Richtlinien und Beispiele für einen nicht-sexistischen Sprachgebrauch
 
 
Inhalt :
Argumente für und gegen die Verwendung von generischen Maskulina
Contra- & Pro-Argumente: Das generische Maskulinum hat eine lange Tradition
Wandel ist umständlich und schwierig
Cross-cultural Argument
Zusammenhang zwischen Sprach- und Gesellschaftsstruktur 
Sprache verändert nicht gesellschaftliche Benachteiligung
Sprache selbst ist nicht sexistisch 
Freiheit der Sprache
Historische und literarische Dokumentation 
 
Pro
Contra
  • Das generische Maskulinum hat eine lange Tradition und kann nicht ohne weiteres abgeschafft werden.
  • Tatsächlich ist die Verwendung des Maskulinums als generisches Genus eine sprachgeschichtlich junge Erscheinung (bspw. erfolgte eine offizielle Einführung für  die britischen Acts of Parliament 1850, und dies im übrigen unter Protesten von Abgeordneten, die auf mögliche Mißverständnisse durch diese Regelung hinwiesen: Frauen könnten nun Rechte für sich beanspruchen, die ihnen gar nicht zustanden).
  • Wandel des Sprachgebrauchs ist zu umständlich und schwierig.
  • Oft werden für dieses Argument schwer verständliche und kaum mehr vorlesbare Satzkonstruktionen als Beispiele genannt. Dem ist eine große Vielfalt an Alternativen zu generischen Maskulina entgegenzuhalten, wie sie z.B. die UNESCO-Richtlinien (zu finden unter: Bibliothek/ Publikationen/ Online-Publikationen) aufweisen, beginnend mit Satzkonstruktionen, die die Zuspitzung auf eine Personenbezeichnung vermeiden, der Verwendung von Begriffen ohne eindeutiges grammatisches Geschlecht wie bspw. "die Studierenden" statt  "die Studenten", der Nutzung geschlechtsneutraler Bezeichnungen wie "Arbeitskraft" statt "Arbeiter" etc.
  • „cross-cultural“ Argument: Wenn ein Zusammenhang zwischen sexistischer Sprache und der gesellschaftlichen Position von Frauen besteht, muß in Kulturen oder Ländern, die kein Genussystem zuungunsten der Frauen haben, deren gesellschaftlicher Status höher sein.
  • Die Behauptung eines Zusammenhangs zwischen sexistischer Sprache einerseits und einem niedrigen gesellschaftlichen Status von Frauen andererseits wird nicht dadurch widerlegt, daß es auch Benachteiligungen von Frauen in Sprachräumen ohne ein entsprechendes Genussystem gibt.
  • Der Zusammenhang zwischen Sprach- und Gesellschaftsstrukturen ist  fragwürdig: Es besteht nur dann ein Anlaß für eine Sprachveränderung, wenn die These des Zusammenhangs zwischen Sprach- und Gesellschaftsstrukturen weitgehend akzeptiert ist.
  • Sexistische, rassistische oder allgemein diskriminierende Sprache kann von vornherein - auch ohne Beweispflicht für konkrete gesellschaftliche Auswirkungen - abgelehnt werden.
  • Beim generischen Maskulinum kann man insofern von einer sexistischen Sprachregelung sprechen, als Frauen aufgrund ihres Geschlechts eine geringere Chance haben, in der Sprache explizit benannt zu werden. 
  • Belege sozialer oder gesellschaftlicher Auswirkungen von Sprache finden sich in verschiedenen Arbeiten der Literaturliste.
  • Sprache verändert nicht gesellschaftliche Benachteiligung sondern umgekehrt.
  • Die Sprache ist ein wichtiges Ausdrucksmittel gesellschaftlicher Werte und insofern selbst bedeutsam. 
  • Die Veränderung einer diskriminierenden Sprache ist nicht mehr oder weniger wichtig als die Beseitigung von Benachteiligung in anderen Bereichen.
  • Die Sprache selbst ist nicht sexistisch: „Wenn ich das Maskulinum in geschlechtsneutralen Kontexten gebrauche, meine ich tatsächlich Frauen genauso wie Männer."
  • Es wird versucht, den Charakter einer Aussage von der Intention der Person abhängig zu machen. Die gute Absicht ist aber kein hinreichender Grund für eine Sprachverwendung, die ideologische Wurzeln hat und nachweislich Frauen und Männer nicht in gleicher Weise repräsentiert.
  • Freiheit der Sprache: Regelungen zur Vermeidung sexistischer Sprache für Gesetzestexte, Publikationen, etc. stellen einen unzulässigen Eingriff in die Freiheit der Sprache dar.
  • Hinweise auf diskriminierende Sprache und Vorschläge zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs stehen neben zahlreichen anderen Hinweisen formaler und inhaltlicher Art in Publikationsmanualen von Berufsverbänden, Verlagen, etc. 
  • Sprachwandel verfälscht historische, literarische etc. Dokumente.
  • Es wird fälschlicherweise unterstellt, es sollten auch literarische Texte, historische Dokumente usw. umgeschrieben werden. Das ist weder unser Anliegen, noch das uns bekannter Forscherinnen und Forscher zum generischen Maskulinum. 
Fazit: Die hier diskutierten Argumente gegen einen veränderten Sprachgebrauch  können die weitere generische Verwendung des Maskulinums nicht rechtfertigen. Es bleibt festzuhalten, daß eine Veränderung des Sprachgebrauchs in die Richtung einer gleichberechtigten Sprache weder trivial, noch unmöglich ist. Sie zielt auf eine größere Präzision im System der Personenbezeichnungen sowie auf eine vergleichbare Repräsentation beider Geschlechter in der Sprache. 
 
Contra- & Pro-Argumente: Lange Tradition
Wandel ist umständlich und langwierig
Cross-cultural Argument
Zusammenhang zwischen Sprach- und Gesellschaftsstruktur
Sprache verändert nicht gesellschaftliche Benachteiligung
Sprache selbst ist nicht sexistisch 
Freiheit der Sprache
Historische und literarische Dokumentation
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Inhalt :  Hintergrund
Argumente pro und contra generische Maskulina
Kuriositäten durch die Uneindeutigkeit maskuliner Formen 
Alternativen zu generischen Maskulina
Literatur
Seite erstellt am 22.12.2000 durch Dr. Lisa Irmen und Claudia Sander , Psychologisches Institut Heidelberg 
Letzte Änderung am 19.03.02
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