Richtlinien und Beispiele für einen nicht-sexistischen Sprachgebrauch
 
 
Inhalt :
Alternativen zu generischen Formen
Alternativen: 1. Legaldefinition    2.Splitting    3.Kurzformen des Splittings   4.Geschlechtsneutralisation/-abstraktion
Sprachrichtlinien der UNESCO: deutsch engl./franz.
 
Im folgenden werden einige Alternativen zu generischen Maskulina systematisch zusammengestellt und kurz kommentiert (s. dazu auch Schweizerische Bundeskanzlei, 1991). Zudem befinden sich auf dieser Seite auch Links zu den Sprachrichtlinien der UNESCO für Deutsch, Englisch und Französisch.
 

1.Legaldefinition

Eine Legaldefinition wird einem Text vorangestellt. Sie erläutert, daß die nachfolgend verwendeten maskulinen Personenbezeichnungen Frauen gleichermaßen miteinbeziehen.

Beispiel:    "Diese Verordnung regelt die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern ( im folgenden Lehrer genannt)."

Bewertung:

  • Die Anmerkung wird im Laufe des Textes vergessen oder nicht mehr beachtet. Es ist nicht damit zu rechnen, die mentalen Repräsentationen der Lesenden durch diesen Hinweis nachhaltig zu beeinflussen.


2.Splitting

Alle Personen werden sowohl in weiblicher als auch in männlicher Form aufgeführt.
Sie werden durch Konjunktionen wie und und oder verbunden.
Bei verkürzten Versionen (Kurzformen) werden Klammern und Schrägstrich verwendet.

Beispiele:

  • alle Lehrerinnen und Lehrer des Kollegiums
  • der Dozent oder die Dozentin sollte...
  • Bewertung:
    • Eine Gleichbehandlung der Geschlechter ist gegeben.
    • Die Grammatik (bspw. Bezüge von Pronomen) muß an die gesplitteten Formen angeglichen werden, d.h. diese Alternative ist vor allem anwendbar bei kurzen, unverschachtelten Satzkonstruktionen.


    3.Kurzformen des Splittings

    Bei verkürzten Versionen des Splittings werden Klammern, Schrägstrich oder das großeverwendet.

    Beispiele:

  • Frau/ Mann
  • Gärtner(in), Gärtner/in, GärtnerIn
  • Bewertung:
  • Da Klammern, Schrägstrich oder Großschreibung, die den generischen Charakter der Formen wie Gärtner/in kennzeichnen, nicht mitgesprochen werden können, erscheinen solche Kurzformen des Splittings in der gesprochenen Sprache als Feminina.
  • Empirische Untersuchungen zeigen, daß das große I auch gelesen eher als generisches Femininum fungiert. Die Gleichbehandlung der Geschlechter ist somit nicht gegeben.
  • Für das Beispiel Frau/Mann gilt die Bewertung der Splittingformen.

  • 4.Geschlechtsneutralisierung/ -abstraktion

    Zur Bezeichnung von Personen werden Sprachformen gewählt, die im Maskulinum und im Femininum dieselben Formen aufweisen und somit nicht formal als Maskulinum gekennzeichnet sind, während eine abweichende feminine Form existiert. Alternativ werden Begriffe verwendet, die in eindeutiger Weise vom Geschlecht der bezeichneten Personen abstrahieren.

    Beispiele:

  • Reisende, Abgeordnete, Auszubildende
  • die Person, die Hilfskraft, das Mitglied
  • Bewertung: Eine Gleichbehandlung der Geschlechter ist gegeben.  Inwiefern das grammatische Geschlecht von Wörtern wie Hilfskraft oder Mitglied, zu denen es keine Form in einem anderen grammatischen Genus gibt, die Vorstellung der mit ihnen bezeichneten Personen beeinflusst, ist Gegenstand laufender Forschung.
    Keine der hier aufgeführten Alternativen kann alleine und ausschliesslich generisch maskuline Formen ersetzen. Nicht alle sind für alle Kontexte geeignet. Flexibilität und Kreativität sind generell gefordert, um bei der angestrebten Eindeutigkeit im System der Personenbezeichnungen stilistisch befriedigende Formen zu finden. Die nachfolgenden UNESCO-Richtlinien sind dazu voller nützlicher Ratschläge.
    Sprachrichtlinien der UNESCO:
     
    deutsch: 
    Hellinger, M. & Bierbach, C. (1993). Eine Sprache für beide Geschlechter. Bonn: Deutsche Unesco Kommission
  • als pdf-File
  • über die Homepage der Deutschen UNESCO - Kommission (zu finden unter: Bibliothek/ Publikationen/ Online-Publikationen)
  • englisch/französisch:
    Pavlic, B. (1999). Guidelines on Gender-Neutral Language./Pour l'égalité des sexes dans le langage. Paris: Unesco Publishing
     
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    Inhalt : Hintergrund
    Argumente pro und contra generische Maskulina
    Kuriositäten durch die Uneindeutigkeit maskuliner Formen 
    Alternativen zu generischen Maskulina
    Literatur
    Seite erstellt am 22.12.2000 durch Dr. Lisa Irmen und Claudia Sander , Psychologisches Institut Heidelberg 
    Letzte Änderung am 14.04.04
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