Projekt ILSE
Interdisziplinäre Längsschnittstudie des Erwachsenenalters über Bedingungen gesunden und zufriedenen Älterwerdens
Projektbeschreibung
Die zu Beginn der 1990er Jahre von Prof. Dr. Ursula Lehr und Prof. Dr. Hans Thomae initiierte " Interdisziplinäre Längsschnittstudie des Erwachsenenalters" (ILSE) verfolgt das Ziel, individuelle, gesellschaftliche und materielle Bedingungen für ein gesundes, selbstverantwortliches und zufriedenes Altern zu untersuchen. Die ILSE leistet damit einen Beitrag zur interdisziplinären Grundlagenforschung, hat weitreichende Bedeutung für die Entwicklung präventiver Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität im mittleren und höheren Erwachsenenalter und greift darüber hinaus wesentliche gesellschaftspolitische Fragen auf (z. B. zum ehrenamtlichen Engagement, zur Berufssituation älterer Arbeitnehmer und zur Antizipation möglicher Pflegebedürftigkeit).
Als interdisziplinäre Längsschnittstudie (beteiligte Disziplinen: Entwicklungspsychologie, Körpermedizin, ökologische Gerontologie, Gerontopsychiatrie, Psychosomatik, Zahnmedizin, Medienforschung) bietet die ILSE neben der Analyse von inter- und intraindividueller Unterschieden und Veränderungen über die Lebensspanne auch die Möglichkeit, Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren, Verhaltensaspekten, Lebensereignissen, Gesundheitsverhalten, der psychischen und physischen Gesundheit sowie dem Wohlbefinden zu untersuchen. Der von ILSE verfolgte biographische Ansatz basiert dabei auf der Annahme, dass die Qualität von Erfahrungen in frühen Lebensphasen die Adaptationsleistungen und -möglichkeiten in späteren Lebensphasen in einzigartiger Weise mitbestimmen.
Die ILSE-Stichprobe bestand zum ersten Messzeitpunkt aus 1390 Personen aus Ost- (Untersuchungszentren Leipzig und Rostock) und Westdeutschland (Untersuchungszentren Heidelberg, Bonn und Erlangen-Nürnberg). Diese wurden nach den Stratifizierungsdimensionen Geschlecht und Kohortenzugehörigkeit (Jahrgänge 1930-32 bzw. 1950-52) repräsentativ ausgewählt und von einem interdisziplinär besetzten Team von Wissenschaftler/innen umfassend untersucht. Der erste Untersuchungsdurchgang wurde 1993-1996, der zweite Messzeitpunkt, an dem ca. 90 % der Untersuchungsteilnehmer und -teilnehmerinnen (N= 994 Personen) in den Zentren Heidelberg, Leipzig und Rostock erneut teilnahmen, wurde 1997-2000 durchgeführt. Der seit Januar 2005 laufende dritte Untersuchungsdurchgang wurde 2007 abgeschlossen. Eine vierte Untersuchungswelle ist geplant.
weitere Informationen: Projekt ILSE
Projektbezogene Publikationen
Abschlussbericht der Interdisziplinären Längsschnittstudie des Erwachsenenalters (ILSE)
Überblicksarbeiten
- Schmitt, M. (2006). ILSE: Interdisziplinäre Längsschnittstudie des Erwachsenenalters (Interdisciplinary Longitudinal Study of Adult Development]. In W.D. Oswald, U. Lehr, C. Sieber & J. Kornhuber (Hrsg.), Gerontologie. Medizinische, psychologische und sozialwissenschaftliche Grundbegriffe. 3. vollständig überarbeitete Neuauflage [Gerontology. Medical, psychological and socio-scientific elements] (pp. 220-224). Stuttgart: Kohlhammer.
- Schmitt, M. & Martin, M. (2003). Die Interdisziplinäre Längsschnittstudie des Erwachsenenalters (ILSE) über die Bedingungen gesunden und zufriedenen Älterwerdens [The Interdisciplinary Longitudinal Study of Adult Development (ILSE) on the determinants of healthy and satisfying ageing]. In F. Karl (Hrsg.), Sozial- und verhaltenswissenschaftliche Gerontologie: Alter und Altern als gesellschaftliches Problem und individuelles Thema (S. 205-223). Weinheim: Juventa.
- Martin, P., Ettrich, K. U., Lehr, U., Roether, D., Martin, M. & Fischer-Cyrulies, A. (Hrsg.) (2000). Aspekte der Entwicklung im mittleren und höheren Lebensalter: Ergebnisse der Interdisziplinären Längsschnittstudie des Erwachsenenalters (ILSE) [Aspects of development in middle and old age: Results of the Interdisciplinary Longitudinal Study of Adult Development]. Darmstadt: Steinkopff.
