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Prüfungsordnung der Universität Heidelberg
für den Diplomstudiengang Psychologie 

Psychologisches Institut - Universität Heidelberg

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Alle Prüfungsordnungen "Ohne Gewähr". Verbindliche Fassungen der Ordnungen sind im Prüfungssekretariat erhältlich. 


Vom 14. November 1990

I. Allgemeiner Teil

§ 1 Zweck der Prüfung
§ 2 Diplomgrad
§ 3 Dauer und Gliederung des Studiums; Art der Prüfungen
§ 4 Prüfungsausschuß
§ 5 Prüfer/innen und Beisitzer/innen
§ 6 Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen
§ 7 Versäumnis, Rücktritt, Täuschung, Ordnungsverstoß

II. Diplom-Vorprüfung

§ 8 Zulassung
§ 9 Zulassungsverfahren
§ 10 Ziel, Umfang und Art der Prüfung
§ 11 Bewertung der Prüfungsleistungen
§ 12 Wiederholung der Diplom-Vorprüfung
§ 13 Zeugnis

III. Diplomprüfung

§ 14 Umfang und Art der Prüfung
§ 15 Verteilung der Prüfungen; Zulassung
§ 16 Mündliche Prüfungen
§ 17 Diplomarbeit
§ 18 Annahme und Bewertung der Diplomarbeit
§ 19 Zusatzfächer
§ 20 Bewertung der Prüfungsleistungen/Bestehen der Diplomprüfung
§ 21 Wiederholung der Diplomprüfung
§ 22 Zeugnis
§ 23 Diplom

IV. Schlußbestimmungen

§ 24 Ungültigkeit der Diplom-Vorprüfung und der Diplomprüfung
§ 25 Einsicht in die Prüfungsakten
§ 26 Inkrafttreten; Übergangsbestimmungen

I. Allgemeiner Teil

§ 1 Zweck der Prüfung

Die Diplomprüfung bildet den ersten berufsqualifizierenden Abschluß des Studiums. Durch die Diplomprüfung soll festgestellt werden, ob die Kandidaten/innen die für den Übergang in die Berufspraxis notwendigen gründlichen Fachkenntnisse erworben haben, die Zusammenhänge des Faches überblicken und die Fähigkeit besitzen, wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse anzuwenden.

§ 2 Diplomgrad

Ist die Diplomprüfung bestanden, verleiht die Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften den Hochschulgrad "Diplom-Psychologin" bzw. "Diplom-Psychologe" (abgekürzt: Dipl.-Psych.).

§ 3 Dauer und Gliederung des Studiums; Art der Prüfungen

(1) Die Studienzeit, in der das Diplomstudium in der Regel abgeschlossen werden kann (Regelstudienzeit), beträgt neun Semester. Der zeitliche Gesamtumfang der für einen erfolgreichen Studienabschluß erforderlichen Lehrveranstaltungen soll 160 SWS nicht überschreiten.

(2) Die Regelstudienzeit ist so bemessen, daß in ihr grundsätzlich die Diplom-Vorprüfung und die Diplomprüfung abgelegt werden können.

(3) Sofern ein (externes) Halbjahrespraktikum abgeleistet wird, wird dieses auf die Regelstudienzeit nicht angerechnet.

(4) Das Studium gliedert sich in

1. einen viersemestrigen ersten Studienabschnitt, der mit der Diplom-Vorprüfung abschließt,

2. einen fünfsemestrigen zweiten Studienabschnitt, der mit der Diplomprüfung abschließt.

(5) Das Lehrangebot ist so gestaltet, daß die Studierenden die Diplom-Vorprüfung bis zum Beginn der Vorlesungszeit des 5. Fachsemesters und die Diplomprüfung am Ende des 9. Fachsemesters abschließen können. Die Diplom-Vorprüfung muß einschließlich aller evtl. Wiederholungen spätestens am Beginn der Vorlesungszeit des 7. Fachsemesters abgeschlossen werden. Ansonsten besteht kein Prüfungsanspruch mehr, es sei denn, daß der/die Studierende die Nichtablegung der Prüfung nicht zu vertreten hat; hierüber entscheidet der Prüfungsausschuß.

(6) Die Diplom-Vorprüfung ist als Blockprüfung (d. h. in einem Prüfungsabschnitt) abzulegen; die Diplomprüfung kann als Blockprüfung oder als Staffelprüfung (d. h. in zwei Prüfungsabschnitten) abgelegt werden. Die Diplom-Vorprüfung ist innerhalb von höchstens sechs Monaten abzulegen; die Diplomprüfung innerhalb eines Zeitraums von maximal 17 Monaten (vgl. auch § 16 u. 17).

§ 4 Prüfungsausschuß

(1) Für die Organisation der Prüfungen und für die weiteren durch diese Prüfungsordnung zugewiesenen Aufgaben setzt die Fakultät einen Prüfungsausschuß ein. Ihm gehören fünf Mitglieder an, und zwar drei Professoren/innen, ein/e wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in oder wissenschaftliche/r Assistent/in und ein/e Student/in. Das studentische Mitglied muß die Diplom-Vorprüfung abgeschlossen haben.

