Erfahrungsbericht WS24/25 + SoSe25

Wien, Wintersemester 2024/2025 (Bachelor)

Im Rahmen des Erasmus-Programms verbrachte ich das Wintersemester 2024/25 und das Sommersemester 2025 an der Universität Wien. Wohnen Mein Zimmer in Wien suchte ich, wie viele andere auch, über WG-Gesucht. Die Suche gestaltete sich ähnlich herausfordernd wie in deutschen Universitätsstädten. Mit viel Geduld und Glück fand ich schließlich ein Zimmer in einer WG im 7. Bezirk, zentrale Lage. Ein Zimmer in zentraler Lage kann leicht 500–600 Euro kosten. Es ist absolut empfehlenswert, so früh wie möglich mit der Suche zu beginnen und ein entsprechend höheres Budget einzuplanen. Wichtig zu wissen: Die Lebenshaltungskosten (Lebensmittel, Medikamente etc.) sind in Wien spürbar höher als in Deutschland. Universität Die Universität Wien hat ein breites Kursangebot. Als Erasmus-Studierende*r hat man die Freiheit, aus einer riesigen Auswahl an Seminaren und Vorlesungen verschiedenster Fachbereiche zu wählen. Die Anmeldung für Kurse kann etwas stressig sein, da Plätze oft knapp sind. Mein Tipp: Meldet euch für deutlich mehr Kurse an, als ihr belegen wollt und erscheint unbedingt zur ersten Sitzung. Ich habe Kurse in Bildungswissenschaften, Gender Studies und Psychologie besucht. Außerdem gibt es gute Angebote beim Hochschulsport. Es gibt zu vielen Pflichtveranstaltungen in Heidelberg kein Pendent an der Wiener Uni. Informiert euch vorab, ob euch Kurse angerechnet werden können. Das akademische Niveau empfand ich als niedriger als in Heidelberg, allerdings war der Arbeitsaufwand durch regelmäßigere Leistungsnachweise höher. Die Dozierenden haben teilweise mit schlechter Didaktik und fehlender Kursstruktur überrascht. Die Bibliotheksplätze sind (auch wegen dem Umbau der Hauptbibliothek) sehr rar. Soziales Leben und Gesellschaft Ich habe nicht an ESN-Veranstaltungen teilgenommen und hatte viel Glück, eine tolle WG gefunden zu haben. Dadurch gestaltete sich das soziale Ankommen deutlich leichter. Ein Abend in einer Bar oder ein Restaurantbesuch sind deutlich teurer als in Heidelberg. Clubeintritt kostet zwischen 15 und 25€. Trotzdem kann ich es sehr empfehlen, die unzähligen Bars und Clubs auszuchecken. Das Kulturangebot in Wien ist groß aber eher klassisch geprägt. Wien ist reich, weiß und konservativ und das spiegelt sich in Kunst und Kultur wider. Subkultur ist schwer zu finden und weniger präsent als für eine 2-Millionen-Stadt zu erwarten.
Das politische Klima ist konservativer und regressiver als in Deutschland und rassistische und queerfeindliche Bemerkungen sind präsenter. Politischer Aktivismus ist nicht vergleichbar mit deutschen Städten in dieser Größe.
Wien ist nicht fahrradfreundlich. Die Öffis sind sehr gut ausgebaut. Dadurch dass die Universität Heidelberg nur das halbe Erasmus-Stipendium auszahlt, hat man nur circa 350-400€ pro Monat, weswegen es bei längeren Aufenthalten notwendig sein kann, einen Job zu suchen. Der Arbeitsmarkt ist schlecht, es gibt keinen Mindestlohn und die meisten Beschäftigungsverhältnisse sind prekär.
Fazit Mein Erasmus-Aufenthalt in Wien war insgesamt eine bereichernde Erfahrung.