Ruprecht-Karls-Universitaet Heidelberg

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Studienteilnehmer/-innen gesucht

Biologischen Grundlagen von Intelligenzunterschieden
Im Rahmen eines Forschungsprojekts zu den grundlegenden neuronalen Prozessen von Intelligenz suchen wir ab sofort Studienteilnehmer/-innen zwischen 18 und 60 Jahren.

Neueste Veröffentlichungen

Schubert, A.-L., Hagemann, D., & Frischkorn, G. T. (accepted). Is general intelligence little more than the speed of higher-order processing? Journal of Experimental Psychology: General.
Schubert, A.-L., Hagemann, D., Voss, A., & Bergmann, K. (2017). Evaluating the model fit of diffusion models with the root mean square error of approximation. Journal of Mathematical Psychology, 77, 29-45. doi: 10.1016/j.jmp.2016.08.004

Aktuelle Studie:
Biologischen Grundlagen von Intelligenzunterschieden

In mehreren Forschungsprojekten der letzten Jahre konnten Wissenschaftler der Universität Heidelberg herausfinden, dass die Geschwindigkeit elementarer Informationsverarbeitung stark mit Intelligenz zusammenhängt. Unsere Alltagswahrnehmung von Intelligenzunterschieden ist oft von Unterschieden in der Geschwindigkeit menschlicher Auffassungsgabe geprägt: Besonders schlaue Schüler begreifen neue Inhalte schneller, lesen Texte schneller und bearbeiten Rechenaufgaben schneller als ihre Mitschüler. Studien haben gezeigt, dass intelligente Personen sogar schneller sprechen als ihre Mitmenschen. In unserer Forschung konnten wir zeigen, dass die Geschwindigkeit, mit der Probanden zum Beispiel mit einem Tastendruck auf das Aufleuchten eines Lämpchens oder auf einen Signalton reagieren, mit ihrer Intelligenz zusammenhängt - je intelligenter eine Person ist, desto schneller reagiert sie auf solche Hinweisreize.

Jedoch konnte auch gezeigt werden, dass die langsamsten Reaktionszeiten einer Person ihre Intelligenz am besten vorhersagen. Ein Grund für das Auftreten sehr langsamer Reaktionszeiten können Aussetzer in der Aufmerksamkeit sein, bei denen eine Person während der Bearbeitung von Aufgaben immer wieder gedanklich abschweift. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass ein grundlegender Mechanismus für Unterschiede in der kognitiven Leistungsfähigkeit (u.a. Intelligenz) zwischen Personen Unterschiede in der Aufmerksamkeitsregulation sind. So könnten intelligentere Personen ihre Aufmerksamkeit möglicherweise besser regulieren und sich dadurch stärker auf die Aufgabe konzentrieren und weniger ablenkbar sein.

Unser konkretes Vorhaben

In unserem Forschungsprojekt wollen wir untersuchen, ob sich dieser Zusammenhang zwischen langsamen Reaktionszeiten und Intelligenz durch Unterschiede in der Aufmerksamkeitsregulation erklären lässt. Dazu bearbeiten die Versuchsteilnehmer verschiedene psychologische Aufgaben, die ihre Intelligenz, ihre Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit sowie ihre Reaktionszeiten messen. Währenddessen zeichnen wir die Hirnaktivität unserer Probanden mit einem Elektroenzephalogramm (EEG) auf. Bei dieser Ableitung sind Elektroden auf dem Kopf der Probanden angebracht, während diese verschiedene psychologische Aufgaben bearbeiten. Das Interessante an dieser Methode ist, dass wir einerseits zeitlich hochauflösende Informationen über die Gehirnaktivität unserer Probanden erhalten und die Methode andererseits für die Probanden völlig ungefährlich, nicht-invasiv und schmerzlos ist, weil die Elektroden nur lose auf der Kopfhaut der Probanden aufliegen.

Hier gibt es weitere Informationen zu unserem EEG Labor.

Wen wir suchen

Für diese Untersuchung suchen wir Probanden, zwischen 18 und 60 Jahren. Sie sollten nicht unter einer neurologischen Erkrankung leiden oder sich aktuell in psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behandlung befinden.

Was Sie bei uns erwartet und welche Vorteile Sie haben

Die Teilnehmer werden an einem Untersuchungszeitpunkten unterschiedliche Reaktionszeitaufgaben am PC zu bearbeiten, während ihr EEG (also ihre Hirnaktivität) abgeleitet wird. Davor werden wir einen Intelligenztest und eine Arbeitsgedächtnisaufgabe mit ihnen durchführen.

Der Termin wird ca. 3 ½ Stunden dauern. Nach Abschluss der Studie erhält jeder Proband eine Aufwandsentschädigung von 30€ und hat die Möglichkeit - auf Wunsch - eine schriftliche Rückmeldung der persönlichen Ergebnisse des Intelligenztests zu erhalten.

Interessierte können sich telefonisch melden unter 06221 / 547745 oder per E-Mail an: eeglabor.heidelberg@googlemail.com.

Wir freuen uns auf Sie!

Mit freundlichen Grüßen,
das Team der Differentiellen Psychologie der Universität Heidelberg

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Seitenbearbeiter: Martin Lingnau
Letzte Änderung: 15.01.2018