(2) Der/die Vorsitzende, sein/e Stellvertreter/in, die weiteren Mitglieder des Prüfungsausschusses sowie deren Stellvertreter/innen werden von der Fakultät bestellt. Die Amtszeit des studentischen Mitglieds beträgt ein Jahr, die der übrigen Mitglieder drei Jahre. Kommt eine Neuwahl nicht zustande, so verlängert sich die Amtszeit bis zur Wahl neuer Mitglieder. Das studentische Mitglied hat nur beratende Stimme.

(3) Der Prüfungsausschuß achtet darauf, daß die Bestimmungen dieser Prüfungsordnung eingehalten werden. Er berichtet der Fakultät am Ende seiner Amtszeit über die Entwicklung der Prüfungen und Studienzeiten und gibt Anregungen zur Studienreform und zu Änderungen der Prüfungsordnung.

(4) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses und deren Stellvertreter/innen haben das Recht, der Abnahme von Prüfungen beizuwohnen.

(5) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses und deren Stellvertreter/innen unterliegen der Amtsverschwiegenheit. Sofern sie nicht im öffentlichen Dienst stehen, sind sie durch den/die Vorsitzende/n zur Verschwiegenheit zu verpflichten. Dasselbe gilt für die Prüfer/innen und Beisitzer/innen.

(6) Der Prüfungsausschuß kann regelmäßig wiederkehrende Aufgaben dem/der Vorsitzenden übertragen, soweit das Universitätsgesetz nicht entgegensteht. Dem/der Vorsitzenden steht in dringenden Angelegenheiten ein Eilentscheidungsrecht gemäß dem Universitätsgesetz für Baden-Württemberg zu.

§ 5 Prüfer/innen und Beisitzer/innen

(1) Der Prüfungsausschuß bestellt die Prüfer/innen und Beisitzer/innen. Zu Prüfer/innen dürfen in der Regel nur Professoren/innen, Hochschul- und Privatdozenten /innen bestellt werden. Wissenschaftliche Assistenten/innen und Mitarbeiter/innen können nur dann ausnahmsweise bestellt werden, wenn Professoren /innen, Hochschul- und Privatdozenten/innen nicht in genügendem Ausmaß als Prüfer/innen zur Verfügung stehen. Beisitzer/innen müssen die Diplomprüfung in Psychologie oder eine äquivalente Prüfung abgelegt haben.

(2) Für mündliche Prüfungen und für die Diplomarbeit kann der/die Kandidat/in Prüfer/innen vorschlagen, sofern für das betreffende Prüfungsfach mehrere Prüfer/innen bestellt wurden. Ein Recht auf Zuweisung eines/r bestimmten Prüfers/in besteht nicht. Dem schriftlich einzureichenden Vorschlag soll jedoch entsprochen werden, soweit nicht wichtige Gründe, insbesondere eine unzumutbare Belastung der jeweiligen Prüfer/innen, dem entgegenstehen.

(3) Der Prüfungsausschuß gibt rechtzeitig durch Aushang die Prüfer/innen bekannt, die für die jeweiligen Fachprüfungen vorgeschlagen werden können.

(4) Der/die Vorsitzende des Prüfungsausschusses sorgt dafür, daß den Kandidat/innen die für sie bestellten Prüfer/innen sowie Ort und Zeit der Prüfungen möglichst früh mitgeteilt werden.

§ 6 Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen

(1) Die Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen bedarf des schriftlichen Antrags des/r Kandidaten/in an den/die Vorsitzende/n des Prüfungsausschusses.

(2) Studienzeiten im Diplomstudium für Psychologie an wissenschaftlichen Hochschulen im Geltungsbereich des Grundgesetzes, dort erzielte Prüfungsresultate und äquivalente Studienleistungen werden angerechnet.

(3) Für die Äquivalenz von Studienleistungen und Prüfungen an ausländischen Hochschulen sind die von der Kultusministerkonferenz und der Westdeutschen Rektorenkonferenz gebilligten Äquivalenzvereinbarungen maßgebend. Soweit Äquivalenzvereinbarungen nicht vorliegen, entscheidet der Prüfungsausschuß über Gleichwertigkeit und Anrechnung.

(4) Studien- und Prüfungsleistungen in anderen Studiengängen oder an anderen Hochschulen werden zusammen mit den entsprechenden Studienzeiten angerechnet, soweit deren Äquivalenz nachgewiesen wird. Anstelle der Diplom-Vorprüfung können in Ausnahmefällen andere Prüfungsleistungen -insbesondere solche, die an ausländischen Hochschulen erbracht wurden- angerechnet werden. Absatz 3 gilt entsprechend.

(5) In staatlich anerkannten Fernstudien erworbene Leistungsnachweise werden, sofern sie äquivalent sind, als Studien- oder Prüfungsleistungen angerechnet. Die Äquivalenz stellt der Prüfungsausschuß fest. Bei der Festlegung sind die gemeinsamen Beschlüsse der Kultusministerkonferenz und der Westdeutschen Rektorenkonferenz zu beachten.

