Projekt ENABLE-AGE

Enabling Autonomy, Participation, and Well-Being in Old Age: The Home Environment as a Determinant for Healthy Ageing

 

Projektbeschreibung

Das europäische Forschungsprojekt "Enabling Autonomy, Participation and Well-Being in Old Age: The Home Environment as a Determinant for Healthy Ageing" (ENABLE-AGE), bestehend aus einer längsschnittlichen Studie mit 1918 (T1) bzw. 1356 (T2) Teilnehmern (in Deutschland 450/322), einer qualitativen Tiefenstudie mit einer Teilstichprobe von 190 Personen (in Deutschland 40) und einer Analyse der länderspezifischen Wohn- und Sozialpolitik, wurde im Dezember 2004 abgeschlossen.

Die reichhaltigen Befunde befinden sich weiterhin in enger Kooperation mit den anderen europäischen Projektpartnern in Auswertung bzw. sie werden weiterhin intensiv auf internationalen Konferenzen präsentiert. Darüber hinaus ist eine Nachfolgeerhebung fest geplant.

Im Mittelpunkt von ENABLE-AGE steht der Zusammenhang von Wohnen und gesundem Altern bei alleinlebenden Personen im sehr hohen Alter (75-89 Jahre alt) in städtischen Regionen Europas in Schweden, England, Deutschland, Ungarn und Lettland (Iwarsson et al., 2005; Iwarsson, Wahl & Nygren, 2004; Oswald, Naumann, Schilling & Wahl, 2005; Oswald, Wahl, Naumann, Mollenkopf, & Hieber, 2006).

Hauptziel war die Untersuchung von Zusammenhängen zwischen (1) objektiven und subjektiven Aspekten des Wohnens und (2) Wohnen (objektiv und subjektiv) und ausgewählten Aspekten gesunden Alterns.

Es zeigte sich, dass sowohl objektive Aspekte des Wohnens, als auch subjektives Wohnerleben mit den hier berücksichtigten Indikatoren gesunden Altern zusammenhängen. Dabei korreliert nicht die Anzahl von Barrieren in einer Wohnung, sondern die individuelle Person-Umwelt-Passung (Zugänglichkeit) mit Aspekten gesunden Alterns. Zudem hängen Wohnerlebensaspekte mit ausgewählten Bereichen gesunden Alterns zusammen. Wer über eine zugängliche Wohnumwelt (Person-Umwelt Passung) verfügt, seine Wohnumwelt als nützlich und wichtig erlebt und kaum andere oder das Schicksal verantwortlich für das eigene Wohnen macht (externale Kontrollüberzeugung), ist selbständiger in alltäglichen Aktivitäten, fühlt sich wohler ("Environmental Mastery") und ist weniger depressiv. Was die Vergleichbarkeit der Zusammenhangsmuster zwischen Wohnen und gesundem Altern in den fünf Regionen betrifft, zeigen sich tendenziell übereinstimmende Muster trotz unterschiedlicher Ausprägung von Zugänglichkeit, Lebenszufriedenheit oder Depressivität in den ost- und westeuropäischen Untersuchungsregionen.

Die Befunde zeigen, dass Wohnforschung heute immer objektive und subjektive Wohnaspekte berücksichtigen muss, um den Zusammenhang von Wohnen und gesundem Altern abzubilden. Analysen der Verlaufsdaten zielen darauf ab, für ein gesundes Altern besonders risikoreiche Barrieren in Kombination mit funktionalen Einschränkungen zu identifizieren. Damit sollen Veränderungspotentiale im Wohnbereich (Person, Umwelt, P-U Passung) identifiziert werden. So könnte ein verkürztes Screening Instrument zur Früherkennung risikoreicher Person-Umwelt Konstellation im sehr hohen Alter entwickelt werden. Im Hinblick auf die Wohnpraxis und Anwendung können die Befunde einen Beitrag leisten zur Erhaltung und Förderung selbstständiger Lebensführung im sehr hohen Alter.

