Achtsamkeit und Progressive Muskelentspannung in Ausbildungspsychotherapien (PrOMET-Projekt)

 

Hintergrund

In der PrOMET-Studie (Process Outcome Mindfulness Effects in Trainees), die wir aktuell am ZPP Heidelberg durchführen, wollen wir den Einfluss von Achtsamkeits- und Entspannungsübungen auf psychotherapeutische Behandlungen untersuchen. Achtsamkeit ist eine spezifische Form der Aufmerksamkeitslenkung, die nicht wertet, sondern möglichst neutral auf den aktuellen Moment gerichtet ist. Progressive Muskelentspannung (PMR) ist ein Verfahren, bei dem durch die willentliche und bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand von Entspannung erreicht werden soll.

Ziele und Ablauf der Studie

Wir möchten herausfinden, ob sitzungseinleitende Übung mit Achtsamkeitselementen und/oder Entspannungsübungen, die in den ersten Minuten jeder Therapiesitzung durchgeführt werden, einen Einfluss auf Psychotherapie haben. Dazu werden die an der Untersuchung teilnehmenden PatientInnen zufällig (Randomisierung) in drei Gruppen eingeteilt:

  1. Die erste Gruppe führt zu Beginn der Therapiesitzungen gemeinsam mit ihrer Therapeutin / ihrem Therapeuten eine standardisierte Übung mit Achtsamkeitselementen durch, die über ein Audiogerät präsentiert wird.
  2. Die zweite Gruppe führt zu Beginn der Therapiesitzungen zusammen mit ihrer Therapeutin / ihrem Therapeuten eine standardisierte Kurzform von Progressiver Muskelentspannung nach Jacobsen durch, die ebenfalls über ein Audiogerät präsentiert wird.
  3. Die dritte Gruppe bekommt die üblicherweise vom Zentrum für Psychologische Psychotherapie angebotene Behandlung, ohne  Zusatzübungen.

Am Ende jeder Therapiesitzung füllen die PatientInnen kurze Fragebögen zu dieser Sitzung aus, sowie in größeren Abständen, etwa alle 10 Wochen, Fragebögen zu ihrem psychischen Befinden. Zusätzlich zu Patientenperspektive erheben wir auch die Therapeutenperspektive auf den therapeutischen Prozess sowie bestimmte Therapeutenmerkmale. Wenn wir am Ende der Studie die drei Gruppen mit statistischen Methoden vergleichen, suchen wir nach unterschiedlichen Wirkungen der zusätzlichen Übungen und nach Möglichkeiten zur Verbesserung des therapeutischen Prozesses.
Es ist geplant 150 Patienten (zwischen 18 und 65 Jahren, primär Angsterkrankungen und Depression) in die Studie aufzunehmen.

Ansprechpartner

Dipl.-Psych. Paula Kröger (paula.kroeger@zpp.uni-hd.de)

M.Sc. Psych. Paul Blanck (paul.blanck@zpp.uni-hd.de)

Dr. Johannes Mander (johannes.mander@zpp.uni-hd.de)

Telefon: 06221-54 7291 (ZPP Sekretariat)

Aktuelle Bachelor- und Masterstudenten

B.Sc. Psych. Ivo Ritter
B.Sc. Psych. Kamala Grothe
B.Sc. Psych. Sophie-Lina Fiebig
Clara Janinhoff
Anna Katharina Haug
Morgane Sock
Sarah Hämel

Abgeschlossene Bachelor- und Masterarbeiten

B.Sc. Milena Zuniga Le-Bert (Thema: Der Zusammenhang zwischen therapeutischer Kompetenz und therapeutischer Beziehung)
M.Sc. Sarah Perleth (Thema: Wirkung reiner Achtsamkeitsinterventionen auf Angst- und Depressionssymptome - Systematischer Review und Metaanalyse)
B.Sc. Hanna Deflorin (Thema: Auswirkungen eines Achtsamkeitsworkshops für Therapeuten in Ausbildung auf Therapeutenvariablen und Achtsamkeit)
M.Sc. Psych. Jana Nusskern (Thema: Zusammenhänge zwischen Achtsamkeit und Symptomschwere)
M.Sc. Psych. Luise Prüßner (Thema: Zusammenhänge zwischen Achtsamkeit und Emotionsregulation)
M.Sc. Psych. Christina Schober (Thema: Zusammenhänge zwischen Achtsamkeit und therapeutische Beziehung)
B.Sc. Psych. Ivo Ritter (Thema: Zusammenhänge zwischen Achtsamkeit und Motivation)
B.Sc. Psych. Tara Bahador (Thema: Einfluss von Achtsamkeitsworkshops auf die Therapeutenentwicklung)

Doktoranden

Dipl.-Psych. Paula Kröger
M.Sc. Psych. Paul Blanck

Publikationen

Mander, J., Kroeger, P. Heidenreich, T. Flückiger, C. Lutz, W. Bents, H. & Barnow, S. (2015). The Process-Outcome Mindfulness Effects in Trainees (PrOMET) study: protocol of a pragmatic randomized controlled trial. BMC Psychol 3(1): 25.

Mander, J., Kröger, P., Blanck, P., Call, M., Bents, H., Heidenreich, T. (2017) Theorie-Praxis Netzwerke in verhaltenstherapeutischer Ausbildung: Schulung, Selbsterfahrung und Einsatz in der Therapie am Beispiel von Achtsamkeit. Verhaltenstherapie 27:97–106

Mander, J., Kröger P., Blanck P. (accepted). Integration von Achtsamkeitsübungen in Ausbildungstherapien. Psychotherapie im Dialog

Projektleitung

Dr. Johannes Mander, Zentrum für Psychologische Psychotherapie Heidelberg
Dr. Hinrich Bents,  Zentrum für Psychologische Psychotherapie Heidelberg
Prof. Dr. Sven Barnow, Psychologisches Institut der Universität Heidelberg

Kooperationspartner

Prof. Dr. Thomas Heidenreich, Hochschule Esslingen
PD. Dr. Christoph Flückiger, Universität Zürich
Prof. Dr. Wolfgang Lutz, Universität Trier

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

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Studienwerk Villigst (Begabtenförderungswerk unterstützt vom BMBF)
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Letzte Änderung: 29.09.2017 sp
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