Ruprecht-Karls-Universitšt Heidelberg


Forschungskolloquium Psychologische Genderforschung und Gesundheitspsychologie

Vortrag am Dienstag, 06. Juli 2010
16.15 h, Raum A102

Soziale Interaktion als protektiver Faktor -
Psychobiologische Mechanismen und klinische Implikationen

Prof. Dr. Markus Heinrichs

Universität Freiburg

Andrea Abele

Jüngste tierexperimentelle Studien zeigen, dass einige Hormonsysteme neben ihren bekannten physiologischen Funktionen ausgeprägte Verhaltenseffekte im zentralen Nervensystem haben. Vor allem das Neuropeptid Oxytocin ist entscheidend an der Steuerung sozialen Annäherungs- und Bindungsverhaltens beteiligt (z. B. Mutter-Kind-Bindung) und weist zudem stress- und angstreduzierende Effekte auf. In einer Reihe experimenteller Untersuchungen am Menschen konnten wir erstmals nachweisen, dass Oxytocin auch beim Menschen prosoziale sowie anxiolytische Effekte aufweist. Der Vortrag bietet einen Überblick über den Stand der Forschung und beleuchtet die klinische Relevanz von Oxytocin bei psychischen Störungen mit sozialen Defiziten (u.a. soziale Phobie, Autismus, Borderline Persönlichkeitsstörung) anhand aktueller Studien. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf einer Kombination von Psychotherapie und Hormonapplikation.

Literaturempfehlung:

Heinrichs, M. & Domes, G. (2008). Neuropeptides and social behavior: Effects of oxytocin and vasopressin in humans. Progress in Brain Research, 170, 337-350.
Heinrichs, M., von Dawans, B. & Domes, G. (2009). Oxytocin, vasopressin, and human social behavior. Frontiers in Neuroendocrinology, 30, 548-557.

 

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!