Ruprecht-Karls-Universit�t Heidelberg
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Themenvorschläge für Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten

Rahmenbedingungen

  • Die Arbeitsgruppe Methodenlehre bietet die Betreuung von Bachelor-, Master-, und Diplomarbeiten sowohl zu Themen der Methodenlehre (z.B. Mathematische Modellierung kognitiver Prozesse) als auch zu anderen Themen der kognitiven/experimentellen Psychologie (z.B. indirekte Einstellungsmessung, automatische Aufmerksamkeitsbindung durch negative Stimuli, Blickbewegungsstudien) an.
  • In der Regel handelt es sich dabei um Computerexperimente; Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich.
  • Grundsätzlich sollte ein Interesse an quantitativen Auswertungsmethoden sowie an der kognitiven Grundlagenforschung bestehen.
  • Studierende, die Ihre Abschlussarbeit in der Arbeitseinheit Methodenlehre schreiben, sollten auch an den Seminaren "Projektorganisation" und "Präsentation eigener Forschung" (BSc) bzw."Projektbegleitung" (MSc) in der Arbeitseinheit teilnehmen.
  • Wichtiger Hinweis 1: Ich akzeptiere BSc-Arbeiten nur noch mit einem Umfang von 20 bis maximal 50 Seiten und MSc-Arbeiten im Umfang von 30 bis maximal 80 Seiten (inklusive Titelblatt, Abstract, Abbildungen, Literaturverzeichnis, Anhänge, etc.). Die Korrektur umfangreicherer Arbeiten (auch als Zweitgutachter) übernehme ich grundsätzlich nicht mehr.
  • Wichtiger Hinweis 2: Ich nehme keine Arbeiten an, die von mehreren AutorInnen gemeinsam erstellt wurden.

Themenvorschläge

  • Die Messung kognitiver Prozesse mit stochastischen Diffusionsmodellen (Ansprechpartner: Andreas Voß)

    Mit Diffusionsmodellen können aus Reaktionszeitdaten Parameter geschätzt werden, die spezifische kognitive Prozesse (z.B. Entscheidungskriterium, Geschwindigkeit der Informationsaufnahme) abbilden sollen. Im vorliegenden Projekt soll die psychometrische Qualität (Reliabilität und Validität) der Modellparameter bestimmt werden (Literatur: Voss, Rothermund, & Voss, 2004)
  • Die Messung von Intelligenz mit stochastischen Diffusionsmodellen (Ansprechpartner: Andreas Voß)

    Es gibt Hinweise darauf, dass sich Intelligenz mit der Geschwindigkeit der Informationsaufnahme bei einfachen Entscheidungsaufgaben korreliert. In einer Abschlussarbeit könnte dieser Effekt repliziert bzw. genauer analysiert werden (Literatur: Schmiedek, Oberauer, Wilhelm, Süß, Wittmann, 2007)
  • Die Anwendung stochastischer Diffusionsmodellen auf "langsame" Entscheidungen (Ansprechpartner: Andreas Voß, Veronika Lerche)

    Bislang werden Diffusionsmodelle nur zur Auswertung von Entscheidungsaufgaben eingesetzt, bei denen sehr schnelle Reaktionen erfolgen (mittlere RT < 1.5s). Es soll nun überprüft werden, ob eine Anwendung auch bei komplexeren Entscheidungen (mittlere RT ≈ 5s) zu sinnvollen Ergebnissen führt (Literatur: Voss, Rothermund, & Voss, 2004)
  • Selbstregulatorische Prozesse bei der automatischen Aufmerksamkeit für Gefahrensignale (Ansprechpartner: Andreas Voß)

    Lange Zeit wurde angenommen, dass Gefahrensignale generell automatisch Aufmerksamkeit binden (z.B. Pratto & John, 1991). Eine neuere Metaanalyse zeigt jedoch, dass sich eine automatische Aufmerksamkeitsbindung durch negative Signale nur bei Patienten mit erhöhter Ängstlichkeit nachweisen lässt (Bar-Haim et al., 2007). Offenbar spielt die Möglichkeit, negative Konsequenzen kontrollieren zu können hier eine entscheidende Rolle. Demnach werden Signale für unkontrollierbare Gefahren inhibiert und Signale für kontrollierbare Gefahren bevorzugt wahrgenommen. Dieser Befund soll weiter untersucht werden (Literatur: Brandtstädter, Voss, & Rothermund, 2004).
  • Motiviertes Schlussfolgern (Ansprechpartner: Andreas Voß)

    Es werden motivationale Einflüsse auf logisches Denkprozesse untersucht. Dabei soll gezeigt werden, dass bei der Lösung logischer Aufgaben ("Syllogismen") häufiger Fehler gemacht werden, wenn die korrekte Lösung der eigenen Einstellung widerspricht (Literatur: Klauer, Musch, & Naumer, 2000)
  • Alter und Emotionserkennung (Ansprechpartner: Alica Bucher)

