Alumni | Jahrgangslisten | Diplomfeiern

         

Ansprache des stv. GD Prof. Funke anläßlich der 8. Diplomfeier am 15.12.2006

Liebe Alumni des Jahres 2006, liebe Angehörige und Freunde unserer Diplomierten, liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist mir eine große Freude, sie alle heute zu unserer 8. Diplomfeier begrüßen zu dürfen! Mein Name ist Joachim Funke und ich vertrete den Lehrstuhl für Allgemeine und Theoretische Psychologie. Zugleich vertrete ich heute auch unsere Geschäftsführende Direktorin, Prof. Sabina Pauen, die einen Gutachtertermin in Hannover wahrnehmen muss und sich entschuldigen lässt. IIn meiner Funktion als Vorsitzender unseres Ehemaligen-Vereins, den Alumni Psychologici, freue ich mich, dass die erstmals im Januar 1999 abgehaltene und von den Alumni Psychologici finanzierte Diplomfeier zu einem etablierten Fest in unserem Haus geworden ist und langsam den Kinderschuhen entwächst.

Als wir diese Feier erstmalig geplant hatten, war das Bestreben (und ist es heute noch), unsere Erleuchteten - die Alumni - nicht "einfach so" weggehen zu lassen, sondern in einem feierlichen Akt das Ende eines Lebensabschnitts gemeinsam im Kreis der Dozierenden, Studierenden und der Angehörigen zu feiern. Schön, dass Sie so zahlreich gekommen sind!

Ein solcher Moment - ein Wendepunkt in ihrem Leben - gibt Anlaß zu Rückschau wie auch zur Vorschau gleichermaßen: Rückschau auf ihre Bildung und Ausbildung, die Sie hier im Institut und an damit verbundenen Einrichtungen erfahren haben, Vorschau auf die vielleicht noch ungewisse Zukunft. Dazu werden Sie gleich einen kurzen Beitrag einer Ehemaligen hören.

Doch zuvor seien mir in der Rolle des Hochschullehrers, der die Studierenden unseres Hauses entläßt, drei Wünsche gestattet, die ich Ihnen mit auf Ihren weiteren Weg geben möchte..

Mein erster Wunsch: Auch wenn Sie jetzt auf Ihren Abschluß zu recht stolz sein dürfen: Ruhen Sie sich nicht allzu lange auf dem erworbenen Wissen aus - Wissen altert. 20 Jahre alte Lehrbücher enthalten nicht "state of the art"-Informationen. Hier müssen Sie ständig am Ball bleiben und sich fort- und weiterbilden. Würden Sie gerne zu einem Zahnarzt gehen, der sich das letzte Mal vor 5 oder gar 10 Jahren mit den Neu-Entwicklungen seiner Kunst beschäftigt hat? Hier hoffe ich als Alumni-Vorsitzender, dass wir in Kontakt bleiben - und dies nicht nur in sozialer, sondern auch in fachlicher Hinsicht. Der Tempel des Wissens, den sie jetzt verlassen, wird die Türen für Sie immer offen halten. Machen Sie davon Gebrauch! Ich wünsche Ihnen daher Neugier auf die Weiterentwicklungen in unserem Fach - und diese kommen aus vielen Bereichen, nicht nur aus den Neurowissenschaften!

Mein zweiter Wunsch: Psychologie hat ihr Kerngeschäft im Verstehen des Anderen - nichts ist schwieriger als das zu verstehen, was andere tun, getan haben oder tun wollen. Verstehen heisst: immer wieder Theorien aufstellen, die uns das Tun des Anderen erklären können und vielleicht sogar Vorhersagen möglich machen. Den Anderen zu verstehen setzt übrigens voraus, sich selbst zu verstehen. Das Du und das Ich sind zwar aus dem gleichen Stoff gewebt, aber dennoch lebt jeder in seiner eigenen Welt. Ich wünsche Ihnen viele Einsichten über sich selbst und viele hoffentlich gelungene Verstehensprozesse im Austausch mit Anderen.

Mein dritter Wunsch: Psychologie hat mit auch mit Werten zu tun. Ich hoffe sehr, dass wir Ihnen in den letzten Jahren nicht nur Wissen, sondern auch Werte vermittelt haben. Wertfreie Wissenschaft gibt es nicht. In unserer multikulturellen Gesellschaft ist vieles gefordert - Toleranz für Anders-Denkende ist einer der wichtigen Werte. Meinen Wahlspruch als Rheinländer kennen Sie vielleicht: Jeder Jeck ist anders! Ich wünsche Ihnen die Gelassenheit, abweichende Meinungen ertragen zu können und nicht dogmatisch zu werden! - Neben Toleranz braucht es auch Zivilcourage und Mitmenschlichkeit: den Mut, für andere aufzustehen, die sich nicht helfen können und denen Unrecht droht. Nicht tatenlos zuzusehen, wie anderen ein Unheil widerfährt, ist schwer, zumal wenn man für sich selbst Nachteile befürchten muss - das wissen wir aus der Forschung zum prosozialen Handeln. Ich wünsche Ihnen den Mut und die Kraft, in schwierigen Situationen einen aufrechten Gang gehen zu können und gegen den Strom zu schwimmen.

Genug der Wünsche, aber noch nicht genug der Worte. Am Zustandekommen dieser Feier haben wie immer eine Vielzahl von Personen mitgewirkt, denen Dank zu sagen ist. Besonders erwähnen möchte ich meinen Stellvertreter im Amt des Vorsitzenden der Alumni Psychologici, Herbert Wettig, Abschlussjahrgang 2003, der wie in früheren Jahren durch eine großzügige Spende diese Veranstaltung mitfinanziert. Danken möchte ich auch meiner Sekretärin Frau Heß, die schon seit Wochen organisatorische Vorbereitungen trifft. Der Seele unseres Hauses in Person von Gerd Müller ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung bei der Technik. Last but not least darf ich sicher im Namen aller Diplomierten Frau Hohneder danken, die das Prüfungssekretariat das ganze Jahr über zu einer Anlaufstelle für die Sorgen von Studierenden gemacht hat und - wie ich gehört habe - dabei viele dieser Sorgen beseitigen konnte. Herzlichen Dank Ihnen allen für diese Tätigkeiten!

Im Hintergrund sehen Sie schon unser Streichquartett, das Phoenix-Quartett Heidelberg, das uns gleich mit zwei klassischen Stücken wortlos, aber gefühlvoll unterhalten wird. Arvid Neumann an der Viola ist übrigens Psychologie-Student.

Doch bevor wir zum musikalischen Intermezzo kommen, hören wir zunächst einer Absolventin zu. Diplompsychologin Jasmin Mesrari vom Abschlussjahrgang 2004 wird einen Erfahrungsbericht über die ersten Schritte ihrer Berufstätigkeit geben und will Ihnen damit Mut machen. Ich bin gespannt, was Sie uns berichten werden!


Diplomfeiern | Jahrgangslisten | Alumni | Psychologisches Institut | Universität Heidelberg

© Copyright Psychologisches Institut. Created: 28.12.2005; last rendered by JF on 19.12.2006; 12:36:05 Uhr with Frontier on a Macintosh.
URL: http://www.psychologie.uni-heidelberg.de/alumni/feier/rede_gd_2006.html