Psychische Belastungen und Beanspruchungen in der Stahlindustrie

1. Inhalt und Vorgehensweise

Das Projekt „Analyse psychischer Belastungen und Beanspruchungen in der Stahlindustrie“ in Kooperation mit der ArcelorMittal Ruhrort GmbH verfolgt drei Hauptziele:

  1. Objektive Analyse psychischer Belastungen: Die psychischen Belastungen verschiedener Arbeitsplätze in unterschiedlichen Bereichen der ArcelorMittal Ruhrort GmbH sollen auf neutrale Weise (objektiver Zugang) eingeschätzt werden.

  2. Subjektive Befragung zur Analyse psychischer Belastungen und Beanspruchungen: Die psychischen Belastungen und Beanspruchungen am Arbeitsplatz sollen aus Sicht der Mitarbeiter (subjektiver Zugang) der ArcelorMittal Ruhrort GmbH eingeschätzt werden.

  3. Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Mitarbeitergesundheit: Anhand der Ergebnisse sollen in Zusammenarbeit mit der ArcelorMittal Ruhrort GmbH Handlungsempfehlungen abgeleitet und gesundheitsförderliche Maßnahmen entwickelt werden, die zu einer Verminderung der Fehlbelastung an den Arbeitsplätzen führen können.

 

Objektive Analyse: Zur objektiven Analyse psychischer Belastungen wird das Instrument zur objektiven Analyse psychischer Belastungen (Michel, Sonntag & Menzel, 2009) eingesetzt. Dieses Instrument wird im Vorfeld auf die Gegebenheiten der ArcelorMittal Ruhrort GmbH angepasst. Die (objektive) Einschätzung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz erfolgt durch ein Analyseteam. Dieses Team besteht aus Vertretern verschiedener Unternehmensbereiche (Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit, Personalabteilung und Betriebsrat) sowie einer betrieblichen Führungskraft und einer Arbeits- und Organisationspsychologin der Universität Heidelberg. In einer Begehung vor Ort beurteilt das Analyseteam vorherrschende psychische Belastungen anhand verschiedener Dimensionen, wie z.B. Handlungsspielraum, Variabilität und Kooperationserfordernisse. Im Rahmen des Projektes werden insgesamt 44 Arbeitsplätze durch das Analyseteam untersucht.

Um die Einschätzung der verschiedenen Arbeitsplätze auszuwerten, wird das Anforderungs-Kontroll-Modell nach Karasek (1979) als Grundlage herangezogen. Eine psychische Fehlbelastung liegt dann vor, wenn es eine kritische Kombination von zwei Belastungsdimensionen mit hoher bzw. niedriger Ausprägung gibt. Die Auswertung wird von der Universität Heidelberg durchgeführt.

Subjektive Analyse: Die subjektiven Analyseinstrumente werden in Zusammenarbeit mit der ArcelorMittal Ruhrort GmbH entwickelt und abgestimmt. Als Analyseinstrumente werden ein Fragebogen sowie ein Tagebuch eingesetzt. Die Durchführung erfolgt durch eine Arbeits- und Organisationspsychologin der Universität Heidelberg.

Zum Projektabschluss werden sowohl die objektiven als auch die subjektiven Analyseinstrumente der ArcelorMittal Ruhrort GmbH zur weiteren, eigenständigen Anwendung übergeben.

Arcelor
© Uwe Niggemeier, <www.stahlseite.de>
 

2. Weiterführende Literatur

Michel, A., Noefer, K., & Sonntag, Kh. (2011). Erfassung psychischer Belastungen: Subjektive und objektive Analysezugänge am Beispiel von Verladetätigkeiten im Logistikbereichs eines internationalen Airports. Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 3.

Michel, A., Sonntag, Kh. & Menzel, L. (2009). Instrument zur Analyse von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz – Beanspruchung erkennen, Fehlbelastung vermeiden. Personalführung, 7, 40-47.

3. Projektleitung

PD Dr. Alexandra Michel
Prof. Dr. Karlheinz Sonntag

4. Projektbearbeitung

Freyja Hauke, M.Sc.

5. Förderung

ArcelorMittal Ruhrort GmbH

6. Laufzeit

01.01.2013 - 30.11.2013

 

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