, Mobilität, Gesundheit und Autonomie.