Projekt SenTra

Der Gebrauch von hochentwickelter Technologie zur Mobilitätsanalyse bei der Alzheimerschen Erkrankung und verwandter kognitiver Einschränkungen

 

Projektbeschreibung

Mit einer alternden Weltbevölkerung werden auch demenzielle Erkrankungen, wie z.B. die Alzheimersche Erkrankung, immer häufiger zu einer ernsthaften Bedrohung für die Gesundheit und das Wohlbefinden älterer Menschen. Ein besonders häufiges Verhaltensmerkmal bei demenziellen Erkrankungen sind Probleme im Bereich der außerhäuslichen Mobilität. Nicht selten verirren sich demenzerkrankte Menschen, bevor sie möglicherweise schwer verletzt oder tot aufgefunden werden. In verschiedenen Arbeiten wurde versucht, ein besseres Verständnis für das Mobilitätsverhalten von an Demenz Erkrankten zu gewinnen. Die meisten Untersuchungen wurden jedoch mit Patienten in Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Zudem wird bei der Erfassung außerhäuslicher Mobilität üblicherweise auf Berichte der betreuenden Familienmitglieder oder des Pflegepersonals zurückgegriffen, welche unter Verwendung von beobachtenden Ansätzen sowie Protokollen über Aktivitäten und Verhaltensmuster der Patienten entstanden sind.

Das im Januar 2007 gestartete Forschungsprojekt SenTra (Senior Tracking, die zentrale Methode des Projekts) wird in einem Projektzeitraum von fünf Jahren hochentwickelte Technologien zur Erfassung von Mobilität in innovativer Weise bei Personen einsetzen, die entweder an einer Demenz erkrankt oder von leichten kognitiven Beeinträchtigungen betroffen sind. Hinzu kommt eine Kontrollgruppe von unbeeinträchtigten Personen. Die gewonnenen Daten werden verwendet, um Typologien des außerhäuslichen Mobilitätsverhaltens für die zu untersuchenden Personengruppen zu entwickeln. Ergänzende statistische Analysen sollen dazu dienen, die unterschiedlichen Mobilitätsmuster auf der Basis umfassender sozialstruktureller sowie persönlichkeits- und umgebungsbezogener Variablen zu erklären. Weiterhin werden wir untersuchen, welchen Einfluss der Gebrauch hochentwickelter Technologien zur Mobilitätserfassung auf die Lebensqualität von Demenzpatienten und den sie pflegenden Personen hat, und welches Potenzial diesen Technologien als Diagnoseinstrument zukommt.

Die explizite Berücksichtigung ethischer Aspekte in Zusammenhang mit dem Gebrauch hochentwickelter Technologien zur Mobilitätserfassung wird ein grundlegender Bestandteil des Forschungsvorhabens sein. Bei dem beantragten Projekt handelt es sich um eine Kooperation von Wissenschaftlern aus Israel (Hebrew University; Tel Aviv University) und Deutschland (Universität Heidelberg; Universität Kiel), die gemeinsam für die Durchführung eines interdisziplinären Forschungsvorhabens unter Beteiligung von Geographie, Gerontologie, Medizin, Psychologie und Sozialarbeit verantwortlich sind.

Überblicksartikel, Ruperto Carola 2009

 

Projektleitung

Consultants

  • Klinik für Allgemeine Psychiatrie, Sektion Gerontopsychiatrische Forschung, Universität Heidelberg, Prof. Dr. Johannes Schröder
  • Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in Europa, Universität Kiel, Prof. Dr. Gerhard Igl

Wissenschaftliche Bearbeitung

  • Dr. Elke Voß

Projektpartner seitens des Geographischen Instituts

  • Prof. Dr. Tim Freytag

Projektpartner in Israel

Förderung

  • German-Israeli Project Cooperation at the German Federal Ministry for Education and Research (BMBF)
  • Deutsche Forschungsgemeinschaft

Laufzeit

  • 01.01.2007 - 31.12.2011
Foto: Kick-off meeting in Heidelberg, February 8-8, 2007
Das SenTra-Forschungskonsortium

 

Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 13.04.2016
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