Modellversuch eines Zweischicht-Systems im Bereich der Berufsausbildung jugendlicher Nachwuchskräfte in der Automobilindustrie

Projektbeschreibung

Das aktuelle Berufsausbildungskonzept eines großen deutschen Automobilunternehmens sieht ein völlig neues Ausbildungszeitmodell vor, den Zweischichtbetrieb im Wechsel sowohl im Bildungszentrum als auch in den produktionsnahen Lernstationen.

Das neue Ausbildungszeitmodell setzt es sich zum Ziel, den Anforderungen einer um insgesamt 40% erhöhten Einstellungsquote neuer Auszubildender mit versetzten Ausbildungszeiten (6:00-14:00h bzw. 14:30-22:30h) ab dem 2. Ausbildungsjahr zu begegnen.

Mit dieser Innovation sind (erhebliche) Auswirkungen auf die Auszubildenden, die Ausbilder, die Durchführungsorganisation und die Qualität der Berufsausbildung zu erwarten. In dem vorliegenden Projekt sollen an zwei Hauptstandorten innerhalb Deutschlands Untersuchungen durchgeführt werden, die folgende Themenstellungen zum Gegenstand haben:

Lerntheoretische Fragestellungen
Auswahl und Anpassung geeigneter Lehr-/Lernmethoden; Aufnahme-/Konzentrations-fähigkeit zu späten Zeiten; Beeinflussung der Leistungsmotivation.

Psychosoziale Aspekte und Fragestellungen
Aus- und Wechselwirkungen im sozio-kulturellen Umfeld der jugendlichen Auszubilden-den, insbesondere in den Bereichen Freizeitverhalten und Familie.

Arbeits- und gesundheitspsychologische Fragestellungen
Belastungs- und Beanspruchungserleben durch die veränderten Arbeitszeitbedingungen; Stresserleben; psychosomatische Beschwerden.

Hinsichtlich der psycho-sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen der neu vorgesehenen Ausbildungszeiten auf die künftigen jugendlichen Mitarbeiter liegen kaum gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse vor. Daher soll die vorgesehene wissenschaftliche Projektarbeit für diesen Personenkreis klären, inwieweit durch die veränderten Ausbildungsrhythmen und �zeiten Defizite zu erwarten sind und inwieweit durch eine geeignete Didaktik und Methodik oder eine Veränderung organisationaler Rahmenbedingungen Schwachstellen behoben werden können. Des weiteren soll überprüft werden, inwieweit sich die veränderten Bedingungen auf die Einbindung der Auszubildenden in ihr soziales Umfeld, auf die Anfahrtsmöglichkeiten zum Ausbildungsplatz und letztendlich auch auf die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Ausbildung auswirken.

Begründet durch die besondere Sensibilität im Bereich der Ausbildung Jugendlicher erscheint darüber hinaus eine reine Untersuchung von Veränderungen nicht ausreichend. Das vorgesehene Forschungsvorhaben soll vielmehr gleichzeitig Ansätze und Wege aufzeigen, wie möglichen Defiziten entgegen gewirkt werden kann.

Projektleitung

Bearbeitung

  • Dr. Patrick Waldbuesser

Partner

  • Audi AG

Laufzeit

  • April 2001 bis Juli 2005
Verantwortlich: E-Mail
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