(6) Entscheidungen des Prüfungsausschusses über die Äquivalenz erfolgen nach Anhörung der für die betroffenen Fächer zuständigen Prüfer/innen.

§ 7 Versäumnis, Rücktritt, Täuschung, Ordnungsverstoß

(1) Eine Prüfung gilt als "nicht ausreichend" (5,0) bewertet, wenn der/die Kandidat/in ohne triftigen Grund zu einem Prüfungstermin nicht erscheint oder wenn er/sie nach Bekanntgabe des Termins der Prüfung ohne triftigen Grund von dieser zurücktritt. Dasselbe gilt, wenn eine schriftliche Prüfungsleistung nicht innerhalb der vorgegebenen Bearbeitungszeit erbracht wird.

(2) Die für das Versäumnis oder den Rücktritt geltend gemachten Gründe müssen dem/der Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unverzüglich schriftlich mitgeteilt werden. Bei Krankheit des/r Kandidaten/in kann die Vorlage eines ärztlichen Attestes verlangt werden. Werden die Gründe anerkannt, so wird ein neuer Termin anberaumt. Die bereits vorliegenden Prüfungsergebnisse sind in diesem Fall anzurechnen.

(3) Versucht der/die Kandidat/in, das Ergebnis einer Prüfung durch Täuschung oder durch Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen, so gilt die betreffende Prüfungsleistung als "nicht ausreichend" (5,0). Ein/e Kandidat/in, der/die den ordnungsgemäßen Ablauf der Prüfung stört, kann von dem jeweiligen Prüfer oder Aufsichtführenden von der Fortsetzung der Prüfungsleistung ausgeschlossen werden; in diesem Fall gilt die betreffende Prüfungsleistung als mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet. In schwerwiegenden Fällen kann der Prüfungsausschuß den/die Kandidaten/in von der Erbringung weiterer Prüfungsleistungen ausschließen.

(4) Der/die Kandidat/in kann innerhalb von drei Monaten verlangen, daß die Entscheidungen nach Absatz 3 Satz 1 und 2 vom Prüfungsausschuß überprüft werden. Belastende Entscheidungen sind dem/der Kandidaten/in unverzüglich schriftlich mitzuteilen, zu begründen und mit einer Rechtshilfebelehrung zu versehen.

II. Diplom-Vorprüfung

§ 8 Zulassung

(1) Zur Diplom-Vorprüfung wird zugelassen, wer folgendes nachweist:

1. das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife oder ein durch Rechtsvorschrift als gleichwertig anerkanntes Zeugnis oder eine von der zuständigen Stelle nach Landesrecht erteilte Studienzulassung,

2. die Immatrikulation im Diplomstudiengang Psychologie,

3. die erfolgreiche Teilnahme an folgenden Lehrveranstaltungen:
a) Statistik
b) Versuchsplanung oder lineare Statistik
c) Empirisches Praktikum I u. II
d) 4 Übungen/Seminare in den Fächern nach § 10 Absatz 2 (außer "Methodenlehre"),

4. die schriftliche Bearbeitung einer begrenzten wissenschaftlichen Fragestellung (im Umfang von 15-25 Seiten) anhand von Primärliteratur innerhalb einer der unter Absatz 1 Nr. 3 Buchstabe d genannten Lehrveranstaltungen; Gruppenarbeiten sind hierfür ausgeschlossen,

5. die Mitwirkung an wissenschaftlichen Untersuchungen als Versuchsperson oder als Versuchsleiter im Umfang von mindestens 15 Stunden.

(2) Der Antrag auf Zulassung ist schriftlich zu stellen. Dem Antrag sind beizufügen:

1. die Nachweise gemäß Absatz 1,

2. das Studienbuch oder die an der jeweiligen Hochschule an seine Stelle tretenden Unterlagen,

3. eine Erklärung darüber, ob der/die Kandidat/in bereits eine Diplom-Vorprüfung oder Diplomprüfung in Psychologie nicht bestanden hat oder ob er/sie sich in einem Prüfungsverfahren befindet.

(3) Ist es dem/r Kandidaten/in nicht möglich, eine nach Absatz 2 erforderliche Unterlage in der vorgeschriebenen Weise dem Antrag beizufügen, so kann der Prüfungsausschuß gestatten, den Nachweis auf andere Art zu führen.

§ 9 Zulassungsverfahren

(1) Die Zulassung darf durch den Prüfungsausschuß nur abgelehnt werden, wenn

1. die in § 8 Abs. 1 genannten Voraussetzungen nicht erfüllt oder

2. die Unterlagen unvollständig sind oder

3. der/die Kandidat/in die Diplom-Vorprüfung oder die Diplomprüfung in Psychologie an einer wissenschaftlichen Hochschule im Geltungsbereich des Grundgesetzes endgültig nicht bestanden hat.

(2) Ablehnende Entscheidungen sind dem/r Kandidaten/in unverzüglich schriftlich mitzuteilen, zu begründen und mit Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen. Dem/r Kandidaten/in ist Gelegenheit zu rechtlichem Gehör zu geben.

