Titel
Caring for Sharing? Kontextbergreifende Konsistenz sozialer Präferenzen im Vorschulalter
AutorInnen
Schönfels, D., Schlemmer, E.
Abstract
In dieser Studie wurde, aufbauend auf Studien zur Prosozialität, untersucht, ob 5-jährige Kinder antisoziale Interaktionspartnerinnen und -partner sowohl beim Teilen als auch bei der Modellwahl meiden. Im ersten Teil der Studie sahen die Kinder in drei Durchläufen ein Puppentheater, in dem eine antisoziale Puppe zwei Ressourcen bekommt und keine davon mit einer neutralen Puppe teilt. Nach jedem Durchgang erhielt das Kind dieselben Ressourcen und die Möglichkeit zu teilen oder alles für sich zu behalten. Die Kinder teilten signifikant häufiger mit einer neutralen Puppe, im Vergleich zu einer antisozialen Puppe. Im zweiten Teil der Studie wurden die Kinder gefragt, welche der Puppen ihnen die nächste Aufgabe erklären soll. Der Inhalt dieser zweiten Aufgabe war für diese Studie nicht von Bedeutung. Vielmehr wurde geschaut, ob die Kinder, wie beim Teilen, auch bei der Wahl eines Modells die neutrale Puppe bevorzugen. Dabei wurde die neutrale Puppe zwar häufiger ausgewählt, jedoch nicht in einem signifikanten Ausmaß. Abschließend wurde untersucht, ob sich statistisch ein Zusammenhang zwischen dem Meiden beim Teilen und bei der Modellwahl herstellen lässt. Das Ergebnis war ebenfalls nicht signifikant, jedoch ist hier auf eine mittlere Effektstärke (φ=0.32) und eine relativ geringe Stichprobengröße (N = 39) zu verweisen. Trotz der fehlenden Signifikanz des Zusammenhangs werden Hinweise auf eine aufgabenübergreifende Meidung antisozialer Interaktionspartnerinnen und -partner ersichtlich, welche in zukünftigen Studien mit größeren Stichproben erörtert werden könnten.
Schlagworte