Report about my semester abroad 

Madrid, Summer semester 2018 (Master)

Vorbereitung

Ich bin direkt in meinem 2. Mastersemester nach Madrid gegangen, da ich schon zuvor im Bachelor hier in Heidelberg studiert hatte und ich deshalb unter der Voraussetzung, dass ich einen Masterplatz bekomme, auch schon den Erasmusplatz hatte. Wichtig ist hierbei weiterhin zu wissen, dass man fĂŒr die Masterkurse in Madrid ein B2-Niveau in Spanisch nachweisen muss. Darum sollte man sich also schon weiter im Voraus kĂŒmmern, falls das noch nicht der Fall ist. Da ich Spanisch von der 5. Bis zur 12. Klasse in der Schule hatte, war der Nachweis fĂŒr mich kein Problem, obwohl ich doch zu Beginn meines Aufenthalts gemerkt habe, dass ich ziemlich aus der Übung war und mein Spanisch deutliches Verbesserungspotential hatte.

Unterkunft

Da die Universidad AutĂłnoma de Madrid ziemlich weit außerhalb liegt, war es fĂŒr mich wichtiger in Madrid zentral zu wohnen, denn der Weg zur Uni war so oder so weit. WGs habe ich ĂŒber die Web-Seite idealista gesucht, welche in Deutschland mit WG-Gesucht vergleichbar ist. ZusĂ€tzlich war es die richtige Entscheidung vor Ort zu suchen, weil ich oft ziemlich spontan zu Wohnungsbesichtigungen vorbeischauen sollte. Allerdings musste ich mir so fĂŒr die ersten 2 Wochen ein Airbnb nehmen. Nach meiner dritten Besichtigung hatte ich dann meine WG fĂŒr meine kommende Erasmus-Zeit gefunden. Gleich dazu gesagt: als internationale Studentin, die nur fĂŒr 5 Monate ein Zimmer sucht, wird man tendenziell auch in WGs mit internationalen Studierenden leben, wobei meist die Mieten auch etwas ĂŒberteuert sind. Allerdings war es mir das fĂŒr meine Lage wert, da ich nun in einer 6er WG in Malasaña lebte. In diesem Viertel wimmelt es nur von ausgewöhnlichen CafĂ©s und Bars, sowie Vintage-LĂ€den und ganz vielen anderen sĂŒĂŸen GeschĂ€ftchen.

Studium an der UAM

Wie gesagt, liegt die UAM relativ weit außerhalb und so fĂ€hrt man mit der CercanĂ­a von Sol nach Cantoblanco ca. 20/25 Minuten, von der renfe Station aus braucht man dann nochmal ca. 10 Minuten zu Fuß zur psychologischen FakultĂ€t. Diese veranstaltete zu Beginn des Semesters eine Willkommensveranstaltung fĂŒr Internationale Studierende, in der man ĂŒber allmögliche FormalitĂ€ten informiert wurde. Da ich an der FakultĂ€t Masterkurse belegte, hatte ich allerdings nicht viel mit den meisten Internationals zu tun, da die meisten von ihnen noch im Bachelor waren. Dies bot mir aber die Möglichkeit mit Spaniern in Kontakt zu kommen und Freundschaften zu schließen. So wurden ich und zwei andere deutsche Studentinnen von unserem Masterkurs (PsicologĂ­a General Sanitaria) sehr lieb aufgenommen und waren auch Teil einer spanischen Clique dort. Es besteht die Möglichkeit zwischen mehreren verschieden Mastern zu wĂ€hlen an der UAM, wobei ich mich fĂŒr den eben genannten entschieden habe. Ich hatte das GlĂŒck, dass ich alle Kurse machen konnte, die ich gewĂ€hlt hatte. Hierbei variierten die geforderten Leistungsnachweise enorm. Das reichte von einem Extrem (nur ein Referat ĂŒber eine Studie) bis ins andere (Hausarbeit zu einem klinischen Fall mit Intervention, plus Vortrag in der Klasse, plus Klausur, plus Reflektion der Gruppenarbeit und Reflektion eines Tagesbuchs mit Übungen). Allerdings hat man die Möglichkeit nach 1 oder 2 Wochen Kurse zu tauschen, falls man merkt, dass einem der Kurs doch nicht zusagt. GlĂŒcklicherweise konnte ich mich mit all meinen Fragen und Problemen immer an meine spanischen Mitstudierenden wenden und auch die DozentInnen kamen auf einen zu und haben sich erkundigt, wie es bei uns lĂ€uft. Das Mensaessen dort (außer vielleicht das pan con tomate) kann ich leider nicht empfehlen, das liegt aber wahrscheinlich auch daran, dass man als Heidelberger Studentin zu sehr vom Marstall verwöhnt ist. Jedoch bestand in der FakultĂ€t die Möglichkeit, das mitgebrachte Essen in Mikrowellen zu erwĂ€rmen.

