Erstellung und Erprobung eines Verfahrens zur Beschreibung und Bewertung von Qualitätskulturen an Hochschulen

1. Ausgangssituation

Immer deutlicher erkennen Hochschulen den Nutzen eigenverantwortlicher Qualitätssicherung und –entwicklung. Ob institutionelles Qualitätsaudit oder umfassendes Qualitätsmanagement, die Implementation und der erfolgreiche Einsatz solcher Ansätze in Organisationen setzt eine gelebte Qualitätskultur ihrer Mitglieder voraus.

Die European University Association (EUA) hat sich im Rahmen eines Projekts mit dem Phänomen Qualitätskultur auseinander gesetzt und legt folgende Definition vor: „Quality Culture refers to an organisational culture that intends to enhance quality permanently and is characterised by two distinct elements: on the one hand, a cultural/psychological element of shared values, beliefs, expectations and commitment towards quality and, on the other hand, a structural/managerial element with defined processes that enhance quality and aim at coordinating individual efforts“ (European University Association: Examining Quality Culture: Part 1 – Quality Assurance Processes in Higher Education Institutions, Brussels 2010).

Die Herausforderung in diesem Forschungsfeld liegt darin, Wirkungszusammenhänge gerade im Hinblick auf organisationspsychologisch-kulturelle Elemente wie Werte, Überzeugungen und Vertrauen als nicht-formale Bestandteile einer Qualitätskultur zu identifizieren und offen zu legen.

2. Ziel und praktischer Nutzen

Ziel des Heidelberger Projekts ist es, einerseits eine operationalisierbare Definition des Konstrukts Qualitätskultur zu erarbeiten sowie andererseits ein praktikables und valides Instrument zu entwickeln, das der Erfassung von struktural-formalen als auch von organisationspsychologisch-kulturellen Elementen dienen soll.

Elemente einer Qualitaetskultur

Mit Hilfe dieses Instruments können in Zukunft wissenschaftliche Fragestellungen der Hochschulforschung mit Bezug zu Qualitätskultur untersucht werden. Des Weiteren kann es Entscheidungsträgern Aufschluss über den Status Quo der Qualitätskultur in ihrer Hochschule geben, um Maßnahmen zielgerichtet ableiten zu können.

3. Zur Vorgehensweise

Die Beschreibung und Bewertung der Qualitätskultur wird im Bereich der struktural-formalen Elemente auf drei Ebenen erfolgen:

  • der normativen Ebene,
  • der strategischen Ebene,
  • der operativen Ebene.

Auf normativer Ebene findet Qualitätskultur Ausdruck in qualitätsbezogenen Werten, Normen und Einstellungen, die als normative Setzungen den Ausgangspunkt der anderen beiden Ebenen bilden. Auf der strategischen Ebene manifestiert sich Qualitätskultur in Entscheidungs- und Planungsprozessen und aufbauorganisatorischen Optionen. Auf operativer Ebene zeigt sich Qualitätskultur in konkreten Qualitätskonzepte und -maßnahmen.

Die organisationspsychologisch-kulturellen Elemente werden mit Hilfe von Experteninterviews definiert und kategorisiert, was eine besondere Herausforderung des Heidelberger Projekts darstellt. Elemente wie z.B. Werte, Überzeugungen und Einstellungen als nicht-formale Bestandteile einer Qualitätskultur werden so identifiziert und anschließend messbar gemacht.

Es ist davon auszugehen ist, dass es nicht die Qualitätskultur an Hochschulen gibt. Da jede Hochschule auf Grund ihres bildungspolitischen Auftrags, ihres Selbstverständnisses und ihrer spezifischen Governancestrukturen über eine eigene Qualitätskultur verfügen dürfte, werden im Sinne eines Verbundprojektes neben der Universität Heidelberg als Valuepartner die Hochschule Mannheim und die Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim mit einbezogen, um eine hochschulartenspezifische Erfassung der Qualitätskultur zu ermöglichen.

4. Antragsteller

Universität Heidelberg im Verbund mit der Hochschule Mannheim und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg

5. Projektleitung

6. Steuerungsboard

7. Projektbearbeitung

8. Förderung

Bw100 Gr Sw Mwk Weiss-1

​Innovations- und Qualitätsfonds (IQF) des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

9. Laufzeit

04/2012 - 05/2015

Verantwortlich: E-Mail
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