Ausgewählte Originalarbeiten und Kapitel (chronologisch):
- Doh, M., Wahl, H.-W. & Schmitt, M. (2008). Medienverhalten der 1930/32-Geborenen unter besonderer Berücksichtigung der Internetnutzung: Befunde der Interdisziplinären Längsschnittstudie des Erwachsenenalters. In C. Bogen, M. Domaschke, S. Pabst (Hrsg), Alte Menschen und Medien. Alter im Spannungsfeld zwischen Kultur und Medien. SPIEL, 24 (2005), 1, S. 35-66.
- Heyl, V. & Schmitt, M. (in press). The Contribution of Adult Personality and Recalled Parent-Child Relations to Friendships in Middle and Old Age. International Journal of Behav-ioral Development.
- Kliegel, M. & Zimprich, D. (2005). Predictors of cognitive complaints in old age: A mixture regression approach. European Journal of Ageing, 2, 13-23.
- Kliegel, M. & Zimprich, D. (2005). What do subjective cognitive complaints in persons with aging-associated memory decline reflect? International Psychogeriatrics, 17, 499-512.
- Martin, M. & Zimprich, D. (2005). Cognitive development in midlife. In S. L. Willis / M. Martin (Hrsg.), Middle adulthood: A lifespan perspective (pp. 179-206). Thousand Oaks, CA: Sage.
- Schönknecht P., Pantel J., Kruse A., Schröder J. (2005) Prevalence and natural course of aging-associated cognitive decline in a population based sample of "young-old" subjects. American Journal of Psychiatry, 11, 2071-2077.
- Kliegel, M. (2004). Gesundheitsverhalten bei chronischen Erkrankungen im höheren Erwachsenenalter [Health behaviors in case of chronic diseases in old age]. In A. Kruse & M. Martin (Hrsg.), Enzyklopädie der Gerontologie [Encyclopedia of gerontology] (pp. 314-327). Bern: Huber.
- Martin, M. & Schmitt, M. (2004/2000). Partnerschaftliche Interaktion im mittleren Erwachsenenalter als Prädiktor von Zufriedenheit bei Frauen und Männern in langjährigen Beziehungen: Ergebnisse der Interdisziplinären Längsschnittstudie des Erwachsenenalters (ILSE) [Marital interaction in middle adulthood as a predictor of satisfaction of women and men in longterm relationships: Results of the Interdisciplinary Longitudinal Study of Adult Development]. In P. Perrig-Chiello, & F. Höpflinger ( Hrsg. ), Jenseits des Zenits - Frauen und Männer in der zweiten Lebenshälfte [ Beyond the Zenith - Women and men in the second half of life ] (pp. 77-98). Bern: Haupt.
- Schmitt, M. & Re, S. (2004). Partnerschaften im höheren Erwachsenenalter [Marital relationships in older adulthood]. In A. Kruse & M. Martin (Hrsg.), Enzklopädie der Gerontologie [Encyclopedia of gerontology] (pp. 373-386) . Bern: Huber.
- Schmitt, M. & Weber, M. (2004). Ehezufriedenheit und ihre Prädiktoren im mittleren Erwachsenenalter: Ein Ost-West-Vergleich [Marital satisfaction and its predictors in middle adulthood: A comparison between east and west germany]. Zeitschrift für Familienforschung, 3, 244-267.
- Seidl U., Pantel J., Re S., Schröder J. (2004) Depressive Störung und Spätdepression [Depressive disorders and late-life depression]. In A. Kruse, M. Martin (Hrsg.) Enzyklopädie der Gerontologie [Encyclopedia of gerontology]. (S. 240-254). Bern: Huber.
- Voss, E., Martin, M. & Stegmann, A. K. (2004). Der Zusammenhang zwischen Angststörungen und aversiven Lebensereignissen im Alter [On the relation between anxiety disorders and aversive life-events in old age]. Psychotherapie im Alter, 2, 87-101.
- Ausgewählte Diplomarbeiten (chronologisch):
- Eck, A. (2007, laufend). Zum Einfluss distaler Ereignisse auf die Partnerschaftszufriedenheit im mittleren Erwachsenenalter. Psychologisches Institut, Universität Landau.
- Langer, Nadine (2007, abgeschlossen). Zum Einfluss kritischer Lebensereignisse auf die Zukunftsperspektive im höheren Erwachsenenalter. Psychologisches Institut, Universität Heidelberg.
- Schicker, A. (2006, abgeschlossen). Zum Einfluss kritischer Lebensereignisse auf die Gesundheit im Alter. Psychologisches Institut, Universität Heidelberg.