§ 10 Ziel, Umfang und Art der Prüfung

(1) Durch die Diplom-Vorprüfung soll der/die Kandidat/in nachweisen, daß er/sie das Ziel des ersten Studienabschnittes erreicht hat und daß er/sie sich insbesondere die inhaltlichen Grundlagen der Psychologie, ein methodisches Instrumentarium und eine systematische Orientierung erworben hat, die erforderlich sind, um das weitere Studium mit Erfolg zu betreiben.

(2) Die Diplom-Vorprüfung besteht aus Fachprüfungen in den folgenden Fächern:
Allgemeine Psychologie I,
Allgemeine Psychologie II,
Entwicklungspsychologie,
Differentielle und Persönlichkeits-Psychologie,
Sozialpsychologie,
Biopsychologie,
Methodenlehre.

(3) Die einzelnen Fachprüfungen der Diplom-Vorprüfung sind als mündliche Prüfung abzulegen. Die Prüfungen sind so zu organisieren, daß die Diplom-Vorprüfung bis zum Beginn der Vorlesungszeit des 5. Fachsemesters abgeschlossen sein kann.

(4) Die mündliche Prüfung dient dazu, Kenntnisse und das Verständnis für Zusammenhänge erkennbar zu machen. Sie wird von einem/r Prüfer/in in Gegenwart eines/r sachkundigen Beisitzers/in als Einzelprüfung abgenommen.

(5) Die einzelne Prüfung dauert pro Kandidat/in ca. 30 Minuten.

(6) Die wesentlichen Gegenstände und das Ergebnis der Prüfung sind in einem Protokoll festzuhalten, das in der Regel von dem/der Beisitzer/in geführt wird und von Prüfer/in und Beisitzer/in zu unterschreiben ist. Das Ergebnis der Prüfung wird dem/r Kandidaten /in im Anschluß an die Prüfung bekanntgegeben.

(7) Bei Zustimmung des/r Kandidaten/in sollen Studierende, die sich der gleichen Prüfung unterziehen wollen, nach Maßgabe der räumlichen Verhältnisse als Zuhörer zugelassen werden. Diese Zulassung erstreckt sich nicht auf die Bewertung und Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses an den/die Kandidaten/in.

(8) Macht ein/e Kandidat/in durch ein ärztliches Zeugnis glaubhaft, daß er/sie auf Dauer körperlich oder psychisch nicht in der Lage ist, die Prüfungen ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form abzulegen, kann ihm/ihr gestattet werden, gleichwertige Prüfungsleistungen in einer anderen Form zu erbringen.

§ 11 Bewertung der Prüfungsleistungen

(1) Die Noten für die Fachprüfungen werden von den jeweiligen Prüfern festgesetzt. Für die Bewertung der Prüfungsleistungen sind folgende Noten zu verwenden:
1 = sehr gut = eine hervorragende Leistung;
2 = gut = eine Leistung, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt;
3 = befriedigend = eine Leistung, die durchschnittlichen Anforderungen entspricht;
4 = ausreichend = eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen genügt;
5 = nicht ausreichend = eine Leistung, die wegen erheblicher Mängel den Anforderungen nicht mehr genügt.

(2) Die Diplom-Vorprüfung ist bestanden, wenn sämtliche Fachnoten mindestens "ausreichend" (4,0) sind.

(3) Die Gesamtnote ergibt sich als das arithmetische Mittel der Noten für die Fachprüfungen nach folgender Einteilung:
bei einem Mittelwert bis 1,5 = sehr gut;
bei einem Mittelwert über 1,5 bis 2,5 = gut;
bei einem Mittelwert über 2,5 bis 3,5 = befriedigend;
bei einem Mittelwert über 3,5 bis 4,0 = ausreichend.
Bei der Berechnung der Mittelwerte wird nur die erste Dezimalstelle hinter dem Komma berücksichtigt, alle weiteren Stellen werden ohne Rundung gestrichen.

§ 12 Wiederholung der Diplom-Vorprüfung

(1) Die Prüfung kann jeweils in den Fächern, in denen sie nicht bestanden ist oder als nicht bestanden gilt, wiederholt werden.

(2) Eine zweite Wiederholung einer Fachprüfung ist in maximal drei Fächern zulässig; § 3 Abs. 5 bleibt unberührt.

(3) An einer anderen wissenschaftlichen Hochschule erfolglos gebliebene Versuche, einzelne Fachprüfungen im Rahmen einer Diplom-Vorprüfung in Psychologie abzulegen, werden auf die Wiederholungsmöglichkeit nach Absatz 1 und 2 angerechnet.

§ 13 Zeugnis

(1) Über die bestandene Diplom-Vorprüfung ist unverzüglich, möglichst innerhalb von vier Wochen, ein Zeugnis auszustellen, das die in den Fachprüfungen erzielten Noten und die Gesamtnote sowie die Namen der Prüfer/innen enthält. Das Zeugnis ist vom/n der Vorsitzenden des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen.

