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Fragebogenstudie - Juravorlesung 13.12.02

 

Worum ging es?


Menschen haben Probleme damit, konditionale Wahrscheinlichkeiten zu verstehen, z.B.

- Was ist die Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs zu erkranken, wenn man Raucher ist?
- Was ist die Wahrscheinlichkeit eines Staus, wenn man die A 5 benutzt?
- Was ist die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion, wenn man eine Blutkonserve bekommt?
- ...

In dieser Fragebogen-Studie sollte gezeigt werden, dass das Verständnis-Problem nicht davon abhängt, dass Menschen nicht mathematische Probleme haben, sondern nicht sensitiv dafür sind, wie solche bedingten Wahrscheinlichkeiten zustande kommen.

Das bedeutet, der entscheidende Faktor dafür, ob die Studie korrekt durchgeführt wurde oder nicht, war das Zustandekommen der Daten, auf denen die (immer korrekt) berechneten Wahrscheinlichkeiten basiert. Dieser Faktor variierte zwischen den Fragebögen:

War die Basisrate in der Population 50%, so musste auch in der Stichprobe ein 50:50 Verhältnis eingehalten werden. War das nicht der Fall, hätte die Bewertung der Studie "nicht korrekt" sein müssen.

War die Basisrate in der Population 5%, so musste auch in der Stichprobe ein 5:95 Verhältnis eingehalten werden. War das nicht der Fall, hätte die Bewertung der Studie "nicht korrekt" sein müssen.

Für mehr Information existiert bereits eine wissenschaftliche Publikation, nämlich unter:

  • Fiedler, K., Brinkmann, B., Betsch, T., & Wild, B. (2000). A Sampling Approach to Biases in Conditional Probability Judgments: Beyond Baserate Neglect and Statistical Format. Journal of Experimental Psychology: General, 129, 399-418. 

Nochmals vielen Dank an alle, die an der Studie teilgenommen haben!