Projekt BETAGT

Bewertung neuer Technologien durch Bewohner und Personal im Altenzentrum Grafenau der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung und Prüfung der Übertragbarkeit ins häusliche Wohnen

 

Projektbeschreibung

Der Einsatz von Technik zur Erhaltung der Selbständigkeit von Menschen mit physischen, sensorischen oder kognitiven Kompetenzeinbußen wird in den letzten Jahren verstärkt diskutiert. So wie technische Geräte und Systeme im Alltag schon längst und kaum mehr hinterfragt zur Erleichterung einer selbständigen Haushaltsführung und Aufrechterhaltung von Kommunikation und Mobilität im Alter beitragen, bieten sie auch im Falle von Pflegebedürftigkeit vielfältige Möglichkeiten der Unterstützung sowie eine Steigerung der Effizienz der täglichen Arbeitsabläufe.

Ziel ist es, die Auswirkungen der Einführung und Nutzung neuer Technologien, wie beispielsweise die zentrale Steuerung der Beleuchtung, Zutrittskontrollen an Türen, Sturzmelder in Form von Sensormatten oder die Überwachung der Vitalfunktionen bei gefährdeten Personen im institutionellen Kontext, abzubilden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf zu erwartenden positiven (Wohlbefinden, Lebensqualität, Informiertheit) und möglichen negativen Auswirkungen (Unsicherheit, Bedienungsprobleme) der Technik auf die Bewohner/innen und das Personal des im Herbst 2007 eröffneten Zentrums für Senioren und Begegnung Adrienne von Bülow in Grafenau der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung. Es beherbergt neben einer stationären Einrichtung für pflegebedürftige und an Demenz erkrankte Personen eine betreute Wohnanlage sowie eine Begegnungsstätte. Diese unterschiedlichen Kontexte lassen Vergleiche zu und ermöglichen die Überprüfung der Übertragbarkeit von Befunden in den häuslichen Kontext. Zudem werden in vertiefenden Projekten der Nutzen neuer Technologien in Bezug auf drei Bereiche der Sturzprophylaxe (Zugangskontrollen, Aktivitätsmessung, Sturzerkennung) sowie die Optimierung des Betreuungsalltags am Beispiel einer EDV-gestützten Pflegedokumentation untersucht.

Im ersten Jahr sollen zu mehreren Zeitpunkten Erhebungen vor Ort und zwar mit Bewohnern, dem Personal und Angehörigen durchgeführt werden. Im zweiten Jahr, nach Optimierung des Instrumentariums, zudem mit Personen aus dem betreuten Wohnen. Den Erhebungen folgt eine erneute Optimierung des Instrumentariums zur lebensqualitätsbezogenen Technikbewertung mit dem Ziel einer qualitätssichernden und ergebnisorientierten Messung von Technikfolgen. Diese soll unter anderem dazu dienen, Hemmnisse der Marktentwicklung im Bereich neuer Technologien zu beseitigen.

Projektbezogene Publikationen

  • Abschlussbericht des Projekts BETAGT
  • Kurz-Abschlussbericht des Projekts BETAGT
  • Claßen, K., Oswald F., Wahl, H.-W., Becker, C. & Heusel, C. (2010). Wahrnehmung und Nutzung neuer Technologien durch Bewohner/innen und Mitarbeiter/innen im institutionellen Kontext: Erste Befunde des Projekts BETAGT. In VDE/ AAL / BMBF (Hrsg.), Ambient Assisted Living 2010. 3. Deutscher AAL-Kongress, Tagungs-CD. Berlin: VDE-Verlag.
  • Claßen, K., Oswald, F., Wahl, H.-W., Becker, C., & Heusel, C. (2010). Perception and use of new technologies by residents and staff in an institutional context: Data from the project BETAGT. Paper presented at the AALIANCE conference. Ambient Assisted Living: Technology and Innovation for Ageing Well. Malaga, Spain.
  • Oswald, F., Claßen, K., & Wahl, H.-W. (2009). Die Rolle von Technik bei kognitiven Einbußen im Alter. In Landesstiftung (Hrsg.). Training bei Demenz. Stuttgart: Schriftenreihe der Landesstiftung Baden-Württemberg, 42, S. 104-143.

Projektleitung

Wissenschaftliche Bearbeitung

Förderung

  • Robert Bosch Stiftung

Kooperationspartner

  • Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung (Christof Heusel, Peter Antfang)
  • Robert-Bosch-Krankenhaus, Klinik für Geriatrische Rehabilitation, Stuttgart (PD Dr. Clemens Becker)

Laufzeit

  • 01.02.2008 - 31.03.2010
Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 01.11.2012
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