Therapieangebot im ZPP Heidelberg: Verhaltenstherapie

Am ZPP Heidelberg wird im Rahmen der Ausbildungsambulanzen reguläre Psychotherapeutische Behandlung durchgeführt. Diese werden mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet.Die ambulanten Psychotherapien am ZPP Heidelberg sind kognitiv-verhaltenstherapeutisch ausgerichtet.

Das Therapieangebot umfasst vor allem Einzeltherapien. Diese können bei Bedarf durch Gruppentherapien ergänzt werden.

Einzeltherapie

Am ZPP Heidelberg werden alle psychischen Störungen behandelt. Hierzu zählen z.B. Depressionen, Ängste, Essstörungen, Zwangsstörungen, psychosomatische Störungen, Persönlichkeitsstörungen, Abhängigkeitserkrankungen und vieles mehr.

Gruppentherapie für Erwachsene

Zusätzlich zur Einzeltherapie bietet das ZPP auch Gruppentherapien an.
Regelmäßig stattfindende Gruppen:

  • Interpersonelle Psychotherapiegruppe (IPT) für depressive PatientInnen
  • Dialektisch-Behaviorale Therapiegruppe („Skills-Training“/DBT) für PatientInnen mit Borderline Persönlichkeitsstörung
  • Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK) für PatientInnen mit Unsicherheit in sozialen Kontakten
  • Entspannungstraining (PMR/Autogenes Training).

Zusätzlich gibt es noch wechselnde Gruppen, die nicht regelmäßig und abhängig von der Therapeutenverfügbarkeit angeboten werden, z.B. Gruppen für Personen mit Ängsten, Zwängen, Essstörungen oder Problemen bzgl. der Emotionsregulation.

 

Ausrichtung der Therapie: Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapie ist ressourcenorientiert, d.h. der Blickwinkel richtet sich nicht nur auf die Störungen oder problematisches Verhalten, sondern auch auf Fertigkeiten und Fähigkeiten, die im therapeutischen Prozess herausgearbeitet und konstruktiv genutzt werden, um positive Veränderungen zu erreichen.

„Menschliches Verhalten ist in wesentlichen Zügen gelernt, kann also auch ver-, um- oder neu gelernt werden.“ (Credo der Verhaltenstherapie; Reinecker, 1999, S. 88)

Der wichtigste Grundgedanke der Verhaltenstherapie ist, dass jedes menschliche Verhalten, „problematisches“ wie auch „gesundes“, erlernt wurde. Dementsprechend kann es, falls nötig, wieder „verlernt“ bzw. durch alternative Verhaltensweisen ersetzt werden. Dies gilt gleichermaßen für „normales“ wie für „problematisches“ Verhalten, für Gedanken, Gefühle und körperliche Reaktionen. Beispielsweise können mit Hilfe der Verhaltenstherapie angemessenere Verhaltensweisen erlernt oder bislang fehlende Fähigkeiten neu erworben werden, um mit bestimmten Problemsituationen besser zurechtzukommen.

Im Mittelpunkt der heutigen Verhaltenstherapie steht das Ziel der Selbststeuerung bzw. die Hilfe zur Selbsthilfe. Hilfe zur Selbsthilfe meint, dass den Patienten nach Einsicht in Ursachen und Entstehungsgeschichte ihrer Probleme Hilfe zur Lebensgestaltung vermittelt und Methoden an die Hand gegeben werden sollen, mit denen sie zukünftig besser zurechtkommen.

Ablauf der Therapie

In der Therapie sollen Möglichkeiten geschaffen werden, neue Denk- und Verhaltensweisen auszuprobieren, um diese dauerhaft in den Alltag integrieren zu können. Im Rahmen der Therapie findet eine ausführliche, ganzheitliche Diagnostik statt, in der das problematische Verhalten, das die Patienten zu uns geführt hat, zusammen von Therapeut und Patient möglichst genau untersucht wird. Ziel dieser sogenannten Verhaltensanalyse ist es herauszufinden, welche Faktoren zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptome bzw. des problematischen Verhaltens beigetragen haben und welche Faktoren helfen können, gesündere Verhaltensweisen zu entwickeln. Auf dieser Grundlage wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, in dem neben den Therapiezielen auch die Therapiemethoden festgelegt werden. Therapeutische Interventionen richten sich sowohl auf die belastenden Symptome (wie Schwierigkeiten bei Sozialkontakten, Angst, Depressivität usw.) als auch auf die Problemursachen.

Falls nötig, werden die Ziele im Laufe der Therapie verändert oder gänzlich neu formuliert. Die Inhalte der Behandlung werden zwischen Therapeut und Patient abgesprochen, wobei die aktive Mitarbeit des Patienten eine zentrale Rolle einnimmt. So arbeiten Patienten aktiv am Therapiegeschehen mit, beispielsweise indem sie zwischen den Therapieterminen mit dem Therapeuten vorab besprochene Übungen oder „Hausaufgaben“ durchführen und so neue Verhaltensweisen im Alltag ausprobieren und einüben.

 

Ausführlichere Informationen zur Verhaltenstherapie findet der interessierte Leser beispielsweise in dem Buch „Wegweiser Verhaltenstherapie. Psychotherapie als Chance“ von Frederick H. Kanfer und Dieter Schmelzer, das 2005 im Springer-Verlag erschienen ist.

 

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Letzte Änderung: 29.09.2017 sp
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