Universität Heidelberg

Aktuelle Drittmittelprojekte


Momentan laufen an unserem Lehrstuhl folgende Drittmittelprojekte:

  1. „Guck mal!“ Der Einfluss von Sprache auf die Entwicklung einer Repräsentation der Kategorie Mensch sowie die visuelle Verarbeitung bei Babys
  2. „Machst Du das auch mal?!“ Die Bedeutung von Objektwissen und der sozialen Beziehung für das gemeinsame Symbolspiel
  3. Werkzeuggebrauch, Wissenstransfer und exekutive Funktionen
  4. Werkzeuginnovation im Kindesalter und bei nicht-menschlichen Primaten: Welche Rolle spielt die Selbstregulation?
  5. Einflüsse auf die visuelle Objektverarbeitung bei Säuglingen: Effekte von Bewegungsreizen artifizieller Objekte und sozialer Agenten
  6. Ich mach Dir alles nach! Wie und wann Kleinkinder Erwachsene imitieren
  7. Warum machst Du das so? Denken schon Babys darüber nach, warum ein anderer Mensch versucht, sein Ziel auf eine bestimmte Weise zu erreichen?
  8. Wie fördert man das naturwissenschaftliche Denken im Kindergarten am besten?
  9. Welche Form der Kinderbetreuung ist am besten für mein Kind?
  10. ADHS – Auch Du hast Sommerferien
  11. Welche Folgen haben Stress und Narkose bei operativen Eingriffen auf die Entwicklung von sehr jungen Kindern?
  12. Angststörungen in der postpartalen Phase als Prädiktor für kindliches Temperament, Verhaltensstörungen und die kognitive Entwicklung im Vorschulalter

Klicken Sie einfach auf einen der Titel, um sich genauer über das Projekt zu informieren.

 

1. „Guck mal!“ Der Einfluss von Sprache auf die Entwicklung einer Repräsentation der Kategorie Mensch sowie die visuelle Verarbeitung bei Babys

Leitung: Prof. Dr. Sabina Pauen
Mitarbeiterinnen: M.Sc. Stefanie Peykarjou, Dipl.-Psych. Julia Wissner
Finanzierung: VW-Projekt "Erkenntnis durch Interaktion"
Laufzeit Frühjahr 2012 - Frühjahr 2015


Während wir mit Kindern die Welt betrachten, sprechen wir mit ihnen über das, was wir sehen. Was wir sagen, beeinflusst das Denken von Babys auf unterschiedlichen Ebenen. Es hängt mit ab vom Inhalt, von der Sprachmelodie und vom Sprecher der Botschaft. Deshalb untersuchen wir in einer EEG-Studienreihe die Wirkung von Sprache auf die visuelle Verarbeitung. Dabei interessiert uns speziell, ob schon Babys eine intermodale Repräsentation der Kategorie "Mensch" entwickelt haben, die durch menschliche Sprache und Bilder von Personen aktiviert werden kann. Außerdem wollen wir herausfinden, inwiefern Ammensprache (hohe, melodische Sprache mit einfachen Sätzen) die kindliche Aufmerksamkeit für visuelle Reize unterschiedlicher Art fördert. Dazu laden wir Babys im Alter von 7 Monaten zu unseren Studien ein.

 

2. „Machst Du das auch mal?!“ Die Bedeutung von Objektwissen und der sozialen Beziehung für das gemeinsame Symbolspiel

Leitung: Prof. Dr. Sabina Pauen
Mitarbeiterinnen: M.Sc. Stefanie Peykarjou, Dipl.-Psych. Julia Wissner
Finanzierung: VW-Projekt "Erkenntnis durch Interaktion"
Laufzeit Frühjahr 2012 - Frühjahr 2015


Schon in den ersten beiden Lebensjahren lernen Kinder viel über Gebrauchsgegenstände. Sie lernen zum Beispiel, dass man in einen Becher Flüssigkeit füllt oder wie man einen Stift verwendet, um damit zu schreiben. Daher machen Sie auch gerne nach, wenn man ihnen Handlungen vormacht, die für ein Objekt typisch sind. Aber was passiert, wenn man Dinge auf ungewöhnliche Weise benutzt? Beziehen sich die Kinder dann eher auf ihr eigenes Vorwissen oder machen sie trotzdem das nach, was der Versuchsleiter ihnen zeigt? Was passiert, wenn sie mit ganz neuen Objekten konfrontiert werden? Können sie die Zuordnung von Handlung zu Objekt dann eher flexibel wechseln? Und welche Rolle spielt es, ob der Versuchsleiter vor der Demonstration der Handlung eine Beziehung zum Kind aufbaut oder nicht? Diesen Fragen gehen wir im Rahmen unseres Projektes nach. Dabei möchten wir auch herausfinden, wie die Flexibilität der Kinder in der Bedeutungszuschreibung mit der Entwicklung selbstregulativer Fähigkeiten (exekutiven Funktionen) zusammenhängt.

