Southampton WS 2011/12

xNo longer available: Southampton, Winter semester 2011/2012

Ankunft und Unterkunft

Am schnellsten und einfachsten kommt man nach Southampton mit Hilfe der Airline Flybe, die direkt zwischen Frankfurt a.M. und Southampton pendelt. Preislich geht Flybe in Ordnung, wenn man allerdings viel und schweres GepĂ€ck hat lohnt es sich vielleicht mit einer grĂ¶ĂŸeren Airline ĂŒber London zu fliegen und dann nach Southampton mit Bus oder Bahn zu fahren. Allerdings ist Flybe immer eine Empfehlung wert, wenn Freunde aus Deutschland mal fĂŒr ein Wochenende zu Besuch kommen wollen.

UnterkĂŒnfte sind in Southampton eine Welt fĂŒr sich. Sofern man kein Erasmus Student ist und fĂŒr ein Jahr bleibt kann man die Wohnheime der Uni in Anspruch nehmen. Falls man Erasmus Student ist und nur fĂŒr das Wintersemester kommt, kann man sich komplett vom Leben in Wohnheim verabschieden, dies ist laut der Uni kategorisch nicht möglich. Somit lĂ€uft es eigentlich darauf hinaus sich eine „private accomodation“, also eine private Unterkunft, zuzulegen. Das sind im Endeffekt auch nichts anderes als WGs mit anderen Studenten, bloß dass in Southampton meistens mehrere Studenten gleich ein ganzes HĂ€uschen anmieten. Ich persönlich habe meine Wohnung ĂŒber die offizielle Website der Uni gesucht (http://www.sassh.co.uk/). Ich wĂŒrde auch empfehlen sich schon um Wohnungen zu kĂŒmmern bevor man nach Southampton kommt, das kann einem einiges an Nerven und Ärger ersparen. Generell ist es aber um einiges schwieriger eine Wohnung fĂŒr ein Semester zu finden als gleich fĂŒr ein ganzes Jahr. Die meisten Vermieter bieten grundsĂ€tzlich nur letztere Option an. Wohnen ist in England wesentlich teurer als in Deutschland, damit muss man einfach leben. Zugleich ist der Lebensstandard, zumindest was Studentenwohnung angeht, deutlich geringer als in Deutschland. Meiner Meinung nach hat das alles seinen persönlichen Charme und man wohnt auch nicht fĂŒr ewig in der jeweiligen Wohnung. Ein wichtiger Tipp: es lohnt sich eine Wohnung in Uni-NĂ€he zu suchen und nicht in der Innenstadt. Den meisten Teil der Zeit verbringt man im Endeffekt doch an der Uni oder in Uni-NĂ€he.

Transport

Wenn man ein Fahrrad-Freund ist kann man an verschiedenen Stellen in Southampton gĂŒnstig gebrauchte FahrrĂ€der erwerben. Aufgrund des Linksverkehrs habe ich komplett auf Fahrradfahren verzichtet. Außerdem sind die meisten wichtigen LokalitĂ€ten alle in Laufreichweite zur Uni. Alternativ gibt es noch die Unilink-Busse, die speziell auf Studenten abgestimmt sind und Uni, Flughafen und Innenstadt abdecken. Dauerkarten fĂŒr den Bus lohnen sich aber nur, wenn man ihn wirklich hĂ€ufig benutzt, was bei mir der Fall war, da ich öfters zu den SportplĂ€tzen musste, die in FlughafennĂ€he sind. Falls man innerhalb Englands reisen möchte kann ich nur den Bus empfehlen. Ich bin immer mit National Express gefahren, es gibt aber auch den noch billigeren Megabus. Beide kann man bequem online buchen, je frĂŒher umso billiger wird die Fahrt. Generell sind diese Überlandbusse in England aber recht billig, vor allem im Vergleich zu Fahrten mit der Regionalbahn in Deutschland. Alternativ kann man auch den Zug nehmen, was sich aber nur fĂŒr lĂ€ngere Strecken lohnt und meistens deutlich teurer ist als der Bus. Sowohl fĂŒr Bus als auch Bahn gibt es Discount-Cards. Wenn man sich diese frĂŒh genug holt, lohnen sie sich auch fĂŒr die Dauer eines ein-semestrigen Aufenthalts.