Alltag und Freizeit

BezĂŒglich meiner Freizeitgestaltung war es die richtige Entscheidung im Zentrum zu wohnen, da ich meist nur kurze Wege hatte (die wichtigsten Orte in Madrid sind alle fast fußlĂ€ufig erreichbar). Mit meiner WG war ich abends, aber auch tagsĂŒber, viel in Malasaña unterwegs und habe dort unzĂ€hlige Bars und CafĂ©s ausprobiert, wobei sich manche Orte aber auch zu StammplĂ€tzen entwickelt haben (Das HanSo-CafĂ© kann ich hierbei nur wĂ€rmstens empfehlen – auch zum Arbeiten fĂŒr die Uni). Allerdings boten auch Viertel wie La Latina und LavapiĂ©s eine bunte Vielfalt an Lokalen und GeschĂ€ften. Nicht so gerne war ich auf der Gran VĂ­a und bei Sol unterwegs, da mir es dort oft zu stressig und ĂŒberlaufen war. Wer Reggaeton liebt ist in Madrid, bzw. generell in Spanien, richtig und wird schnell fĂŒndig (Kapital ist mit seinen 7 Stockwerten als Club auf jeden Fall mal eine Erfahrung wert). Allerdings wird man auch bei anderen Musikrichtungen fĂŒndig, so kann ich das CafĂ© Berlin oder Mondo-Disko sehr empfehlen. Allerdings muss man beim Ausgehen (und auch so) sehr gut auf seine Wertsachen aufpassen. Mir ist es nĂ€mlich leider passiert, dass im Club mein Handy geklaut wurde und auch einige meiner Freunde mussten solche Erfahrungen machen. Das Schöne an Madrid ist aber auch, dass man kurze Wege ins GrĂŒne hat. So hat man zum einen natĂŒrlich den Retiro, aber auch Casa de Campo (eine riesige GrĂŒnflĂ€che sĂŒdwestlich von Madrid) lĂ€dt zu Mountainbike-Fahrten ein! Weiter ist es durch Madrids zentrale Lage und gute Anbindung gut möglich zu verreisen. So nutzte ich mein Auslandssemester auch um zweimal nach Andalusien, nach Alicante, nach Toledo und nach Biarritz zu fahren.

Fazit

FĂŒr mich war es die richtige Entscheidung nach Madrid zu gehen, da ich einerseits mein Spanisch verbessern konnte und ich den Einblick in ein anderes Uni-System super spannend fand. So waren die Kurse dort viel anwendungsorientierter, was ich am Anfang eigentlich sehr gut fand, allerdings habe ich zu meinem eigenen Erstaunen festgestellt, dass mir der wissenschaftliche Bezug manchmal gefehlt hat. Weiter hatte ich unfassbar viel GlĂŒck mit meiner WG, weil wir uns alles sehr gut verstanden haben und ich die meiste Freizeit mit den Leuten dort verbracht habe. Allerdings habe ich ĂŒber ESN und die Uni auch Freundschaften geschlossen, weshalb man keine Sorgen haben muss, ob man Anschluss findet oder nicht. Nur eine Sache, die mich entrĂŒstet hat: In diesem Sommersemester war das Wetter in Heidelberg um Weiten besser als das in Madrid (es hat so oft geregnet!) – aber Ausreißer muss es wohl immer mal geben ....