 

3. Werkzeuggebrauch, Wissenstransfer und exekutive Funktionen

Leitung: Prof. Dr. Sabina Pauen
Mitarbeiterinnen: Dr. Sabrina Bechtel
Finanzierung: Sachbeihilfe der DFG
Laufzeit Frühjahr 2012 - Sommer 2015


Im Alltag sind wir umgeben von zahlreichen Alltagswerkzeugen und Hilfsmitteln. Wir setzen unterschiedlichste Gegenstände äußerst flexibel ein, um Probleme zu lösen. Diese Flexibilität zahlt sich aus, denn sie ermöglicht es Menschen, sich an verschiedensten Lebenssituationen anzupassen. Doch wie entwickelt sich diese Flexibilität im Werkzeuggebrauch? Was beeinflusst das kindliche Lernen über die Nützlichkeit von Gegenständen und deren Einsatz? Zur Beantwortung dieser Fragen haben wir eine Aufgabenbatterie entwickelt, mit der man die selbstregulativen Fähigkeiten von Kleinkindern erfassen kann. Wir messen, wie gut Kinder in der Lage sind, spontane Impulse zu hemmen, irrelevante Informationen zu unterdrücken und sich relevante Informationen gut zu merken. Mit Hilfe dieser Aufgabenbatterie untersuchen wir, ob es Zusammenhänge zwischen Exekutiven Funktionen und dem flexiblen Einsatz geeigneter Hilfsmittel zum Lösen eines Problems gibt.

 

4. Werkzeuginnovation im Kindesalter und bei nicht-menschlichen Primaten: Welche Rolle spielt die Selbstregulation?

Leitung: Dr. Sabrina Bechtel, Dr. Babett Voigt, Prof. Dr. Sabina Pauen
Finanzierung: Sachbeihilfe des Field of Focus 4 der Universität Heidelberg
Laufzeit Winter 2014 - Frühjahr 2016


Keine Spezies nutzt derart viele verschiedene Werkzeuge in unterschiedlichsten Zusammenhängen wie der Mensch. Indem wir uns für neue Probleme flexibel neue Hilfsmittel erstellen (Werkzeuginnovation), können wir uns vielfältige Lebensräume neu erschließen. Bislang gibt es nur wenige Studien zur Entwicklung der Werkzeuginnovation. Sind bereits Kinder kleine Erfinder? Wie verändert sich die Innovationsfähigkeit mit dem Alter? Welche Denkprozesse spielen dabei möglicherweise eine Rolle? Und was unterscheidet uns Menschen von anderen Primaten? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, haben wir Aufgaben erstellt, die den kreativen Erfindungsgeist von drei- bis fünfjährigen Kindern erfassen sollen. Eine ähnliche Aufgabe ist auch mit einer Spezies nicht-menschlichen Primaten (Kapuzineraffen) geplant.

 

5. Einflüsse auf die visuelle Objektverarbeitung bei Säuglingen: Effekte von Bewegungsreizen artifizieller Objekte und sozialer Agenten

Leitung: PD Dr. Stefanie Höhl
Mitarbeiterin: Dipl. Psych. Christine Michel
Finanzierung: Sachbeihilfe der DFG (HO 4342/2-2)
Laufzeit Winter 2012 - Winter 2015


Säuglinge nutzen bereits im ersten Lebensjahr die Blickrichtung und emotionale Gesichtsausdrücke anderer Menschen, um ihre Aufmerksamkeit auf relevante Reize in der Umgebung zu lenken. Es ist allerdings unbekannt, ob solche Effekte nur durch ein menschliches Gesicht und insbesondere die Blickrichtung ausgelöst werden können, oder ob nicht-soziale Bewegungsreize eine ähnliche Wirkung haben. Ziel des Projekts ist die Erforschung der Spezifität der Blickrichtung für das Objektlernen im Säuglingsalter. Wir untersuchen in einer Reihe von Experimenten, welche sozialen und nicht-sozialen Hinweisreize einen Einfluss auf objektbezogene Aufmerksamkeits- und Lernprozesse im ersten Lebensjahr haben. Dafür nutzen wir Blickbewegungsmessungen und ereigniskorrelierte Potentiale (EKPs).