(2) Ist die Diplom-Vorprüfung nicht bestanden oder gilt sie als nicht bestanden, so erteilt der/die Vorsitzende des Prüfungsausschusses dem/r Kandidaten /in hierüber einen schriftlichen Bescheid, der auch darüber Auskunft gibt, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang und innerhalb welcher Frist die betroffenen Fachprüfungen wiederholt werden können.

(3) Der Bescheid über die nicht bestandene Diplom-Vorprüfung ist mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.

(4) Hat der/die Kandidat/in die Diplom-Vorprüfung nicht bestanden, wird ihm/ihr auf Antrag und gegen Vorlage der entsprechenden Nachweise eine schriftliche Bescheinigung ausgestellt, die die erbrachten Prüfungsleistungen und deren Noten sowie die zur Diplom-Vorprüfung noch fehlenden Prüfungsleistungen enthält und erkennen läßt daß die Diplom-Vorprüfung nicht bestanden ist.

III. Diplomprüfung

§ 14 Umfang und Art der Prüfung

(1) Die Diplomprüfung besteht aus
1. der Diplomarbeit, 2. den Fachprüfungen.

(2) Die Fachprüfungen finden statt:

a) in den Anwendungsfächern
Klinische Psychologie und Psychotherapie sowie Pädagogische Psychologie (als Schwerpunktfächer), Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie (als Basisfach),
b) in den Methodenfächern
Psychologische Diagnostik und Intervention, Evaluation und Forschungsmethodik,
c) im Wahlpflichtfach zur forschungsorientierten Vertiefung (sog. Vertiefungsfach),
d) im nichtpsychologischen Wahlpflichtfach.

(3) Die Diplomarbeit muß vor Beginn der Fachprüfungen, bei Staffelprüfungen (s. u. § 15) vor Beginn des zweiten Prüfungsabschnittes abgeschlossen sein.

(4) Zwei der drei Anwendungsfächer werden als Schwerpunktfächer studiert, im dritten werden zumindest Basiskenntnisse verlangt. In Heidelberg sind "Klinische Psychologie und Psychotherapie" sowie "Pädagogische Psychologie" Schwerpunktfächer, während die "Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie" nur als Basisfach angeboten wird. In den Fachprüfungen wird die für Schwerpunkt- und Basisfächer unterschiedliche Lehrintensität berücksichtigt.

(5) Die in Heidelberg angebotenen forschungsorientierten Vertiefungsfächer sowie nichtpsychologischen Wahlpflichtfächer werden durch den jeweils gültigen Studienplan näher erläutert. Der Prüfungsausschuß kann auf begründeten schriftlichen Antrag eines/r Kandidaten/in ein nichtpsychologisches Fach als Vertiefungsfach genehmigen, sofern für dieses Fach ein hinreichendes Studium nach Maßgabe des Studienplans, ein Bezug zum individuellen Studienziel und die Bereitschaft eines/r Prüfungsberechtigten zur Abnahme dieser Prüfung belegt wird.

(6) Die Fachprüfungen in den im Absatz 2 aufgeführten Fächern finden als mündliche Prüfungen statt. Die Dauer der einzelnen mündlichen Prüfung beträgt ca. 30 Minuten. Außerdem ist eine Klausur in einem der Fächer nach Absatz 2 Buchstabe a, b oder c nach Wahl des/der Kandidat/in zu schreiben. Für die Klausur stehen in den Fächern nach Abs. 2 Buchstabe a fünf Stunden, in allen übrigen Fächern vier Stunden Bearbeitungszeit zur Verfügung; sie wird in der Regel von zwei Prüfern/innen bewertet. Eine/r der Prüfer/innen muß Professor/in sein. Es gibt pro Semester mindestens einen Klausurtermin, der zu Beginn jedes Semesters vom/n der Vorsitzenden des Prüfungsausschusses durch Aushang bekanntgegeben wird.

(7) Die Verteilung der Fachprüfungen auf Prüfungstermine und die Relation zur Diplomarbeit regelt § 15.

§ 15 Verteilung der Prüfungen; Zulassung

(1) Bei der Diplomprüfung können die Studierenden wählen, ob sie die Fachprüfungen (einschließlich der Klausur) als Block- oder als Staffelprüfung ablegen wollen. Entscheidet sich der/die Kandidat/in für die Blockprüfung, so ist diese nach Abgabe der Diplomarbeit abzulegen. Entscheidet sich der/die Kandidat /in für die Staffelprüfung, so sind maximal zwei Prüfungsabschnitte möglich. Davon darf der erste Prüfungsabschnitt höchstens fünf Prüfungen umfassen, von denen eine die Klausur sein muß; das bedeutet, daß der zweite Prüfungsabschnitt mindestens drei Prüfungen umfassen muß. Die Abgabe der Diplomarbeit stellt dabei eine Zulassungsvoraussetzung für den zweiten Prüfungsabschnitt dar.

(2) Die Zulassung gliedert sich in die Zulassung zur Diplomarbeit und die Zulassung zu den Fachprüfungen.