Ein weiteres Ziel ist es, evidenzbasierte Empfehlungen für Praktiker und Planer im Bereich Wohnen abzuleiten. Es gilt, in der Praxis die konkrete Wohnsituation als zentralen "Alternsschauplatz" noch besser zu "messen", um Veränderungspotentiale im Sinne einer Prävention frühzeitig zu erkennen und zu nutzen. Die ENABLE-AGE Befunde unterstreichen dabei auch, dass Wohnen mehr ist als Ausstattung und Anpassung. Umweltveränderungen, auch wenn sie von außen betrachtet sinnvoll sind, können nicht verordnet, sondern sollten "verhandelt" werden.

weitere Informationen: http://www.enableage.arb.lu.se/

Projektbezogene Publikationen

  • Iwarsson, S., Wahl, H.-W., Nygren, C., Oswald, F., Sixsmith, A., Sixsmith, J., Széman, Z., Tomsone, S. (2007). Importance of the home environment for healthy aging: Conceptual and methodological background of the ENABLE-AGE Project. The Gerontologist, 47, 78-84.
  • Iwarsson, S., Nygren, C., Oswald, F., Wahl, H.-W., & Tomsone, S. (2006). Environmental barriers and housing accessibility problems over a one-year period in later life in three European countries. Journal of Housing for the Elderly, 20 (3), 23-43.
  • Iwarsson, S., Sixsmith, J., Oswald, F., Wahl, H-W., Nygren, C., Sixsmith, A., Széman, Z., & Tomsone, S. (2005). The ENABLE-AGE Project: Multi-dimensional methodology for European housing research. In: Vestbro, D. U., Hürol, Y. & Wilkinson, N. (Eds.), Methodologies in housing research (pp. 70-90) . Gateshead: The Urban International Press.
  • Iwarsson, S., Wahl, H.-W., & Nygren, C. (2004). Challenges of cross-national housing research with older persons: lessons from the ENABLE-AGE project . European Journal of Ageing, 1 (1), 79-88.
  • Naumann, D.. (2005). Gesellschaftliche Integration und Mitwirkung im Kontext des hohen Alters (Dissertation).
  • Nygren, C., Oswald, F.,, Iwarsson, S., Fänge, A., Sixsmith, J., Schilling, O., Sixsmith, A., Széman, Z., Tomsone, S., Wahl, H.-W. (2007). Relationships between objective and perceived housing in very old age. The Gerontologist, 47, 85-95.
  • Oswald, F., Wahl, H.-W., Schilling, O., Nygren, C., Fänge, A., Sixsmith, A., Sixsmith, J., Széman, S., Tomsone, S., & Iwarsson, S. (2007). Relationships between housing and healthy aging in very old age. The Gerontologist, 47 (1), 96-107.
  • Oswald, F., Wahl, H.-W., Schilling, O., & Iwarsson, S. (2007). Housing-related control beliefs and independence in activities of daily living in very old age. Scandinavian Journal of Occupational Therapy, 14, 33-43.
  • Oswald, F., Schilling, O., Wahl, H.-W., Fänge, A., Sixsmith, J., & Iwarsson, S. (2006). Homeward bound: Introducing a four domain model of perceived housing in very old age. Journal of Environmental Psychology, 26 (3), 187-201.
  • Oswald, F., Wahl, H.-W., Naumann, D., Mollenkopf, H., & Hieber, A. (2006). The Role of the Home Environment in Middle and Late Adulthood. In H.-W. Wahl, H. Brenner, H. Mollenkopf, D. Rothenbacher, & C. Rott (Eds.), The many faces of health, competence and well-being in old age: Integrating Epidemiological, psychological and social perspectives (pp. 7-24) . Heidelberg, Springer.
  • Oswald, F., Naumann, D., Schilling, O., & Wahl, H.-W. (2005). Selbständig wohnen im sehr hohen Alter - Ergebnisse aus dem Projekt ENABLE-AGE. [Independent living in very old age - Findings from the ENABLE-AGE project.] In T. Klie, A. Buhl, H. Entzian, A. Hedtke-Becker, & H. Wallrafen-Dreisow (Eds.), Die Zukunft der gesundheitlichen, sozialen und pflegerischen Versorgung älterer Menschen. [The future of social and health care of older adults.] (pp. 325-335). Frankfurt am Main, Germany: Mabuse.

Projektleitung

Wissenschaftliche Bearbeitung

Förderung

  • Europäische Kommission, Förderkennzeichen: QLKGT-2001-00334

Laufzeit

  • 01.11.2002 - 31.12.2004
Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 28.02.2014
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