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3. Südwestdeutscher Psychotherapietag: "Psychotherapie bei Abhängigkeiten - neue Ansätze, neue Möglichkeiten"

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Anmeldungen am Tag der Veranstaltung vor Ort möglich!

 

Am 7. November 2015 findet in Heidelberg der 3. Südwestdeutsche Psychotherapietag der Universitäten Heidelberg, Landau und Trier statt.

 

Nach den Schwerpunkten „Depression“ (2012 in Landau) und „Persönlichkeitsstörungen“ (2013 in Trier) wenden wir uns dieses Jahr dem Thema „Abhängigkeiten“ zu. Neue Entwicklungen in Diagnostik und psychotherapeutischer Behandlung von Abhängigkeiten und entsprechende Änderungen in den Psychotherapievereinbarungen, die den Indikationsbereich ambulanter Psychotherapie für Abhängigkeitserkrankungen erweitern, begründen das Thema der diesjährigen Tagung, mit der wir Ihnen „aus erster Hand“ eine Aktualisierung Ihres Wissens und Könnens anbieten wollen. Am Vormittag werden ausgewiesene Experten über den state-of-the-art in Forschung und Praxis zur Psychotherapie von Süchten informieren. Am Nachmittag erhalten Sie in vertiefenden Workshops Gelegenheit, innovative Methoden praktisch zu erfahren und sich mit den Referenten über die Möglichkeiten und Grenzen der neuen Ansätze persönlich auszutauschen.

 

Ort: Psychologisches Institut, Hörsaal I, Hauptstr. 47/51, 69115 Heidelberg

Termin: Samstag, 7. November 2015

Uhrzeit: 09:15-16:15 Uhr

 

Programm

 

08:30 - 09:15              Anmeldung

09:15                          Begrüßung

                           
Vorträge:

09:30                          von Twardowski, J.: Zur ambulanten Psychotherapie von Suchtpatienten: Möglichkeiten und Grenzen

10:15                          Wölfling, K.: Einsam, ängstlich, männlich – neue Ansätze aus der klinischen Praxis zur Behandlung der Internetsucht

11:00                          Kaffeepause

11:30                          Lindenmeyer, J.: Neue Möglichkeiten einer neuropsychologisch fundierten Rückfallprävention bei Alkoholabhängigkeit

12:15                          Mittagspause

                               
Workshops (parallel):

13:30   - 16.15           

 

A   von Twardowski, J.: Was geht in der ambulanten Psychotherapie der Sucht? Zwischen Vertrauen und Misstrauen

In der ambulanten Psychotherapie von Suchtpatienten sehen wir uns besonderen Herausforderungen gegenüber gestellt:

  • Für die therapeutische Beziehung ist Vertrauen ein sehr wichtiger Faktor. Gleichzeitig heißt es doch „der Sucht kann man nicht trauen“. Wie schaffen wir als Therapeuten diesen Spagat?
  • Suchtmittel werden in den meisten Fällen dazu eingesetzt unangenehme Gefühle zu verdrängen. Genau diese sollten aber doch Thema in einer Therapie sein, aber wie?
  • Rückfälle gehören zum Störungsbild dazu. Doch wie viele kann eine ambulante Therapie vertragen?

Auf diese Fragen sollen im Workshop Antworten gefunden werden. Hierbei können Techniken und Ideen vorgestellt, geübt und gemeinsam entwickelt werden.

 

B    Wölfling, K.: Psychotherapie der Computerspiel- und Internetsucht – ein kognitiv-behaviorales Behandlungsmanual


Es wird ein verhaltenstherapeutisches Gruppentherapieprogramm unter Zuhilfenahme von videodokumentierten Fallbeispielen vorgestellt. Im Rahmen der in Mainz entwickelten manualisierten Kurzzeittherapie für Internet- und Computerspielsucht finden wöchentlich 15 Gruppen- und 8 Einzelsitzungen statt. In der ersten Phase der Therapie wird das eigene Nutzungsverhalten der Patienten mit Hilfe von Protokollen und Anleitungen zur Selbstreflektion analysiert. Zum Erlernen der Abstinenz werden Suchtkreisläufe sowie automatisierte Handlungen unterbrochen, um den immer wiederkehrenden Drang zur Internetnutzung zu stoppen. Zu Ende der Therapie werden Strategien für den Umgang mit Stresssituationen sowie zur kontrollierten Nutzung von PC und Internet vermittelt und im Rahmen eines rückfallprophylaktischen Blocks trainiert.

 

C    Lindenmeyer, J.: Neue Möglichkeiten einer neuropsychologisch fundierten Rückfallprävention bei Alkoholabhängigkeit


Im Workshop wird erarbeitet, wie man Alkoholpatienten ein neuropsychologisch fundiertes Suchtverständnis vermitteln kann, aus dem sich folgende 3 Schwerpunkte zur Rückfallprävention ableiten lassen:

  • Notwendigkeit einer systematischen Selbstbeobachtung mithilfe möglichst zeitnaher Eintragungen in ein Tagebuch
  • Redundantes Einüben einfacher Bewältigungsstrategien in Rückfallrisikosituationen mittels Ablehnungstraining, Vorstellungsübungen, Expositionsübungen und PC-gesteuerter Cognitive Bias Modification
  • Vereinbarung eines einfachen Notfallplans für den Fall künftiger Rückfälle.

Die geeigneten Rückfallpräventionsinterventionen werden anhand konkreter Beispiele erläutert.

 

D   Lindenberg, K., Vonderlin, E.: Kognitiv-verhaltenstherapeutische Prävention und Intervention bei Internetsucht im Jugendalter

In diesem Workshop wird eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Intervention (PROTECT) für Jugendliche (12-18 Jahre) vorgestellt, die sowohl in der Prävention bei Hochrisikogruppen als auch in der Gruppentherapie einsetzbar ist. PROTECT beinhaltet vier doppelstündige Module mit den Schwerpunkten 1) Motivationale Probleme und Langeweile, 2) Leistungsangst und Prokrastination, 3) Unsicherheit im Sozialkontakt und 4) Affektregulation, die bei der Entstehung von Internetsucht beteiligt sind. In jedem Problembereich werden dysfunktionale Verhaltensweisen und Denkmuster durch kognitive Umstrukturierung, Problemlösetechniken und Emotionsregulationstechniken modifiziert.  

 

 

Referenten

 

Dipl.-Psych. Joachim von Twardowski
Psychotherapeutische Praxis, Heidelberg

 

Priv.-Doz. Dr. Klaus Wölfling
Psychologischer Leiter der Ambulanz für Spielsucht an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

 

Prof. Dr. Johannes Lindenmeyer
Direktor der salus-Klinik Lindow

 

Dr. Eva Vonderlin
Leiterin der Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche, Psychologisches Institut der Universität Heidelberg

 

Jun.-Prof. Dr. Katajun Lindenberg
Pädagogische Hochschule Heidelberg

 

 

Fortbildungspunkte

 

Die Akkreditierung der Veranstaltung als Fortbildung ist bei der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg beantragt.

 

Den Veranstaltungsflyer können Sie hier runterladen.

 

 

 

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Letzte Änderung: 05.11.2015 sp
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