 

6. Ich mach Dir alles nach! Wie und wann Kleinkinder Erwachsene imitieren

Leitung: Dr. Stefanie Höhl & Prof. Dr. Sabina Pauen
Mitarbeiterin: M.Sc. Hanna Schleihauf
Finanzierung: DFG Sachbeihilfe
Laufzeit Sommer 2015 - Sommer 2018


Kindergartenkinder lernen vieles, indem sie Erwachsene nachmachen. Das ist besonders nützlich, wenn es darum geht, mit neuartigen Gegenständen umzugehen. Aber manchmal gibt es auch wesentlich einfachere Wege, zum Ziel zu gelangen als die, die uns jemand vormacht. Wie neuere Forschungen belegen, zeigen Kinder im Vorschulalter eine generelle Tendenz zur „Überimitation“, die sich daran zeigt, dass sie selbst überflüssige Handlungen überzufällig häufig nachahmen. Das gilt aber nicht unter allen Umständen. Wovon hängt es ab, ob das Kind dem Vorbild des Erwachsenen folgt oder den einfacheren Weg wählt? Welche Rolle spielt dabei die Beziehung zwischen dem Kind und dem Modell? Diesen Fragen geht unser Projekt nach.

 

7. Warum machst Du das so? Denken schon Babys darüber nach, warum ein anderer Mensch versucht, sein Ziel auf eine bestimmte Weise zu erreichen?

Leitung: Dr. Stefanie Höhl & Prof. Dr. Sabina Pauen
Mitarbeiterinnen: M.Sc. Miriam Langeloh
Finanzierung: DFG Sachbeihilfe
Laufzeit Herbst 2015 - Frühjahr 2017


Studien zeigen, dass Kleinkinder ungewöhnliche Handlungen vor allem dann imitieren, wenn es keinen erkennbaren Grund für die jeweilige Verhaltensweise gibt. So ahmen Kleinkinder beispielsweise einen Erwachsenen nach, der eine berührungsempfindliche Lampe mit dem Kopf betätigt anstatt mit der Hand. Wenn der Erwachsene dies aber offensichtlich deswegen tut, weil seine Hände nicht frei sind, machen Kinder das Verhalten viel seltener nach. Wir vermuten, dass sie besonders aufmerksam sind, wenn der Grund für die ungewöhnliche Handlung unklar ist, und durch eigenes Ausprobieren herausfinden wollen, was es damit auf sich hat. In diesem Forschungsprojekt untersuchen wir mittels Gehirnströmen, was im Gehirn von einjährigen Kindern vor sich geht, wenn sie ungewöhnliche Handlungen beobachten.

 

8. Wie fördert man das naturwissenschaftliche Denken im Kindergarten am besten?

Leitung: Prof. Dr. Sabina Pauen
Mitarbeiterin: M.Sc. Megan Bock
Finanzierung: Stiftung „Haus der kleinen Forscher“
Laufzeit Oktober 2013 - September 2016


In den vergangenen Jahren bemüht man sich verstärkt, das Bildungsangebot für Kindergartenkinder zu verbessern. Dazu gehört auch, Kinder an die Naturwissenschaften heranzuführen. Viel ist bereits darüber debattiert worden, wie das am besten gelingen kann. Empirische Untersuchungen zu dieser Frage gibt es bislang allerdings nur wenige. Im Rahmen unserer EASI-L Studie machen wir Videoaufnahmen davon, wie pädagogische Fachkräfte mit und ohne Fortbildungserfahrungen im Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung mit Kindern zum Thema Schwimmen und Sinken experimentieren. Diese Videoaufnahmen werden im Detail analysiert, um mehr darüber zu erfahren, welche Interventionen der Fachkraft besonders geeignet sind, Kinder zum Forschen anzuregen.

 

9. Welche Form der Kinderbetreuung ist am besten für mein Kind?

Leitung: Prof. Dr. Sabina Pauen, Prof. Dr. Christina Gathmann
Finanzierung: Marsiliusfellowship der Universität Heidelberg
Laufzeit Frühjahr 2015 - bis Frühjahr 2016


Familien mit kleinen Kindern stellen sich oft die Frage: Wo ist mein Kind am besten untergebracht? Die Antwort hängt möglicherweise von vielen verschiedenen Faktoren ab: von der Berufstätigkeit der Eltern, ihren Erwartungen und Wünschen an Elternschaft, dem Familieneinkommen, dem sozialen Umfeld, der Verfügbarkeit guter Betreuungsmöglichkeiten, dem Temperament des Kindes und weiteren Aspekten.
In Zusammenarbeit zwischen Ökonomen und Psychologen wollen wir mehr darüber erfahren, warum sich Eltern für die eine oder andere Form der Kinderbetreuung entscheiden, welche Konsequenzen für die Entwicklung ihres Kindes unterschiedliche Betreuungsangebote haben und wie die Motive der Eltern, die Qualität des Angebots und Eigenschaften des Kindes dabei zusammenwirken.