EinfĂŒhrungsprogramme

Die Uni hat zu Semesterbeginn zahlreiche EinfĂŒhrungsprogramme sowohl fĂŒr Erasmus- Studenten und Internationals als auch fĂŒr Fresher (=Erstsemester). Es lohnt sich auf jeden Fall direkt zu Beginn ein Willkommenspaket im International Office abzuholen, wo man auch eine Übersicht ĂŒber alle AktivitĂ€ten der nĂ€chsten EinfĂŒhrungs-Tage erhĂ€lt. Pure Informationsveranstaltungen sind meistens recht redundant und wenig informativ. Kennenlern-Programmpunkte sind tatsĂ€chlich ganz nett, um am Anfang andere nette Erasmus-Studenten kennenzulernen. Das psychologische Institut selber hĂ€lt auch noch ein kurzes Meet & Greet ab, wo man seinen Erasmus Koordinator kennenlernt und gegebenfalls noch Fragen besprechen kann. Falls man deutlich vor Beginn der EinfĂŒhrungsveranstaltungen in Southampton anreist, sollte man darauf gefasst sein, dass niemand anders da ist. Die meisten Studenten kommen entweder erst zu Beginn der EinfĂŒhrungsprogramme oder zu Semesterbeginn nach Southampton.

Studium

Studieren ist in England ein bisschen anders als in Deutschland. Die PrĂ€senszeiten sind recht niedrig, dafĂŒr ist der Workload recht hoch. Ich hatte 4 Seminare und in jedem Seminar mussten 2-3 Assignments erledigt werden, was z.B. Essays, Blogs, Poster oder Klausuren waren. Auch wenn die Noten spĂ€ter in Deutschland nicht unbedingt zĂ€hlen, so kann der Arbeitsaufwand doch recht hoch sein. Aber insgesamt ist alles gut machbar und alle Dozenten sind bei Fragen immer ansprechbar und helfen gerne. Man sollte sich auch nicht allzu verrĂŒckt machen, wie man die Assignments angeht. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass man in Deutschland doch ein recht gutes Training erhĂ€lt, um auch an einer fremden Uni den AnsprĂŒchen gerecht zu werden. Abgesehen davon kommt es auch sehr auf die eigenen GrĂŒnde fĂŒr den Auslandsaufenthalt an, wer nur am Essay schreiben ist, wird wenig von Land und Leuten mitkriegen und die Uni hat einiges an Programm zu bieten. Sprachkurse kann ich eigentlich nicht empfehlen. Man sollte grundsĂ€tzlich schon fĂ€hig sein Englisch zu sprechen und zu schreiben, wenn man sich entscheidet an eine englische Uni zu gehen. Alles andere kommt aber ganz von selbst, wenn man tĂ€glich mit der Sprache konfrontiert ist. Die meisten Leute belegen die Sprachkurse aus schlechtem Gewissen heraus, nur um nachher festzustellen, dass das Niveau in diesen Kursen recht niedrig ist. Ich habe keinen Sprachkurs belegt und konnte ohne Probleme Essays schreiben und PrĂ€sentationen halten. Allgemein lĂ€sst sich noch sagen, dass in England ein lockeres VerhĂ€ltnis zwischen Dozenten und Studenten herrscht. Die Dozenten sind immer fĂŒr Fragen verfĂŒgbar, persönlich oder per Mail, und werden grundsĂ€tzlich auch mit dem Vornamen angesprochen. Bloß bezĂŒglich PrĂŒfungen lohnt sich eine Diskussion mit den Dozenten meistens nicht, da wird eher eine harte Linie gefahren. Achtung: Man muss als Undergraduate auf jeden Fall Versuchspersonenstunden erwerben im Fach Psychologie. Falls man nicht ausreichend Research Credits erwirbt gibt es massive AbzĂŒge in den Endnoten der belegten Kurse. Und egal mit welchen Argumenten man es versucht, man hat keine Chance die Versuchspersonenstunden zu umgehen.