    In einer vorausgehenden Untersuchung konnte bereits gezeigt werden, dass fröhliche im Vergleich zu ärgerlichen Gesichtsausdrücken schneller und effizienter identifiziert werden können. Hierbei wurde das klassische Face-in-the-Crowd Paradigma dahingehend erweitert, dass nicht nur eine sondern mehrere Emotionen in einer Menge von neutralen Gesichtern gezeigt wurden (Mood-of-the-Crowd Paradigma). Nun soll weiterhin untersucht werden, ob Alter einen moderierenden Einfluss auf den gefundenen Happiness-Superiority-Effect hat, da nach dem Positivitätsbias insbesondere im höheren Alter eine verstärkte Fokussierung auf positive Information stattfindet. Dies soll mithilfe von Blickbewegungsmessung näher beleuchtet werden (Literatur: Becker, Anderson, Mortensen, Neufeld, & Neel, 2011; Reed & Carstensen, 2012).
  • Approximate Bayes (Ansprechpartner: Ulf Mertens)

    Approximate Bayesian Computation (ABC) ist eine Methode zur Parameterschätzung sowie zum Modellvergleich. ABC ermöglicht die Schätzung einer Posterior- Verteilung bzw. die Schätzung eines Bayes Factors ohne dabei Annahmen über die Likelihood-Funktion zu machen. Bislang können Bayes Factors nur für eine begrenzte Anzahl an statistischen Verfahren berechnet werden. In dieser Arbeit soll entweder ABC und ein dafür geschriebenes Python-Programm verwendet werden, um die Berechnung/Approximation von Bayes Factors für neue Verfahren (z.B. Mixed Models) zu ermöglichen. Alternativ kann auch das Python-Programm selbst hinsichtlich der Usability optimiert werden (graphische Benutzeroberfläche etc.). (Literatur: Eine gute Einführung bietet folgender Link: Wikipedia-Artikel über ABC)
  • Wahrheit oder Lüge? (Ansprechpartner: Ulf Mertens)

    In diesem Projekt soll untersucht werden, inwieweit man anhand abstrakter Repräsentation von Sprache (sog. Audio Features) erkennen kann, ob eine Person lügt oder nicht. Mit Methoden aus dem Bereich des Machine Learning wird versucht eine möglichst genaue Vorhersage zu erreichen. Der Fokus einer möglichen Abschlussarbeit kann dabei entweder auf Seiten der Theorie liegen (was gibt es bislang für Befunde/Methoden zur Lügendetektion?), oder aber eher auf statistischer Seite (Vergleich verschiedener Algorithmen hinsichtlich deren Vorhersage-Genauigkeit).
  • Motive und psychologische Grundbedürfnisse (Ansprechpartner: Veronika Lerche)

    Theorien psychologischer Grundbedürfnisse gehen davon aus, dass alle Menschen dieselben Bedürfnisse haben (z.B. nach zwischenmenschlichen Beziehungen), und dass sie darunter leiden, wenn diese nicht erfüllt sind. Querschnittliche Untersuchungen zeigen, dass dies nicht für alle Personen gleichermaßen gilt, sondern zum Teil nur für die, die auch einen starken Wunsch nach diesen Bedürfnissen haben. In unseren eigenen (experimentellen) Studien fand sich dieses Muster jedoch nicht (alle Personen leiden gleichsam unter einer Frustration eines psychologischen Grundbedürfnisses, egal ob sie angaben, dass sie dieses wollen oder nicht). In dieser Arbeit soll untersucht werden, welche Prozesse die Unterschiede aus querschnittlichen und experimentellen Studien erklären können (Literatur: Sheldon, 2011).
  • Eigene Ideen

    Gerne können Sie auch Ihre eigenen Ideen für Ihre Abschlussarbeit mit uns diskutieren!

Abgeschlossene BSc-Arbeiten

  • Glauß, Agnes (2017). Sag mir, was du hörst, und ich sage dir, wie du dich fühlst. Aktuell gehörte Musik als Hinweisreiz für aktuelle Stimmung.
  • Pilarski, Zoe (2017). Stressniveau: Eignung einfacher Texte zu dessen Steigerung und sein Einfluss auf das Bedürfnis Musik zu hören.
  • Radenovic, Sonja (2017). Freizeitaktivitäten und kognitiver Status im höheren Alter – Vergleich von Personen mit und ohne MCI.
  • Roos, Yannick (2017). Intraindividuelle Verteilungen von negativem Affekt über die Lebensspanne.
  • Springer, Hannah (2017). Die Wirkung von imaginierter Musik auf die Erholung nach einem akuten Stressor.
  • Fischbein, Maria (2017). Partnerschaften im sozialen Umfeld: Der Zusammenhang zwischen dem Ausmaß an sozialer Unterstützung und Mate Retention Behavior.
  • Mebus, Ramona (2017). Partnerschaften im Kontext sozialer Beziehungen: Lässt sich das Mate Retention Behavior von Müttern und Vätern durch das Ausmaß an alloparentaler Unterstützung vorhersagen?

