Titel
Soziale Ängstlichkeit und wahrgenommene Gruppenkohäsion: Eine Untersuchung der mediierenden Rolle der Herzratenvariabilität in digitalen Interaktionssettings
AutorInnen
Zimmermann, L., Höntsch, M.
Abstract
Die vorliegende Untersuchung prüfte, ob soziale Ängstlichkeit mit der wahrgenommenen Gruppenkohäsion zusammenhängt und ob die Herzratenvariabilität während einer sozialen Interaktion diesen Zusammenhang vermittelt. Hierzu wurden Daten von 39 Personen analysiert, die an einer sozialen Interaktion entweder in Präsenz oder digital über Microsoft Teams teilnahmen. Die soziale Ängstlichkeit, die Herzratenvariabilität während der sozialen Interaktion und die wahrgenommene Gruppenkohäsion wurden erfasst. Die Herzratenvariabilität im Ruhezustand wurde als Kontrollvariable berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigten keinen signifikanten Zusammenhang zwischen sozialer Ängstlichkeit und wahrgenommener Gruppenkohäsion. Auch die Zusammenhänge zwischen sozialer Ängstlichkeit und Herzratenvariabilität sowie zwischen Herzratenvariabilität und wahrgenommener Gruppenkohäsion waren nicht signifikant. Ein indirekter Effekt über die Herzratenvariabilität war ebenfalls nicht nachweisbar. Explorative Analysen getrennt nach Präsenz- und digitaler Bedingung zeigten unterschiedliche Richtungen der geschätzten Effekte, ohne dass diese statistisch signifikant waren. In der Präsenzbedingung zeigte sich deskriptiv ein stärkerer negativer Zusammenhang zwischen sozialer Ängstlichkeit und Herzratenvariabilität als in der digitalen Bedingung. Insgesamt ergaben sich keine Hinweise darauf, dass die Herzratenvariabilität den Zusammenhang zwischen sozialer Ängstlichkeit und wahrgenommener Gruppenkohäsion vermittelt. Die geringe Stichprobengröße schränkt die Aussagekraft der Ergebnisse ein. Zukünftige Studien sollten diese Zusammenhänge mit größeren Stichproben und einem gezielten Vergleich verschiedener Formen sozialer Interaktion untersuchen.
Schlagworte
Wahrnehmung