Universitat Heidelberg

Andere Projekte


Neben den Drittmittel-Projekten verfolgen wir noch eine Reihe anderer Projekte, die mit Hilfe von forschungsinteressierten Studenten sowie Abteilungsmitteln durchgeführt werden. Aktuell betrifft das folgende Projekte:

 

  1. Frühe Entwicklung der Selbstregulation / Early Development of Self-Regulation (EDOS)
  2. Impulsmanagement in der Eltern-Kind Dyade (IMMA)
  3. Ein Mensch, eine Frau, meine Mama: Gesichterkategorisierung und Individuierung
  4. Was lenkt Babys Blicke?
  5. MONDEY (Milestones of Normal Development in Early Years)
  6. PREPAREDNESS (Untersuchungen zur Preparedness Theory)

Klicken Sie einfach auf einen der Titel, um sich genauer über das Projekt zu informieren.

 

1. Frühe Entwicklung der Selbstregulation / Early Development of Self-Regulation (EDOS)

Projektleitung: Prof. Dr. Sabina Pauen
Mitarbeiterinnen: Dr. Sabrina Bechtel, Dr. Babett Voigt, Dipl.-Psych. Julia Wissner


EDOS
Die gezielte Steuerung von Gedanken, Handlungen und Gefühlen (Selbstregulation) ist von zentraler Bedeutung für Lebenserfolg und menschliches Wohlbefinden. Als Säuglinge sind wir Menschen noch nahezu vollständig auf die Regulation durch unsere Bezugspersonen angewiesen, die uns ernährt, pflegt und beruhigt. Bereits in den ersten Lebensjahren nimmt die eigenständige Regulationsfähigkeit jedoch deutlich zu. Diese Zeitspanne scheint auch besonders bedeutsam für die spätere Entwicklung der Selbstregulation zu sein. Bislang fehlt es jedoch noch immer an Studien, die die Entwicklung einzelner Facetten dieser Fähigkeit bereits vor dem Vorschulalter (zwischen 18 und 36 Monaten) genauer untersuchen. Eine Herausforderung hierbei ist es, angemessene Aufgaben zu finden, die eine Untersuchung schon in diesem frühen Alter und über eine längere Zeit hinweg erlauben. Das EDOS-Projekt hat daher zum Ziel, solche Aufgaben zu entwickeln und es zu ermöglichen, ein tieferes Verständnis über die Struktur und Entwicklung der Selbstregulation zu erhalten.

 

 

 

 

2. Impulsmanagement in der Eltern-Kind Dyade (IMMA)

Projektleitung: Prof. Dr. Sabina Pauen
Mitarbeiterinnen: Dr. Sabrina Bechtel


Eltern unterscheiden sich darin, wie sie ihr Kind zur Selbstregulation erziehen. Sie haben unterschiedliche Vorstellungen und Ziele hinsichtlich der Fähigkeit von Kleinkindern, sich selbst zu regulieren. Aber auch die Kinder unterscheiden sich darin, wie gut sie mit eigenem Frust, den Erwartungen und Verboten ihrer Eltern umgehen können. Und schließlich gibt es wieder unterschiedliche Möglichkeiten, wie Eltern ihre Kinder dazu anleiten, mit Gefühlen umzugehen und sich sozial kooperativ zu verhalten. Weil alle diese Aspekte zusammenspielen, es bislang aber noch kein Instrument gibt, dass sie gemeinsam abfragt, wurde in unserer Arbeitsgruppe der Fragebogen IMMA (IMpulsMAnagement) für Eltern mit Kindern zwischen 1 und 6 Jahren entwickelt und wird derzeit optimiert.

 

3. Ein Mensch, eine Frau, meine Mama: Gesichterkategorisierung und Individuierung

Projektleitung: Prof. Dr. Sabina Pauen, PD Dr. Stefanie Höhl, M.Sc. Stefanie Peykarjou


Für kleine Kinder ist es von herausragender Bedeutung, mögliche Interaktionspartner zu identifizieren und die Bezugspersonen wieder zu erkennen. Bereits Neugeborene können das Gesicht ihrer Mutter erkennen und bevorzugen es, ihre Mutter anzuschauen. Bei unbekannten Gesichtern fällt es Säuglingen leichter, Kategorien zu bilden (menschliches Gesicht - Affengesicht) als diese individuell wieder zu erkennen. In unseren EEG-Studien mit 4-9 Monate alten Säuglingen untersuchen wir, unter welchen Umständen Babys eher dazu neigen, Gesichter zu kategorisieren oder sie individuell wieder zu erkennen, und wie Babys Gesichter kennen lernen.

