Teilprojekt A4: "Dynamik der Objektreferenz"

Fachrichtung: Psychologie, Sprachpsychologie, kognitive Psychologie, Theorie der Objektreferenz
Leiter: PD Dr. Roland Mangold
mail: r.mangold@rz.uni-sb.de
Anschrift: Universität des Saarlandes
Fachrichtung Psychologie, Bau 1
Postfach 15 11 50
D-66041 Saarbrücken
Tel.: +49 (0)681 302-3303
Fax: +49 (0)681 302-3628
Förderungszeitraum:4/1989 - 12/1994

Thema des Projekts

In diesem Projekt wurden drei Forschungsstränge verfolgt: Zum einen sollten Bedingungen aufgedeckt werden, die Form und Inhalt von sprachlichen Bezugnahmen auf Objekte bestimmen. Zum anderen sollten die gefundenen Bedingungen in einem Prozeßmodell der Benennung eines Objektes eingeordnet werden, das Aussagen über die kognitiven Vorgänge gestattet, die sich bei der Benennung eines Objektes einstellen. Schließlich sollten diese Annahmen - neben ihrer empirischen Absicherung - auch auf dem Wege der konnektionistischen Modellierung auf Rechnern überprüft werden.

In der Bedingungsanalyse konnte eine Reihe von Faktoren isoliert werden, die die Beschaffenheit von Objektbenennungen determinieren. Dazu gehören Faktoren wie die Prozeßeigenschaften der perzeptuellen Objektanalyse, das kommunikative Ziel, das ein Sprecher mit seinen Äußerungen (und insbesondere mit den Objektbenennungen) verfolgt, und wahrgenommene sowie unterstellte Eigenschaften des Partners. Insgesamt findet sich ein komplexes Geflecht von kognitiven und kommunikativen Faktoren, die in vielfältigen Interaktionen auf die Beschaffenheit von Objektbenennungen wirken.

Die Prozeßanalyse hat Indizien für einen in Kaskaden verlaufenden Prozeß der Objektbenennung erbracht. Dieser Prozeß läßt sich in drei Phasen einteilen (Objektwahrnehmung, Konzeptgenerierung und Generierung einer Wortform), die nacheinander initiiert werden, in denen dann aber parallel Informationen verarbeitet werden.

Mit Hilfe von konnektionistischen Netzwerken konnten Ausschnitte dieser Prozesse modelliert werden. So konnten Auswirkungen der Partnereigenschaften am Beispiel der Kategorisierung ebenso dargestellt werden wie die Einflüsse eines episodischen Gedächtnisses, in dem die bereits erfolgte Interaktion repräsentiert ist, auf die Auswahl des Artikels einer Nominalphrase.


Literatur

Kiefer, M., Mangold-Allwinn, R. & Barattelli, S. (1995). Vom generierten Konzept zum enkodierten Wort: Zur Determination der lexikalischen Spezifität von Objektbenennungen. Linguistische Berichte, 159, 381-411.

Mangold-Allwinn, R., Barattelli, S., Kiefer, M. & Koelbing, H.G. (1995). Wörter für Dinge. Von flexiblen Konzepten zu variablen Benennungen. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

Mangold-Allwinn, R., von Stutterheim, C., Barattelli, S., Kohlmann, U. & Koelbing, H.G. (1992). Objektbenennung im Diskurs. Eine interdisziplinäre Untersuchung. Kognitionswissenschaft, 3, 1-11.


Hinweise und Kommentare an PD Dr. Roland Mangold