 

10. ADHS – Auch Du hast Sommerferien

Leitung: Dr. Eva Vonderlin, Dr. Lysett Babocsai, Prof. Dr. Sabina Pauen
Mitarbeiterin: Dr. Lysett Babocsai
Finanzierung: HOPP-Stiftung
Laufzeit Sommer 2014 - Sommer 2016


Kinder mit ADHS und ihre Familien haben es schwer - ob in der Schule, bei Freizeitaktivitäten oder auch in den Ferien. Aber man kann ihnen mit Verhaltensmodifikationsprogrammen helfen, besser im Alltag zurechtzukommen. 2014 hat Lysett Babocsai, eine ehemalige Doktorandin unserer Abteilung, die inzwischen als Therapeutin in Miami tätig ist, aus den USA ein Sommertherapieprogramm mitgebracht, das in modifizierter und adaptierter Form 2014 erstmals am ZPP in Heidelberg stattgefunden hat und 2015 erneut veranstaltet wird. Damit wir abschätzen können, inwieweit das Programm bei den Kindern und Familien tatsächlich Wirkung zeigt, führen wir eine Evaluationsstudie durch.

 

11. Welche Folgen haben Stress und Narkose bei operativen Eingriffen auf die Entwicklung von sehr jungen Kindern?

Leitung: Prof. apl. Konstanze Plaschke, Prof. Dr. Sabina Pauen
Mitarbeiterinnen: Dr. Babett Voigt, Jana Ritschel
Finanzierung: aktuelle Pilotstudie: Marsiliusmittel
Laufzeit bis auf weiteres...


Aus Tierexperimenten ist bekannt, dass Narkosemittel die Gehirnentwicklung von Säugetieren beeinträchtigen und zu nachhaltigen Einschränkungen der kognitiven Leistungen führen können. Diese Befunde machen deutlich, dass wir dringend mehr über die Auswirkungen von Narkose und Stress, die mit operativen Eingriffen einhergehen, auf die Entwicklung von Säuglingen und Kleinkinder erfahren müssen. Bereits vorliegende Studien sind methodisch unzureichend und liefern ein widersprüchliches Bild. Erstmals wollen wir daher mit Kindern zwischen 1 und 3 Jahren eine gut kontrollierte Studie durchführen, bei der wir verschiedene kognitive Leistungen sowie selbstregulatorische Fähigkeiten vor und nach der Operation bei jungen Patienten und bei einer parallelisierten Kontrollgruppe ohne Operation in gleichem Zeitabstand messen wollen. Die Kooperation mit der Kinderklinik ist langfristig angelegt und steht noch am Anfang.

 

12. Angststörungen in der postpartalen Phase als Prädiktor für kindliches Temperament, Verhaltensstörungen und die kognitive Entwicklung im Vorschulalter

Leitung: PD Dr. Corinna Reck, in Kooperation mit Prof. Dr. Sabina Pauen und Prof. Dr. Eva Möhler
Finanzierung: Sachbeihilfe der DFG
Laufzeit: Oktober 2012 - September 2015


Das Vorhaben baut auf einem Vorläuferprojekt auf und verfolgt die Entwicklung einer Stichprobe von Kindern angstgestörter Mütter sowie einer Kontrollstichprobe bis in das Vorschulalter weiter. Im Säuglingsalter wurden unterschiedliche Maße zur Erkrankung der Mutter, zur Mutter-Kind-Interaktion und -Bindung sowie zur kognitiven Entwicklung und dem Temperament der Kinder erhoben. Inzwischen sind die Kinder 5-6 Jahre alt und werden erneut untersucht, um die Kurz- und Langzeitwirkungen der mütterlichen Erkrankung auf die Beziehung zum Kind und dessen weitere Entwicklung untersuchen zu können. Dieses Projekt wurde von PD Dr. Corinna Reck (Leiterin der Mutter-Kind-Einheit der Allgemeinen Psychiatrie der Uni Heidelberg) initiiert. Mit an Bord ist auch die Kinder- und Jugendpsychiaterin Prof. Dr. Eva Möhler.

 

Stand: 01.08.2017

 

Verantwortlich: E-Mail

zum Seitenanfang/up