Aarhus SS 2018 (BSc)

xNo longer available: Aarhus, Summer semester 2018 (Bachelor)

Ich war im Sommersemester 2018 im Auslandssemester in Aarhus. Da die Semesterzeiten in den meisten LĂ€ndern anders sind, als in Deutschland ging das Semester von Ende Januar bis Ende Mai. Das war aber kein Problem, das ich in meinen Seminaren im WiSe 2 mal fehlen durfte und in den zwei Seminaren, bei denen ich 3 mal gefehlt habe vorher mit den Dozent*innen kleine Zusatzleistungen vereinbart habe. Ich bin mit dem Zug nach Aarhus gefahren, das ist die gĂŒnstigste und je nach Verbindung sogar die schnellste Möglichkeit. Als ich in Aarhus ankam, hat mich beim ,,Buddy" in Empfang genommen, mit dem ich schon vorher Kontakt hatte. Alle internationalen Studierenden bekommen einen Buddy zugeteilt, da kann man natĂŒrlich auch Pech haben und jemanden bekommen, der nicht so engagiert ist, aber meines Erachtens nach, war der Großteil sehr motiviert dabei. Die erste Woche war dann die EinfĂŒhrungswoche der FakultĂ€ten, bei der man schon alle möglichen Leute kennenlernt, alles was man wissen muss erfĂ€hrt, Fragen stellen kann und feiern geht. Die Uni dort ist top organisiert, ich habe im Voraus schon alle möglichen wichtigen Infos und Deadlines per Email bekommen, die Koordinatorin antwortet schnell auf Emails und alles ist eigentlich sehr gut verstĂ€ndlich und einfach. Ich habe dort 3 Seminare belegt, die alle interessant waren und von tollen Dozentinnen geleitet wurden. Es war etwas schade, dass es nur 4 Seminare auf Englisch zur Auswahl gab, das heißt ich hatte nicht wirklich eine Wahl, was ich belege. Ich konnte auch keine Seminare an anderen FakultĂ€ten belegen und also wirklich nur 3 dieser 4 Psychologie Seminare wĂ€hlen. Die Seminare waren eigentlich so wie hier, man durfte 2 mal fehlen und muss ein Referat halten und wenn man eine Note möchte eine Hausarbeit schreiben. Da ich 3 Seminare auf Englisch hatte waren in meinen Kursen fast nur Internationals. Am Anfang fand ich das etwas schade, weil ich gerne ein paar dĂ€nische Studierende kennenlernen wollte, aber am Ende fand ich es total schön, dass wir so eine Gemeinschaft gebildet haben und man lernt auch so dĂ€nische Leute kennen. Das Erasmus Leben in Aarhus ist wie gesagt top organisiert und dazu gehören auch Parties und AusflĂŒge. Das Studenterhus veranstaltet jeden Dienstag die International Night und ein paar mal im Semester AusflĂŒge durchs ganze Land und einen Ausflug ins Legoland. Abgesehen davon gibt es in Aarhus total viel zu tun und sehen. In meinen Augen ist Aarhus die perfekte Stadt. Sie liegt am Meer und es gibt wunderschöne StrĂ€nde, wo ich im Mai sogar oft baden war. Aarhus eine eine gute grĂ¶ĂŸe, so dass es immer wieder etwas Neues zu entdeckten gibt und es viele schöne. Alternative CafĂšs usw gibt, aber klein genug, dass man sich nach ein paar Wochen ganz gut auskennt. Es gibt ĂŒberall irgendwelche Angebote fĂŒr Studierende und junge Menschen und man kann gut feiern und etwas trinken gehen. In Aarhus fahren eigentlich alle Fahrrad, was auch Sinn macht, weil die Busse zwar regelmĂ€ĂŸig und ĂŒberall hin fahren, aber recht teuer sind (Monatskarte 40 Euro). Studitickets gibt es nicht. Die Tickets kauft man am besten ĂŒber eine App, wie fast alles in DĂ€nemark lĂ€uft auch das digital. Was man zum Fahrrad fahren wissen sollte ist, dass Aarhus im Prinzip ein großer HĂŒgel ist. Die Innenstadt liegt unten, das Psychologische Institut oben, es empfiehlt sich also eine Gangschaltung und gute Bremsen. Es hat bei mir bis Ende MĂ€rz immer wieder geschneit, aber wenn es alle machen ist es gar nicht so schlimm mit dem Fahrrad durch Regen und Schnee zu fahren, es gehört irgendwie einfach dazu.