(3) Zur Diplomarbeit wird zugelassen, wer
1. die Diplom-Vorprüfung in Psychologie an einer wissenschaftlichen Hochschule im Geltungsbereich des Grundgesetzes oder einer gem. § 6 Abs. 4 als gleichwertig anerkannte Prüfung erbracht hat,
2. eine berufspraktische Tätigkeit entweder in Form eines (externen) Halbjahrespraktikums oder von Praktika von insgesamt 12 Wochen Dauer nachweist (vgl. die Erläuterungen im Studienplan),
3. im Diplomstudiengang Psychologie der Universität Heidelberg immatrikuliert ist und
4. im Falle der Staffelprüfung den ersten Prüfungsabschnitt absolviert hat.

(4) Der Antrag auf Zulassung zur Diplomarbeit ist schriftlich zu stellen. Dem Antrag sind beizufügen:
1. Nachweise über das Vorliegen der in Absatz 3 genannten Zulassungsvoraussetzungen,
2. ein Vorschlag für den Themenbereich, dem das Thema der Diplomarbeit entnommen werden soll sowie gegebenenfalls eine Erklärung darüber, daß eine Gruppenarbeit gewünscht wird, wobei höchstens zwei Koautoren/innen zu benennen sind, deren Einverständnis nachzuweisen ist,
3. ein Prüfervorschlag,
4. eine Erklärung darüber, ob der/die Kandidat/in bereits eine Diplom-Vorprüfung oder eine Diplomprüfung in Psychologie nicht bestanden hat oder ob er/sie sich in einem Prüfungsverfahren befindet. Diese Erklärung entfällt, wenn sie schon im Rahmen einer Staffelprüfung zum ersten Prüfungsabschnitt der Fachprüfungen vorgelegt worden ist.

(5) Zu den Fachprüfungen kann nur zugelassen werden, wer über die Zulassungsvoraussetzungen nach Absatz 3 hinaus folgendes nachweist:
1. ein ordnungsgemäßes Studium im zweiten Studienabschnitt nach Maßgabe des Studienplans,
2. die erforderlichen Leistungsnachweise für die in dem jeweiligen Prüfungsabschnitt abzulegenden Fachprüfungen (s. u. Absatz 7),
3. das Vorliegen eines Berichts über die berufspraktische(n) Tätigkeit(en).

(6) Der Antrag auf Zulassung zu den Fachprüfungen (bei Staffelprüfungen zu einem der Prüfungsabschnitte gemäß Abs. 1) ist schriftlich zu stellen. Dem Antrag sind beizufügen:
1. die Nachweise über das Vorliegen der in Absatz 5 genannten Zulassungsvoraussetzungen,
2. eine Erklärung, aus der hervorgeht, welches forschungsorientierte Vertiefungsfach und welches nichtpsychologische Wahlpflichtfach gewählt wird,
3. bei einer Staffelprüfung eine Erklärung darüber, welche Fächer während des ersten Prüfungsabschnitts absolviert werden sollen,
4. gegebenenfalls (d. h. bei Blockprüfung bzw. im Fall der Staffelprüfung bei der Anmeldung zum zweiten Prüfungsabschnitt) die fertiggestellte Diplomarbeit (entsprechend § 17).

(7) Als notwendige Leistungsnachweise für die Pflicht- bzw. Wahlpflichtfächer gelten:
1. je ein qualifizierter Übungs- oder Seminarschein in den beiden Methodenfächern,
2. ein qualifizierter Übungs- oder Seminarschein in dem gewählten forschungsorientierten Vertiefungsfach,
3. ein qualifizierter Übungs- oder Seminarschein in dem Basisfach Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie,
4. in den beiden Schwerpunktfächern Klinische Psychologie und Psychotherapie sowie Pädagogische Psychologie jeweils zwei qualifizierte Scheine, von denen im Fach Klinische Psychologie und Psychotherapie einer ein Praktikumsschein, im Fach Pädagogische Psychologie einer ein Fallseminarschein sein muß.

§ 16 Mündliche Prüfungen

Für die Durchführung der mündlichen Prüfungen gilt § 10 entsprechend. Die maximale Dauer des Prüfungszeitraums der einzelnen Kandidaten/innen bestimmt sich nach der Anzahl der in dem jeweiligen Prüfungsabschnitt absolvierten Fachprüfungen (einschließlich Klausur). Für jede Fachprüfung steht maximal ein Monat Prüfungszeitraum zur Verfügung.

§ 17 Diplomarbeit

(1) Die Diplomarbeit soll zeigen, daß der/die Kandidat /in in der Lage ist, innerhalb einer gegebenen Frist ein Problem aus der Psychologie selbständig mit wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten.

(2) Die Diplomarbeit kann von jedem/r Professor/in, Hochschul- oder Privatdozenten/in ausgegeben, betreut und bewertet werden, der/die an dem durch diese Ordnung geregelten Studiengang beteiligt ist. Dem/r Kandidaten/in ist Gelegenheit zu geben, das Thema der Diplomarbeit und den/die Prüfer/in vorzuschlagen (s. o. § 15 Absatz 4).