 

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4. Was lenkt Babys Blicke?

Projektleitung: PD Dr. Stefanie Hoehl, Dipl.-Psych. Christine Michel


Babys folgen schon sehr früh dem Blick anderer Personen und so können Eltern ihre Kinder mit Blicken auf spannende und interessante Dinge in der Umwelt aufmerksam machen. Diese Fähigkeit kann Säuglinge darin unterstützen, Neues über die Welt zu erfahren und zu lernen. Aber wie entwickelt sich diese Fähigkeit und welche Mechanismen stecken dahinter? Erlernen Kinder mit der Zeit, dass es sich lohnt, dorthin zu schauen, wo eine andere Person hinschaut, da dort meistens etwas Spannendes zu entdecken ist? Oder folgen sie eher reflexartig der Augenbewegung? In einer Reihe von Studien mit Säuglingen untersuchen wir diese Fragestellung und schauen uns dabei ganz genau an, wo Babys hinschauen, wenn wir ihnen Gesichter oder Spielzeuge präsentieren.

 

5. MONDEY

Projektleitung: Prof. Dr. Sabina Pauen


MONDEY steht für Milestones of Normal Development in Early Years. Dabei handelt es sich um ein umfassendes Programm, das Eltern, pädagogisches Fachpersonal und Wissenschaftler bei der standardisierten Beobachtung und Dokumentation von frühkindlicher Entwicklung in Alltagssituationen unterstützen soll. Das Programm wurde bereits testtheoretisch überprüft und die entsprechenden Ergebnisse publiziert. MONDEY steht der Öffentlichkeit in verschiedenen Versionen zur Verfügung, wie etwa in Form eines ausführlichen Entwicklungstagebuchs, einer Kurzskala, einer Internet-Plattform zur interaktiven Dokumentation am PC sowie in Form von Fortbildungskonzepten, die von geschultem MONDEY-Personal für unterschiedliche Zwecke angeboten werden. Genauere Informationen sind unter www.mondey.de abrufbar.
Das Ziel der Weiterentwicklung von MONDEY besteht darin, der breiten Öffentlichkeit ein kostenfrei zugängliches Instrument zur Verfügung zu stellen, mit dessen Hilfe es möglich ist, die Entwicklung von Babys und Kleinkindern genauer zu erfassen und Entwicklungsauffälligkeiten früher festzustellen. Außerdem möchten wir Wissenschaftlern, die an der Beurteilung von Effekten bestimmter Umweltbedingungen oder Interventionen auf die frühkindliche Entwicklung interessiert sind, ein ökonomisch anwendbares Forschungsinstrument bieten.

 

6. PREPAREDNESS

Projektleitung: Dr. Stefanie Höhl & Prof. Dr. Sabina Pauen
Laufzeit: bis auf weiteres...


Menschen mit einer spezifischen Angststörung haben häufig irrationale Ängste gegenüber Reizen, die bereits für unsere Vorfahren gefährlich waren, wie z.B. Spinnen oder Schlangen, die heute jedoch kaum noch eine Gefahr darstellen. Gibt es eine evolutionär erworbene Bereitschaft, Angst mit solchen Reizen zu verknüpfen? Wenn ja, sollte sie sich bereits in der frühkindlichen Entwicklung beobachten lassen. Im vorliegenden Projekt wird diese Frage mit neurowissenschaftlichen Methoden bei Säuglingen untersucht. Mittels elektrophysiologischer Ableitungen (ereigniskorrelierte Potentiale, EKP) konnten wir zeigen, dass 9 Monate alte Säuglinge auf Bilder von Spinnen mit erhöhter Aufmerksamkeit reagieren, wenn diese von einer Person mit einem erschrockenen Gesichtsausdruck angeschaut wurden. Schlangen hingegen scheinen unabhängig vom Gesichtsausdruck der Person besonders viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ausgehend von diesen Befunden möchten wir nun klären ab welchem Alter sich selektive Reaktionen auf evolutionär angst-relevante Reize zeigen und welche Rolle Vorerfahrungen mit den angst-relevanten Reizen spielen.


Stand: 01.08.2017

 

Verantwortlich: E-Mail

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