Zufrieden in den Ruhestand

 

​Ziel

Ziel dieses durch den Innovationsfonds Frontier der Universität Heidelberg geförderten Projektes ist es, eine Coaching-Intervention zu entwickeln und zu evaluieren, durch die ältere Berufstätige unterstützt werden, kognitive, emotionale und motivationale Selbstregulationsprozesse beim Übergang in den Ruhestand und für die Rentenzeit zu aktivieren.

 

Ausgangslage

Der demografische Wandel in Deutschland ist von hoher gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Im Jahr 2009 wird von 82 Millionen Deutschen jeder fünfte 65 Jahre oder älter sein. Hochrechnungen besagen, dass bereits 2030 der Anteil der über 65-Jährigen 39% betragen wird. Mit der Lebenserwartung steigt auch die Chance auf ein langes gesundes Leben (Statistisches Bundesamt, 2011). Trotz der kürzlich erfolgten Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters verbringen heutige Erwerbstätige bis zu einem Viertel ihrer Lebenszeit in der Nacherwerbsphase.

Basierend auf arbeits-, gesundheits- und entwicklungspsychologischen sowie gerontologischen Befunden und Theorien wird eine Coaching-Intervention in Form eines Gruppen-Programms entwickelt, die ältere Berufstätige darin unterstützt, den Übergang in den Ruhestand und den nächsten Lebensabschnitt aktiv, eigenständig und unabhängig zu gestalten, so dass sie dabei motiviert, emotional positiv gestimmt, kognitiv aktiv und gesund sein können.

 

Das Coaching

Grundlage des Gruppencoachings sind Erkenntnisse und Konzepte der bestehenden Coaching-Forschung, die integriert, kombiniert und auf die Bedürfnisse und Ziele älterer Berufstätiger beim Übergang in den Ruhestand angepasst wurden.

Die Inhalte aller Coaching-Bausteine sollen dazu beitragen, die Selbstregulationsfähigkeiten der Teilnehmer für den Übergang in den Ruhestand und darüber hinaus zu stärken. Dabei spielen individuelle Ressourcen eine zentrale Rolle für die Erarbeitung (individueller) Strategien und Lösungen.

Nach der Pilotierung der Intervention im Januar 2014 wurden bis September 2014 mehrere Gruppen-Coachings (Termine) durchgeführt. Das Programm umfasste ein Informationstreffen, sowie sechs Coaching-Sitzungen (à 90- 120 min; 8-12 Teilnehmer) und wurde von einer Diplom-Psychologin durchgeführt.

Da es sich um ein wissenschaftliches Forschungsprojekt handelt, war die Teilnahme an den Sitzungen kostenfrei. Um das Coaching angemessen evaluieren zu können ist jedoch eine Befragung der Teilnehmer zu verschiedenen Zeitpunkten erforderlich.

Die Teilnehmer wurden daher vorab (t1), direkt nach dem Coaching (t2) und einige Wochen nach danach (t3) zu Maßen der Selbstregulation, Gesundheit, Wohlbefinden sowie zu individuellen Ressourcen und Diversity-Faktoren (z.B. Persönlichkeitseigenschaften, Coping- Stil, etc.) befragt.

Uns ist der Schutz personenbezogener Daten sehr wichtig. Alle Daten werden anonymisiert erfasst und lediglich auf zusammengefasster Basis und ausschließlich durch die Arbeitseinheit Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität zu wissenschaftlichen Zwecken ausgewertet.

 

Evaluation und Ausblick

Mit Hilfe der erfassten Daten soll Aufschluss darüber gewonnen werden, welche Effekte (längerfristige Veränderungsmaße) das Coaching auf verschiedene subjektiv erlebte Aspekte (wie z.B. Wohlbefinden, Selbstregulation, individuelle Ressourcen und Erwartungen an den Ruhestand) hat und welche Faktoren diese Effekte beeinflussen. Durch diese Vorgehensweise können nicht nur Rückschlüsse auf kurzfristige und längerfristige Wirkung des Coachings, sondern bspw. auch darauf, welche individuellen Faktoren sich positiv oder negativ auf die Wirkung des Coachings auswirken. Während der sechswöchigen Intervention bis zum follow-up Termin werden die Teilnehmer außerdem gebeten, ein Wochenbuch zur Selbstregulation in Bezug auf den Übergang in den Ruhestand, zu fluktuierenden Wohlbefindens- und Gesundheitsmaßen auszufüllen um kurzfristige Veränderungsmaße zu erfassen.

Erweist sich diese Intervention als erfolgreich, kann sie möglicherweise nicht nur Menschen bei der Gestaltung des Übergangs in die nachberufliche Phase helfen, sondern auch bei anderen beruflichen Übergangsprozessen zielführend eingesetzt werden.


Deutschlandfunk Beitrag: „Zufrieden in den Ruhestand“:

Autor: Breuer, Ingeborg
Sendung: Aus Kultur- und Sozialwissenschaften

 

Förderung

Innovationsfonds Frontier (Universität Heidelberg)

 

Laufzeit

1.4.2013 – 30.6.2015

Verantwortlich: E-Mail
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