Campus-Leben

Southampton ist eine Campus-Uni, was einige VorzĂŒge hat. So befindet sich auf dem UnigelĂ€nde eigentlich alles Wichtige was man zum (Über-)leben braucht. U.a. ein Friseur, das Unilink BĂŒro, ein Pub, ein Shop, Banken, CafĂ©s etc. Die Uni ist auch meistens Treffpunkt fĂŒr alle AktivitĂ€ten und viele Leute arbeiten in der recht gemĂŒtlichen Bibliothek. Was sich aber besonders lohnt ist sich an den Societies und Sport-Clubs der Uni zu beteiligen. Alle Informationen hierzu kommt man auf der Seite der Students Union (www.susu.org). Diese stellen sich aber alle auch offiziell am Bunfight in der Fresher’s Week vor. Wenn man sich wirklich integrieren und seine Freizeit fĂŒllen möchte, kann ich einem Societies und Sport- Clubs nur ans Herz legen. Ich selber habe im Lacrosse Team gespielt und hatte dadurch auch guten Anschluss zu EnglĂ€ndern, ĂŒber gemeinsame Trainings, Spiele und Socials. Viele Erasmus Stunden treten auch der Erasmus Society bei, ich habe das am Anfang auch gemacht, es lohnt sich aber nicht wirklich. StĂ€dtetrips organisiert man sich besser selber und abgesehen davon sorgt die Society eher dafĂŒr, dass man sich als Erasmus Student noch mehr von den Einheimischen abkapselt. Die Uni hat auch ein eigenes Schwimmbad und Fitnessstudio (Jubilee Centre), man muss hierfĂŒr eine Extra-GebĂŒhr bezahlen, man kann diese aber mindern lassen, wenn man nur fĂŒr ein Semester da ist. Falls man auch nur annĂ€hernd an Schwimmen oder Fitnessstudio Interesse hat, empfehle ich sich dort möglichst frĂŒh anzumelden, damit man das Angebot auch richtig nutzen kann. Als ich ĂŒber das Fitnessstudio nachgedacht habe, hĂ€tte es sich vom Geldaufwand her schon nicht mehr gelohnt.

Persönliche Empfehlung

Viele Erasmusstudenten haben eigentlich nur Kontakt mit anderen Erasmusstudenten. Das ist insofern spannend, als dass man viele internationale Leute kennenlernt. Es ist aber auch schade, weil man so fast gar nichts mit EnglĂ€ndern, der englischen Kultur und Sprache zu tun hat. Es ist zugegebenermaßen schwieriger mit EnglĂ€ndern in Kontakt zu kommen als mit Erasmus Studenten (hier sitzen alle im selben Boot und wollen Leute kennenlernen), aber es lohnt sich und verbessert meiner Meinung nach den Aufenthalt erheblich. Auch sprachlich macht es einfach einen Unterschied, ob man mit Muttersprachlern oder anderen EuropĂ€ern spricht. Deswegen empfehle ich unbedingt sich der einen oder anderen Society oder einem Sportclub anzuschließen. Falls man einen religiösen Hintergrund hat, lohnt es sich auf jeden Fall auch in einer der zahlreichen Gemeinden in Southampton vorbeizuschauen. Dort wird man freundlich willkommen geheißen und sehr schnell integriert. Nur ĂŒber die Uni lernt man eigentlich wenige EnglĂ€nder kennen, das einfache Gedankenspiel hierzu ist wie viele Erasmus-Studenten in Deutschland man selber schon in der Uni kennengelernt hat. Der zweite Punkt ist: England ist teuer. Zum einen ist der Pfund wesentlich stĂ€rker als der Euro, zum anderen ist die Lebenshaltung einfach teurer als in Deutschland. Auch wenn man abends mal weggeht, kann das ordentlich ins Geld gehen. Trotz Erasmus Zuschlag wird man auf jeden Fall Minus machen und nicht auf null rauskommen. DarĂŒber sollte man sich von Beginn an im Klaren sein und schon vorher wissen, wie man sich finanziert.