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Verleihung des Franz-Emanuel-Weinert-Preises 2017

Einleitung

Auf der Diplom- und Masterfeier am 8.12.2017 wurde zum 17. Mal der Franz-Emanuel-Weinert-Preis für herausragende Diplom- und Masterarbeiten vergeben.

Die Laudatio auf die Arbeit hielt Prof. Dr. Andreas Voß im Namen der Auswahlkommission, der noch Prof. Dr. Monika Sieverding und Dr. Hinrich Bents angehörten.

Laudatio

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Absolventen!

Seit vielen Jahren schon vergibt das Psychologische Institut den Franz E. Weinert-Gedächtnispreis für eine herausragende Abschlussarbeit in unserem Fach. Das ist eine tolle Tradition, wie ich finde, mit der wir unsere Wertschätzung ihren oft herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten gegenüber zum Ausdruck bringen möchten. Leider können wir unter den vielen exzellenten Arbeiten jedes Jahr nur eine prämieren.

In diesem Jahr habe ich den Vorsitz der Auswahlkommission von Prof. Hagemann übernommen, dem ich an dieser Stelle für sein langjähriges Engagement in der Weinert-Kommission herzlich danken möchte! Auch danken möchte ich an dieser Stelle meinen Kollegen in der neuen Auswahlkommission, Frau Monika Sieverding und Herr Hinrich Bents!

Aus den ungefähr 80 Masterarbeiten, die im zurückliegenden akademischen Jahr an unserem Institut erstellt wurden, wurden sechs Arbeiten für den Weinert-Preis vorgeschlagen. Diese sechs Arbeiten wurden in der Weinert-Kommission erneut begutachtet, und wir waren wirklich beeindruckt von der wissenschaftlichen Qualität dieser Werke. Die Kommissionsmitglieder waren sich sofort einig, dass jede dieser sechs Arbeiten eine Prämierung verdient hätte. Die Auswahl einer Arbeit aus diesen sechs Werken war für uns keine einfache Aufgabe. Bei der Wahl der prämierten Arbeit sollen das Engagement der Autorinnen und Autoren, die wissenschaftliche Genauigkeit sowie die argumentative Stringenz herangezogen werden. Bei der Diskussion der eingereichten Arbeiten fiel unser Urteil dann aber doch relative schnell auf eine Arbeit, die von den Kollegen Joachim Funke und Hans-Werner Wahl betreut wurde. Die ausgewählte Arbeit trägt den Titel: „Can Processing Preferences Explain Age Differences in Information Sampling: A Fuzzy-Trace Approach". Autorin und damit die diesjährige Preisträgerin des Franz E. Weinert-Gedächtnispreises ist Frau Julia Nolte. Herzlichen Glückwunsch!

Nun möchte ich versuchen, Ihnen mit wenigen Sätzen einen Einblick in das Forschungswerk von Frau Nolte zu ermöglich: Die vorgelegte Arbeit untersucht Altersunterschiede bezüglich der Informationssuche, welche erklären könnten, dass ältere Menschen möglicherweise in bestimmten Situationen nicht-optimale Entscheidungen treffen. Dabei führt Frau Nolte zwei unterschiedliche theoretische Erklärungsmodelle für solche Alterseffekte zusammen: Dies ist einerseits die Sozio-emotionale Selektivitätstheore und andererseits die Fuzzy-Trace Theorie. Beide Theorien machen unterschiedliche Vorhersagen für die Informationssuche älterer Menschen; diese Vorhersagen betreffen einerseits die emotionale Valenz der präferierten Informationen, andererseits das Abstraktionsniveau. Die empirischen Befunde von Frau Nolte sprechen klar für die Fuzzy-Trace Theorie und stellen somit eine wertvolle Ergänzung zu der Sozio-emotionale Selektivitätstheore dar, deren Gültigkeitsbereich möglicherweise in der aktuellen Literatur überschätzt wird. Das streng theoriegeleitete Vorgehen von Frau Nolte, die ihr Design entwickelt, um zwischen zwei konkurrierenden Erklärungsmodellen unterscheiden zu können, ist aus wissenschaftstheoretischerSicht vorbildlich; dies hat die Kommission an der vorliegenden Arbeit besonders beeindruckt.

Liebe Frau Nolte, ich gratulieren Ihnen noch einmal ganz herzlich zu diesem schönen Erfolg!


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