Die Kuriosität der folgenden Zitate
rührt daher, dass die verwendeten generischen oder generisch maskulinen
Formen die gemeinten Personen ungenau oder regelrecht falsch bezeichnen.
Die aus diesen Beispielen resultierende Konsequenz ist ein Plädoyer
für eine größere Präzision bei der Bezeichnung von
Personen. Generell sollten generische Personenbezeichnungen nur dort vewendet
werden, wo das Geschlecht der Personen auch in allen inhaltlichen Bezügen
des Satzkontextes keine Rolle spielt. Beispielsweise sollte nicht Mensch
gesagt
werden, wenn eigentlich Mann gemeint ist (s.u.), sollten Frauen
mit femininen Bezeichnungen benannt werden, statt sie unter generischen
Maskulina zu subsumieren, deren Status als geschlechtsspezifische oder
-unspezifische Form häufig uneindeutig ist. Werden generische Formen
benötigt, sind vor allem solche für eine geschlechtsunspezifische
Benennung geeignet, die nicht formal als Maskulinum gekennzeichnet sind
(z.B. Studierende statt Studenten). Eine umfangreiche und
pragmatische Sammlung von Vorschlägen findet sich in den Sprachrichtlinien
der UNESCO (deutsch
,
englisch/
französisch).
" Kein gesunder Mensch kann 3 oder 6 Wochen
ohne Frau auskommen." (Fußballtrainer Rehhagel über mehrwöchige
Trainingslager. Spiegel 83.7.165)". (Pusch, 1984, S. 107)
"Jede Sprache entwickelt sich (...) nicht
anders als jeder Mensch sich vom Kind zum Jüngling, vom Jüngling
zum Mann und zum Greis entwickelt'. (Staiger, 1968:208)" (Pusch, 1984,
S. 107)
o.b.-Faltblättchen (bis Ende 1982):
"Die Menstruation ist bei jedem ein bißchen anders." (Pusch, 1984,
S. 149)
" Kfz-Mechaniker wird Schauspielerin" (Schlagzeile;
Neue Westphälische, 7.4.83)" (Pusch, 1990, S. 46)
"Erst war ich Arbeitsgruppenleiter in einer
Obstbaubrigade, danach FDJ-Sekretär, dann brauchten sie mich im Gemüsebau.
Ich habe 24 Mann in der Brigade, 23 sind Frauen." (Aus einem Interview
mit einer Arbeiterin aus der DDR)" (Pusch, 1990, S. 77)
"Sozialreport 1994 widerspricht Klischee
vom „Jammer-Ossi“ / Verlierer der Einheit sind vor allem Arbeitslose, ABM-Kräfte
und Frauen.“ (Frankfurter Rundschau,
6.10.94, S.1)
"Die Zahl der Gehörlosen in den Vereinigten
Staaten wird gegenwärtig auf nahezu 200 000 geschätzt. Der typische
erwachsene Gehörlose ist mit einer hörunfähigen Frau verheiratet
und hat einen festen Arbeitsplatz." (Furth, G. H. (1972). Denkprozesse
ohne Sprache. Düsseldorf: Schwann, S. 32)
"Arbeitsverbot für Ausländer
gilt auch für Prostitution" (FAZ, 15.4.2000, Nr. 90, S. 1)