- Banavas, T. (2006, abgeschlossen). Pluralität weiblicher Lebensentwürfe im mittleren Erwachsenenalter. Psychologisches Institut, Universität Heidelberg.
- Borchert, A. (2005, abgeschlossen). Hilfs- und Pflegeleistungen für alternde Eltern: Ein Vergleich der Unterstützung durch Töchter und Söhne. Institut für Gerontologie, Universität Heidelberg.
- Leinweber, J. (2004, abgeschlossen). Wohlbefinden und Gesundheit bei Personen in langjährigen Partnerschaftsbeziehungen: Eine dyadische Perspektive. Institut für Psychologie, Universität Mannheim.
- Mallau, A. (2004, abgeschlossen). Kritische Lebensereignisse und psychische Störungen im mittleren Erwachsenenalter. Psychologisches Institut, Universität Heidelberg.
- Quandt, C. (2004, abgeschlossen). Seelische Gesundheit von Frauen im mittleren Erwachsenenalter: Ein Ost-West-Vergleich. Psychologisches Institut, Universität Heidelberg.
- Bäuerle, D. (2003, abgeschlossen). Veränderungen des Hilfe- und Pflegebedarfs nach sturzbedingter Hüftfraktur. Institut für Gerontologie, Universität Heidelberg.
- Stegmann, A.-K. (2003, abgeschlossen). Ereignisse und Veränderungen in langjährigen Beziehungen: Auswirkungen auf die Qualität der Partnerschaft? Psychologisches Institut, Universität Heidelberg.
- Frey, C. (2002, abgeschlossen). Der Einfluss von Kindheitsbelastungen auf psychische Störungen im Erwachsenenalter. Psychologisches Institut, Universität Heidelberg.
- Weber, M. (2002, abgeschlossen). Ehequalität und ihre Prädiktoren im mittleren Erwachsenenalter: Ein Ost-West-Vergleich. Psychologisches Institut, Universität Heidelberg.
- Wingert, C. (2002, abgeschlossen). Ehequalität und Gesundheit im höheren Erwachsenenalter: Quer- und längsschnittliche Zusammenhänge. Psychologisches Institut, Universität Heidelberg.
Projektleitung
- Prof. Dr. Andreas Kruse (Institut für Gerontologie, Heidelberg)
- Prof. Dr. Hans-Werner Wahl (Abteilung für Psychologische Alternsforschung Psychologisches Institut, Universität Heidelberg)
- Prof. Dr. Johannes Schröder (Sektion Gerontopsychiatrie, Universität Heidelberg)
- Dr. Marina Schmitt (Abteilung für Psychologische Alternsforschung, Psychologisches Institut, Heidelberg, wissenschaftliche Projektkoordination)
- Prof. Dr. Mike Martin (Lehrstuhl für Gerontopsychologie, Institut für Psychologie, Universität Zürich, assoziiertes Mitglied)
Erweitertes Leitungsgremium
- PD Dr. Marco Essig (Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg)
- Dr. med. Alexander Hassel (Poliklinik für zahnmedizinische Prothetik, Universität Heidelberg)
- Prof. Dr. Frank Oswald (Abteilung für Psychologische Alternsforschung, Psychologisches Institut, Universität Heidelberg)
- Prof. Dr. Johannes Pantel (Klinikum der Universität Frankfurt/M.)
- Dr. Peter Schönknecht (Sektion Gerontopsychiatrie, Universität Heidelberg)
- PD Dr. Eric Schmitt (Institut für Gerontologie, Universität Heidelberg)
- PD Dr. Daniel Zimprich (Institut für Psychologie, Universität Zürich)
Wissenschaftliche Bearbeitung
- Dr. Marina Schmitt
Förderung
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ); AZ 301-1720-295/2
Kooperation
- Dr. H. Burkhardt (Universitätsklinikum Mannheim)
- Prof. Dr. Klaus-Udo Ettrich (Universität Leipzig)
- Prof. Dr. S. Iwarsson (Lund University, Schweden)
- Dr. B. Müller (Universität Rostock)
- PD Dr. I. Nitschke (Universität Leipzig)
- Prof. Dr. P. Oster (Geriatrisches Zentrum Bethanien)
- Prof. Dr. J. Pantel (Klinikum der Universität Frankfurt/M.)
- PD Dr. A. Riehl-Emde (Universität Heidelberg)
- Prof. Dr. D. Roether (Universität Rostock)
- Dr. N. Specht-Leible (Geriatrisches Zentrum Bethanien)
- Dr. U. Sperling (Universitätsklinikum Mannheim)
Laufzeit
- 01.01.2005 - 29.02. 2008