Gesundheit und Arbeitssicherheit in neuen Arbeits- und Organisationsformen - GESINA

Projektbeschreibung
Ausgangssituation:
Der stetige Wandel in der Arbeitswelt führt zu neuartigen Arbeitssystemen und Organisationsformen. Diese Veränderungen haben auch Auswirkungen auf die Organisation des Arbeits- und Gesundheitsschutzes insbesondere unter den erweiterten gesetzlichen Anforderungen. So liegt ein Schwerpunkt der Aktivitäten nach dem neuen Arbeitsschutzgesetz aus dem Jahre 1996 auf der Ermittlung und Dokumentation von Gefährdungen und Belastungen am Arbeitsplatz sowie auf der Erarbeitung und Umsetzung vorbeugender Maßnahmen zur Gefahrenabwehr (Prävention). Ziel vorausschauender Entwicklungen im Arbeitsschutz muß es sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, die Vorteile eines effektiven und effizienten Arbeits- und Gesundheitsschutzes für das Unternehmen und die Beschäftigten zu nutzen und zu optimieren.
Ziele:
Im Rahmen des Projektes GESINA sollen Maßnahmen zur Prävention im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz erforscht, entwickelt und umgesetzt werden. Sich verändernde Arbeitsaufgaben und arbeitsorganisatorische Strukturen werden unter dem Blickwinkel der Ableitbarkeit von Handlungsbedarfen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz beschrieben.
Erarbeitet und erprobt werden zukunftsorientierte Strategien zur Entwicklung vorbeugender, gesundheitssichernder Maßnahmen sowie Möglichkeiten zur Optimierung der Lern- und Problemlösefähigkeit beim Umgang mit Gefahren am Arbeitsplatz (z.B. Coachingmodelle, Ansätze zur Förderung von Lernen und der Weitergabe von Expertenwissen bei der Bewältigung sicherheitskritischer Aufgaben). Folgende Abbildung gibt ein Überblick über die vier Phasen des Projektes.

Schwerpunkte:
Detailliert betrachtet werden bei der Entwicklung und Umsetzung der arbeitssicherheits- und gesundheitsförderlichen Ansätze im GESINA-Projekt ausgewählte Büro- und Instandhaltungstätigkeiten.
Nach der Neugestaltung des Fahrerhausinnenausbaus und der Realisierung des Rohbaus 2000 ist zwar ein hohes Sicherheitsniveau bei der Anlagenbedienung erreicht. Die Instandhaltungsarbeiten stellen jedoch, insbesondere an komplexen Anlagen, steigende Anforderungen sowohl an die Qualifikation als auch an die Leistungsfähigkeit und Verarbeitungskapazität der Instandhalter. Von zunehmender Bedeutung ist somit die Ressourcenoptimierung beim Instandhaltungspersonal, um eine sicherheitsgerechte Bewältigung der von ihnen zu leistenden Doppelaufgabe (Instandsetzung und Gefahrenkontrolle) zu garantieren.
Doppelaufgabe bei der Instandhaltung
- Instandhaltung der Anlage: Zustandserfassung, Fehlereingrenzung und -bestimmung, Fehlerbehebung --> fach-/anlagenspezifische Kenntnisse und Fertigkeiten
- Gefahrenkontrolle bei der Instandhaltung --> sicherheits- und anlagenspezifische Kenntnisse und Fertigkeiten

Bearbeitung und Partner
Förderung:
In Abstimmung mit dem Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA) fördert das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (bmb+f) kooperative Anstrengungen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, die der Forschung und Entwicklung u.a. im Zukunftsfeld "Arbeitsschutz 2000" dienen. Bevollmächtigt durch das BMBF betreut die Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) das GESINA-Projekt innerhalb seines Forschungs- und Entwicklungsprogramms "Arbeit und Technik".
Durchführungsträger:
Anfang des Jahres 1996 hat die DLR durch Veröffentlichung auf die Möglichkeit, Fördergelder zu erhalten, aufmerksam gemacht und zwar um zu untersuchen, wie der Arbeits- und Gesundheitsschutzes in der Zukunft aussehen soll. In Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg, Lehrstuhl für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie und der Süddt. Metall-Berufsgenossenschaft, hat die Daimler Benz AG, Werk Wörth einen Antrag auf Aufnahme in das Forschungsprogramm "Arbeitsschutz 2000" geschrieben. Diesem Antrag wurde entsprochen und ein Projekt mit einer Laufzeit vom 1.12.1997 bis 31.3.2001 genehmigt.
Beteiligte:
- Psychologische Institut der Universität Heidelberg, Lehrstuhl für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie
- Fachbereiche der Daimler-Benz AG, Werk Wörth (Arbeitsschutz, Werksärztlicher Dienst, Sozialberatung, Betriebsrat, Personalbereich und Fachbereiche)
- Süddeutsche Metallberufsgenossenschaft
- Fachausschuss Eisen und Metall II des Hauptverbandes der Berufsgenossenschaften.
Verbundstruktur:
Parallel werden weitere Forschungsarbeiten an den Universitäten Dortmund, Wuppertal und Magdeburg bei verschiedenen Groß-, Mittel- und Kleinbetrieben durchgeführt, um zukünftige Aufgabenfelder des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu ermitteln. Zwischen diesen Universitäten und dem GESINA-Projekt findet in Form eines Kooperationsverbundes ein fortlaufender Informationsaustausch sowie gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit (jährlicher Workshop, GESINA-Zeitung) statt. Bei Interesse wenden Sie sich an einen Ansprechpartner.

Ansprechpartner:
- Dipl.-Psych., Dipl.-Soz.Päd. (BA) Dorothea Benz
- Dipl.-Psych. Margret Edelmann
Laufzeit
- Dezember 1997 bis März 2001
Weiterführende Links
|