Teilprojekt A6: "Situationsabhängige Steuerungsprozesse bei der Produktion ereignisbezogener Äußerungen"

Fachrichtung: Psychologie, Sprach- und Kognitionspsychologie
Leiter: Dr. Joachim Grabowski
mail: fpjg@rummelplatz.uni-mannheim.de
Mitarbeiter: Dr. Ralf Rummer
mail: rummer@restrum.uni-mannheim.de
Petra Weiß, Dipl.-Psych.
mail: weissp@restrum.uni-mannheim.de
Anschrift: Universität Mannheim
Lehrstuhl Psychologie III
Schloß, Ehrenhof Ost
D-68131 Mannheim
Tel.: +49 (0)621 292-1482
Fax: +49 (0)621 292-2863
Förderungszeitraum:1/1992 - 12/1996

Thema des Projekts

In diesem Teilprojekt werden zwei Forschungsschwerpunkte miteinander verknüpft: Zum einen wird versucht, Beziehungen zwischen Eigenschaften der Kommunikationssituation (wie z.B. das Ziel, einen Hörer zu unterhalten, respektive zu informieren oder der Institutionalisiertheitsgrad der Situation) und den an der Sprachproduktion beteiligten Prozessen der Selektion, Linearisierung und Konstruktion von Äußerungsteilen aufzudecken.

Zum anderen werden situationsspezifische Arten der Steuerung der Sprachproduktion untersucht. Dabei wird zwischen vier Steuerungsarten unterschieden, die sich auf den Dimensionen kognitive Beanspruchung und Flexibilität des Prozesses beschreiben lassen.

Im Rahmen der bisherigen Projektarbeit konnte - neben einem Zusammenhang zwischen der Kommunikationssituation und der Beschaffenheit der Äußerungen - ein Einfluß der Kommunikationssituation auf die Art des Steuerungsprozesses nachgewiesen werden. Es ergaben sich erste Hinweise darauf, daß die Sprechplanung in institutionalisierten Kontexten (unter dem Sprecherziel, den Partner zu informieren) nur in geringem Maße flexibel und weniger kognitiv beanspruchend ist als in informellen Kontexten (unter dem Sprecherziel, den Partner zu unterhalten). Hier ist die Sprechplanung flexibler und das Arbeitsgedächtnis des Sprechers wird in höherem Maße beansprucht.

Auf der Basis dieser Befunde wurden wissensdiagnostische Verfahren entwickelt, die am Beispiel von ereignisbezogenen Zeugenaussagen (Lügendiagnostik) und dem schriftlichen versus mündlichen Wissensabruf geprüft werden.


Ausgewählte Literatur:

Grabowski, J. (im Druck). Writing and Speaking: Common Grounds and Differences. Towards a Regulation Theory of Written Language Production. In M. Levy & Randsell (eds.), The Science of Writing. Hillsdale, NJ: Erlbaum.

Grabowski, J., Vorwerg, C. & Rummer, R. (1994). Writing as a Tool for Control of Episodic Representation. In G. Eigler & Th. Jechle (eds.), Text Production: Current Trends in European Research (pp. 55-68). Freiburg: Hochschulverlag.

Herrmann, Th. & Grabowski, J. (1995). Pre-Terminal Levels of Process in Oral and Written Language Production. In U. M. Quasthoff (ed.), Aspects of Oral Communication (pp. 67-87). Berlin: Walter de Gruyter.

Herrmann, Th. & Grabowski, J. (1994). Sprechen - Psychologie der Sprachproduktion. Heidelberg: Spektrum.

Rummer, R. (im Druck). Kognitive Beanspruchung beim Sprechen: Ein experimentelles Paradigma zur Erforschung komplexer sprachlicher Planungsprozesse. Weinheim: Psychologie Verlags Union.

Rummer, R., Grabowski, J. & Vorwerg, C. (1995). Kontrollprozesse beim Sprechen: Flexibilität und Determination der ereignisbezogenen Äußerungsplanung. Zeitschrift für Psychologie, 203, 25-51.


Schlüsselwörter: Kognitionspsychologie, Sprachpsychologie, Handlungsplanung
Hinweise und Kommentare an Dr. Joachim Grabowski