Altern ist, was ich draus mache

Beispielhafte Implementierungsstrategien der Forschung zum subjektiven Alternserleben im Kontext von Verrentung und Pflegebedürftigkeit

Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung im Programm „Blickwechsel – Junge Forscher gestalten neues Alter“


Projektbeschreibung
Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen ihr eigenes Älterwerden in kritischen Lebensphasen erleben und wie dieses durch gezielte Interventionsmaßnahmen gestaltet werden kann. Mit dem Ende der Erwerbstätigkeit und dem Übergang in die Pflegebedürftigkeit werden beispielhaft zwei Lebensabschnitte herausgegriffen, in denen altersbedingte Veränderungen offenbar werden. Dabei steht die Verrentung stellvertretend für den Beginn des dritten aktiven Lebensalters, während die Pflegebedürftigkeit als Kennzeichen für das verletzliche vierte Lebensalter gilt.

Nach dem bisherigen Forschungsstand ist anzunehmen, dass das Erleben des eigenen Älterwerdens in diesen kritischen Lebensphasen besonders im Wandel begriffen ist und sich im Vergleich zu früheren Lebensphasen deutlich unterscheidet. So könnten beispielsweise negative Veränderungen im Sinne von Entwicklungsverlusten stärker wahrgenommen werden als bestehende oder neu erschlossene Ressourcen. Befunde der psychologischen Alternsforschung zeigen einen Zusammenhang zwischen einer vereinfachenden Sichtweise auf Altern als Verlust und negativen Entwicklungen; beispielsweise einem schlechteren körperlichen Gesundheitszustand und einer beeinträchtigten psychischen Gesundheit.

Ein differenziertes und realistisches Verständnis für das eigene Älterwerden kann durch gezielte Interventionen gefördert werden. Daher werden in diesem Projekt Vertreter aus den Bereichen Verrentung und Pflege zu einem Austausch über individuelle Altersbilder, wissenschaftliche Forschungsbefunde und deren mögliche Umsetzung in der Praxis eingeladen. Das Projekt folgt einem implementierungswissenschaftlichen Ansatz und bezieht im Rahmen von Fokusgruppen sowohl betroffene Personen als auch Beruftätige aus den beiden Praxisfeldern ein. Die Ergebnisse dieses Projektes können beispielsweise in Ausbildungscurricula von Personalmanagement und Pflege einfließen.

Das Projekt ist eingebunden in das Projekt „Awareness of Age-Related Change: A Cross-cultural Collaboration“

Projektleitung und wissenschaftliche Bearbeitung
Valerie Elsässer
Martina Miche

Förderzeitraum
Oktober 2012 - September 2013

Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 06.11.2012
zum Seitenanfang/up