(3) Soll die Diplomarbeit von einem/r Hochschullehrer/in betreut werden, der/die nicht an dem durch diese Ordnung geregelten Diplomstudiengang beteiligt ist, oder soll sie in einer Einrichtung außerhalb der Universität durchgeführt werden, bedarf es hierzu der Zustimmung des Prüfungsausschusses. Dem/r betreuenden Hochschullehrer/in kann in diesem Fall auch die Beurteilung der Arbeit übertragen werden.

(4) Auf schriftlichen Antrag sorgt der/die Vorsitzende des Prüfungsausschusses dafür, daß ein/e Kandidat/in rechtzeitig ein Thema für die Diplomarbeit erhält.

(5) Die Diplomarbeit kann auch in Form einer Gruppenarbeit angefertigt werden, wenn das Thema dies erforderlich und sinnvoll erscheinen läßt und wenn der als Prüfungsleistung zu bewertende Beitrag des/r einzelnen Bearbeiters/in aufgrund der Angabe von Abschnitten, Seiten oder anderen objektiven Kriterien, die eine eindeutige Abgrenzung ermöglichen, deutlich erkennbar und bewertbar ist und wenn die Anforderung nach Absatz 1 erfüllt ist.

(6) Das Thema der Diplomarbeit kann erst ausgegeben werden, wenn die in § 15 Abs. 3 genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Die Ausgabe erfolgt über den/die Vorsitzende/n des Prüfungsausschusses. Der Zeitpunkt der Ausgabe ist aktenkundig zu machen.

(7) Die Bearbeitungszeit für die Diplomarbeit beträgt sechs Monate. Die mit dem Thema gestellte Aufgabe für die Diplomarbeit muß innerhalb dieser Frist bearbeitet werden können. Das Thema kann nur einmal und nur innerhalb der ersten zwei Monate der Bearbeitungszeit zurückgegeben werden. Im Einzelfall kann der Prüfungsausschuß auf begründeten Antrag die Bearbeitungszeit ausnahmsweise um bis zu drei Monate verlangern.

(8) Bei der Abgabe der Diplomarbeit hat der/die Kandidat /in schriftlich zu versichern, daß er/sie seine/ihre Arbeit -bei einer Gruppenarbeit seinen/ihren entsprechend gekennzeichneten Anteil der Arbeit- selbständig verfaßt und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel und Quellen benutzt hat. Die Diplomarbeit ist in dreifacher Ausfertigung einzureichen.

§ 18 Annahme und Bewertung der Diplomarbeit

(1) Die Diplomarbeit ist fristgemäß beim/bei der Vorsitzenden des Prüfungsausschusses einzureichen. Der Abgabezeitpunkt ist aktenkundig zu machen. Wird die Diplomarbeit nicht fristgemäß eingereicht, gilt sie als mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet.

(2) Die Diplomarbeit ist in der Regel von dem/der Betreuer/in und einem/r zweiten Prüfer/in zu bewerten. Prüfer/innen können nur Professoren/innen, Hochschul- und Privatdozenten/innen sein. Bei nicht übereinstimmender Beurteilung wird die Note der Diplomarbeit als Durchschnitt der Notenvorschläge der Prüfer festgelegt. § 11 Abs. 3 gilt entsprechend.

§ 19 Zusatzfächer

(1) Der/die Kandidat/in kann sich in weiteren als den vorgeschriebenen Fächern (Zusatzfächer) einer Prüfung unterziehen.

(2) Das Ergebnis der Prüfung in diesen Fächern wird auf Antrag des/r Kandidaten/in in das Zeugnis aufgenommen, jedoch bei der Festsetzung der Gesamtnote nicht mit einbezogen.

§ 20 Bewertung der Prüfungsleistungen/Bestehen der Diplomprüfung

(1) Für die Bewertung der Fachprüfungen und der Diplomarbeit gilt § 11 Abs. 1 und 2 entsprechend.

(2) Die Gesamtnote wird aus dem arithmetischen Mittel der Noten in den Fachprüfungen und der mit 2 gewichteten Note der Diplomarbeit gebildet. § 11 Abs. 3 gilt entsprechend.

(3) Die Diplomprüfung ist bestanden, wenn sämtliche Fachprüfungen und die Diplomarbeit mit mindestens "ausreichend" (4,0) bewertet wurden.

§ 21 Wiederholung der Diplomprüfung

(1) Die Fachprüfungen und die Diplomarbeit können bei "nicht ausreichender" Leistung einmal wiederholt werden. Eine Rückgabe des Themas der zweiten Diplomarbeit in der in § 17 Abs. 7 Satz 3 genannten Frist ist nur zulässig, wenn der/ die Kandidat/in bei seiner/ihrer ersten Diplomarbeit von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht hatte.

(2) Für eine zweite Wiederholung von Fachprüfungen gilt § 12 Abs. 2 entsprechend. Dagegen ist eine zweite Wiederholung der Diplomarbeit ausgeschlossen.

(3) Die Frist, innerhalb derer eine Wiederholungsprüfung abzulegen ist, bestimmt der Prüfungsausschuß.

§ 22 Zeugnis

(1) Nach Bestehen der Fachprüfungen erhält der/die Kandidat/in über das Ergebnis der Diplomprüfung ein Zeugnis. § 13 gilt entsprechend, § 19 ist zu beachten. In das Zeugnis werden das Thema und die Note der Diplomarbeit aufgenommen.