  • Buelow, Anne (2016). Anwendbarkeit des Diffusionsmodells bei langsamen Entscheidungen: Experimentelle Validierung des Entscheidungsmodells anhand eines Anagramm-Paradigmas.
  • Karl, Julia (2016). Wearables. Performanz von ambulanten peripher-physiologischen Messgeräten unter Laborbedingungen.

  • Aschemeyer, Frederike (2015). Dient das Erinnern von Musik der intuitiven Emotionsregulation nach sozialem Ausschluss?
  • Laukenmann, Ruben (2015). Einflüsse der Persönlichkeit auf die Bedeutung des Beziehungsbedürfnisses für das subjektive Wohlbefinden - Eine Multi-Level-Analyse.
  • Schultheis, Johannes (2015). Does trait mindfulness buffer social ostracim's detrimental effects on psychological need satisfaction and well-being?

  • Goranovic, Srdjan (2014). Zusammenhang zwischen Leistungsmotiv, Produktfarbe und Bewertung der User Experience.
  • Wetzstein, Nina (2014). User Experience in Abhängigkeit von der individuellen Motivstruktur - der Einfluss des impliziten Leistungsmotives auf das Kompetenzerleben.
  • Zillekens, Imme (2014). Social Desirability and moral framing in the charity donation task.

  • Lukas, Adrian (2013). Neue Methoden der Mediationsanalyse: Eine Simulationsstudie zum Vergleich von Sobels Z-Test und einem Strukturgleichungsverfahren.
  • Bucher, Alica (2013). Mood of the Crowd: Der Happy Superiority Effect bei der Stimmungsbeurteilung..
  • Ferdinand, Joseph (2013). Kontra-intuitive Emotionsregulation in der emotionalen Flanker-Aufgabe: Löst Freude eine höhere Aufmerksamkeit auf negative Stimuli aus?.
  • Goergen, Martine (2013). Alles unter Kontrolle? Eine Untersuchung der Einflüsse von emotionalen Stimuli und wahrgenommener Kontrolle von Verlusten auf kognitive Inhibition.

  • Eckert, Zoé (2012). Wahrnehmung von Gefahrensignalen: der Einfluss der Stressbewältigung.
  • Hans, Miriam (2012). Applying the diffusion model to slow decisions: Validation of the model using a mathematical estimation task.
  • Henle, Judith (2012). The Influence of Controllability and State Anxiety on the Perception of Danger-Stimuli.
  • Neutze, Theresa (2012). The Influence of Personality on the Sunk Cost Effect: Does Flexibility protect us from Malinvestments?
  • Pagenhardt, Laura (2012). Is it possible to Apply the Ratcliff Diffusion Model to Slow Decisions?
  • Schmidt, Gereon (2012). Bevorzugte Wahrnehmung Positiver Emotionen bei persönlicher Relevanz.
  • Spektor, Michael (2012). Messung von Intelligenz und ihrer Komponenten mithilfe von stochastischen Diffusionsmodellen.

Abgeschlossene MSc-Arbeiten

  • Oetzbach, Carolin Felicia (2017). The more commitment the better: The effect of relationship status on life satisfaction and loneliness.
  • Brune, Dora (2017). Zeitliche Dynamiken von Bedürfnisfrustration und Bedürfniserfüllung.
  • Kramer, Andrea (2017). Associations between anticipatory stress, sleep quality, and the cortisol awakening response.
  • Ebelt, Zo (2017). Approximate Bayesian Computation for Model Comparison - Eine Simulationsstudie.

  • Pfister, Amelie (2016). Weapon misidentification - is it really all about race?
  • Geiselhart, Andrea (2016). Impulsivität und die Flexibilität in der Anpassung des Entscheidungsschwellenabstands.

  • Spiertz, Antje (2015). Analysing Monotonous Driving Behaviour - a new Approach using Multilevel Analysis.

  • Knöß, Konstantin (2014). Decision making in software development: An issue tracker analysis.
  • Mertens, Ulf (2014). Applying multi-level models to response time data: A power analysis based on Monte Carlo simulations.
  • Spektor, Michael (2014). The effect of credibility on donation behavior.

  • Maier, Barbara (2013). Overgeneral Memory and Intrusions in Analogous Trauma.
  • Stenzel, Lukas (2013). An Experiment on the Paradox of Moral Behavior.

Abgeschlossene Diplom-Arbeiten

  • Steimer, Andreas (2012). Wishful Seeing Extended: Motivation, Perceptual Set, and the Perception of Colors.
  • Bruntsch, Richard (2011). Die Rolle von Handlungskontrolle bei der Wahrnehmung problembezogener und neutraler Reize.
  • Kollei, Tanja (2010). Die Anziehungskraft von Rosen und Spinnen: Aufmerksamkeitsauslenkung auf valente Stimuli in Abhängigkeit vom Kontrollgefühl. (Universität Freiburg)
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Seitenbearbeiter: Andreas Voß