Hier ein paar Tips:

  1. Im Sommersemester gehen. Ich war natĂŒrlich im Wintersemester nicht da, aber nach dem, was ich

von anderen gehört habe und nach meinen eigenen Erfahrungen wĂŒrde ich sagen, wenn man die Wahl hat, sollte man im SoSe gehen. Zum einen weil im SoSe das Wetter besser, anstatt schlechter wird und man am Ende, wenn die Uni vorbei ist, noch das schöne Wetter am Strand genießen kann. Zum anderen gehen im SoSe generell weniger Studis ins Ausland, das heißt, die Chance einen Wohnheimsplatz zu bekommen ist viel höher und man muss sich keine Gedanken um die Wohnungssuche machen. Und dann der wichtigste Grund: Kasejladsen. Das ist ein etwas seltsames aber richtig cooles Event bei dem die verschiedenen FakultĂ€ten in einem Bootrennen/Biertrink Wettbewerb gegeneinander antreten. Das findet im Mai statt und ist eines der grĂ¶ĂŸten von Studis organisierten Events in Europa, bei dem ca. 30.000 Menschen gemeinsam feiern und ihre Teams anfeuern.

  1. DĂ€nisch lernen. Ich weiß nicht, wie es inzwischen ist, weil sie die Regelungen geĂ€ndert haben, aber

als ich dort war konnten alle Internationals bei Laerdansk kostenlos DĂ€nisch lernen. Das macht Spaß, ist fĂŒr Deutsche nicht so schwer und hilft definitiv im Alltag. Auch wenn wirklich alle Englisch sprechen, sind viele Schilder nur auf DĂ€nisch und es ist ja auch irgendwie ein Zeichen, dass man Teil des Landes sein will, wenn man die Sprache lernt.

  1. Keine Angst vor der International Bubble. GefĂŒhlt allen, die ins Ausland gehen ist es total wichtig,

nicht nur mit Internationals abzuhĂ€ngen und auch die dortige Kultur kennenzulernen. Das ist auch schön und gut, aber ich habe gemerkt, dass es auch total cool sein kann, in so einer internationalen Gemeinschaft zu leben, Erfahrungen zu teilen und nicht nur Erfahrungen mit der dĂ€nischen, sondern mit allen möglichen Kulturen zu machen. Deshalb nicht krampfhaft versuchen nur mit Locals befreundet zu sein, sondern genießen, dass man von so vielen verschiedenen Menschen und Kulturen umgeben ist, das hat man sonst nie wieder!

  1. Keine Panik. Im Voraus macht man sich viele Gedanken um Anmeldung, Fristen usw. Wie gesagt,

die Uni Aarhus ist wirklich top organisiert und wenn man regelmĂ€ĂŸig in seine Emails schaut, kann man eigentlich fast nichts falsch machen.

  1. Die Zeit nutzen. Alle sagen es und es stimmt: es geht viel schneller vorbei als man denkt. Deshalb

sollte man auch wenn es manchmal schwer fĂ€llt die Zeit so gut wie möglich nutzen. Das heißt das Haus verlassen auch wenn es regnet und man lieber drin bleiben will, weggehen auch wenn man etwas mĂŒde ist und sich trauen auch alleine etwas zu unternehmen.

Ich hatte wirklich eine tolle Zeit in Aarhus und kann nur weiterempfehlen, dort zum Erasmussemester hinzugehen.