Teilprojekt A1: Äuß,erungsaufbau

Fachrichtung: Linguistik, Psycholinguistik, Syntax, Pragmatik
Leiter: Prof. Dr. Rainer Dietrich
mail: Rainer=Dietrich@rz.hu-berlin.de
Mitarbeiter: Dr.Angelika Becker
Daniel Glatz, M.A.
Ingeborg Gutfleisch-Rieck, M.A.
Stephan Schmidt, Dipl.-Übers.
Daniel Glatz, M.A.
Anschrift: Humboldt Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät II
Institut für deutsche Sprache
Glinkastr. 18-24
D-10099 Berlin
Tel.: +49 (0)30 201966-72, -73
Fax: +49 (0)30 201966-01
Förderungszeitraum:4/1989 - 12/1994

Thema des Projekts

Gegenstand des Projekts war die Organisation der freien Wortstellung im Deutschen. Nach genauer Spezifikation des Konzepts "freie Wortstellung" wurde versucht, die Faktoren, die die Wortstellungsvariation im Deutschen determinieren, zu isolieren und theoretisch zu verankern. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt bestand darin, die Interaktion der postulierten Faktoren zu untersuchen. Datengrundlage bildeten im wesentlichen unter kontrollierten Bedingungen erhobene, spontan produzierte mündliche Texte.

Als Ergebnis der Analyse ließen sich fünf reihungsrelevante Faktoren semantischer und kontextrelationaler Provenienz bestimmen: Agentivität, Topik/Fokus, Referentielle Bewegung, Identifiziertheit sowie Koreferenz (äußerungsintern). Die zweit- und drittgenannten Faktoren sind unmittelbar am Textaufbau-Modell des TP A2 orientiert.

Im Unterschied zu den syntaktischen Wortstellungsregeln wirken die einschlägigen semantischen und diskursrelationalen Regularitäten nicht einzeln und unabhängig auf die zu reihenden Segmente, sondern kumulativ. Es zeigte sich, daß das Grundprinzip dieses Regulationsbereiches zwar als eine Art Wettbewerb charakterisierbar ist, nicht aber als interfaktorielle Konkurrenz, sondern als Wettbewerb der zu reihenden Segmente selbst um die zu besetzenden Positionen und zwar nach genau angebbaren Gesetzmäßigkeiten einer Segmentbewertung. Eine monographische Behandlung des Themenbereichs ist in Vorbereitung.


Hinweise und Kommentare an Prof.Dr.Rainer Dietrich.