(2) Das Zeugnis trägt das Datum des Tages, an dem die letzte Prüfungsleistung erbracht worden ist. Es wird vom Dekan der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften und von dem/r Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unterzeichnet.

§ 23 Diplom

(1) Nach der Ausstellung des Zeugnisses wird dem/r Kandidaten/in ein Diplom mit dem Datum des Zeugnisses ausgehändigt. Darin wird die Verleihung des Grades "Diplom-Psychologin" bzw. "Diplom-Psychologe" beurkundet.

(2) Das Diplom wird vom Dekan der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften und von dem/r Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unterzeichnet und mit dem Siegel der Universität versehen.

IV. Schlußbestimmungen

§ 24 Ungültigkeit der Diplom-Vorprüfung und der Diplomprüfung

(1) Hat der/die Kandidat/in bei einer Prüfung getäuscht und wird diese Tatsache erst nach der Aushändigung des Zeugnisses bekannt, so kann der Prüfungsausschuß nachträglich die Noten für diejenigen Prüfungsleistungen, bei deren Erbringung der/die Kandidat/in getäuscht hat, entsprechend berichtigen und die Prüfung ganz oder teilweise für nicht bestanden erklären.

(2) Waren die Voraussetzungen für die Zulassung zu einer Prüfung nicht erfüllt, ohne daß der/die Kandidat/in hierüber täuschen wollte, und wird diese Tatsache erst nach Aushändigung des Zeugnisses bekannt, so wird dieser Mangel durch das Bestehen der Prüfung geheilt. Hat der/die Kandidat/in die Zulassung vorsätzlich zu Unrecht erwirkt, so entscheidet der Prüfungsausschuß unter Beachtung des Landesverwaltungsverfahrensgesetzes über die Rücknahme des Diploms/Zeugnisses.

(3) Dem/der Kandidaten/in ist vor einer Entscheidung Gelegenheit zur Äußerung zu geben.

(4) Das unrichtige Diplomzeugnis ist einzuziehen, gegebenenfalls ist ein neues zu erteilen. Eine Entscheidung nach Absatz 1 und Absatz 2 Satz 2 ist nach einer Frist von fünf Jahren ab dem Datum des Prüfungszeugnisses ausgeschlossen.

§ 25 Einsicht in die Prüfungsakten

Nach Abschluß des Prüfungsverfahrens wird dem/der Kandidaten/in bis zum Ablauf eines Jahres auf Antrag Einsicht in seine/ihre schriftlichen Prüfungsarbeiten, die darauf bezogenen Gutachten der Prüfer, in die Prüfungsprotokolle und gegebenenfalls in ihn/sie betreffende Beschlüsse des Prüfungsausschusses gewährt.

§ 26 Inkrafttreten; Übergangsbestimmungen

(1) Diese Prüfungsordnung tritt am 15. Oktober 1990 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Prüfungsordnung vom 1. Juni 1976 (K.u.U. 1976, S. 1564) nach Maßgabe der Absätze 2 und 3 außer Kraft.

(2) Wer zu diesem Zeitpunkt bereits das Studium der Psychologie aufgenommen, aber die Diplom-Vorprüfung noch nicht abgelegt hat, kann diese entweder
a) bis Anfang des WS 1992/93 nach der Prüfungsordnung vom 1.6.1976 oder
b) ab WS 1990/91 nach der am 15.10.1990 in Kraft getretenen Prüfungsordnung ablegen.

(3) Wer zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Prüfungsordnung bereits die Diplom-Vorprüfung abgelegt hat,
a. muß die Diplomprüfung nach der alten Prüfungsordnung vom 1.6.1976 ablegen, sofern er/sie nach dieser (alten) Prüfungsordnung bis zum 30.9.1992 eine ordnungsgemäße Zulassung zur Diplomprüfung erwirkt hat, oder
b. muß die Diplomprüfung nach der (neuen) Prüfungsordnung vom 1.10.1990 ablegen, wenn der Antrag auf Zulassung zur Prüfung nach dem 1.10.1994 gestellt wird, oder
c. kann wählen, nach welcher der beiden vorher genannten Prüfungsordnungen er/sie die Diplomprüfung ablegen will, sofern der Antrag auf Zulassung zur Prüfung zwischen dem 1.10.1992 und dem 30.9.1994 gestellt wird und die nach der gewählten Prüfungsordnung notwendigen Zulassungsvoraussetzungen vorgelegt werden; für Lehrveranstaltungen gemäß der (alten) Prüfungsordnung (vom 1.6.1976), die ab dem 1.10.1992 nicht mehr angeboten werden, legt der Prüfungsausschuß Äquivalenzen fest und gibt diese durch Aushang bekannt.


Veröffentlicht im Amtsblatt "Wissenschaft und Kunst" (W.u.K.) vom 18. Januar 1991, Seite 56.
Die Prüfungsordnung wurde textlich berichtigt durch Bekanntmachung des MWF vom 19. Oktober 1993 (W.u.F. 1993, S. 323). 


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